Aufnahme: 1991

Kardinal Meisner beim Einzug in die Kirche

Nach fast zwei Jahren Restaurierungsarbeiten konnte die Wallfahrtskirche Heisterbacherrott Kardinal Meisner neu benedizieren.

So berichtete damals die Siebengebirgs-Zeitung:
Restaurierung der Wallfahrtskirche ist abgeschlossen.  
st. Nun erstrahlt die Heisterbacherrotter Wallfahrtskirche zum hl. Judas Thaddäus wieder in vollem Glanze. Nach gründlicher Restaurierung wurde sie am Samstag, 12. Oktober, durch Kardinal Joachim Meisner neu geweiht.

Vor zwei Jahren wollte man aufgrund des schlechten Zustandes des Außenmauerwerkes die Kirche gründlich sanieren. Man sah dabei starke Risse. Doch die Schwere dieser Schäden wurde erst nach dem Aufstellen des Gerüstes erkannt. Die Steine waren verwittert. man entdeckte ausgebröckelte Steinfugen. Es wurde Einsturzgefahr festgestellt. Diese Gefahr ging von den gewaltigen Gewölbeschäden aus.

Nachdem ein Kostenvoranschlag erarbeitet war und die Gelder für die Arbeiten bewilligt waren, konnte im Herbst 1989 mit den Arbeiten begonnen werden.

Alle Steine und Fugen mußten sorgfältig bearbeitet werden. Nach dem Vermessen und dem anschließenden Ausbau von verwitterten Steinen und Platten wurden diese von einer Steinmetzfirma aus dem Mayener Raum aus Tuffstein bzw. Basaltlava neu erstellt. Besonders stark angegriffen waren Trauf- und Turmgesimssteine sowie Pfeiler- und Giebelabdeckplatten..

Aus alten Bauunterlagen war bekannt, daß es im Turmbereich beim Bau der Kirche Schwierigkeiten mit Unterbau gegeben hatte. Ausgehend von der Überlegung, daß bei der Fundamentierung der Kirche unsachgemäß gearbeitet sein konnte, wurde von dem Architekten Hilarius Horn aus Heisterbacherrott ein Sachverständiger hinzugezogen. Von diesem wurde die gesamte Baustruktur überprüft.

Kurz vor Weihnachten waren diese Arbeiten abgeschlossen. Die Auswertung ergab keine Fehler an der Fundamentierung sondern erhebliche Baufehler bei der Erstellung der Deckengewölbe. Die Gewölbe hatten keine Auflage in den Gurtbögen und Kreuzgraten, die Auflagen der Dachbinder waren verkehrt. Da die Mängel nicht mehr abzustellen sind war eine Erneuerung der Gewölbe in konstruktiver und handwerklich richtigen Ausführung unumgänglich.

Anfang 1990 wurde die Kirche geschlossen. Bei allen Arbeiten im Innern- und Außenbereich wurden immer wieder neue Mängel festgestellt, die vorher nicht einzusehen waren. Beim Abbau der Orgel stellte man fest, daß Teile vom Holzwurm befallen waren. Gesimssteine, unmittelbar unter der Dachrinne, die vor Jahren erneuert worden waren, hatten zuwenig Auflage im Mauerwerk. Es mußten zusätzliche Verankerungen in dem neuen Betonkranz nachträglich aufgetragen werden. Beim Neubau seinerzeit waren Trauf- und Giebelgesimssteine mit Holzkeilen unterlegt und nicht entfernt worden. Diese Holzkeile waren Nährhoden für den Mauerschwamm, der dann auch an verschiedenen Stellen festgestellt wurde. Verbunden war damit eine zusätzliche Imprägnierung. Im Glockenturm mußten aufgrund des Mauerschwammes die zwei Holzdecken durch Betondecken ersetzt werden. Viele weitere Mängel beim damaligen Bau der Kirche waren nunmehr zu beseitigen, die zusätzliche Arbeit und auch zusätzliche Kosten verursachten.

Die Gesamterneuerungskosten betragen knapp drei Millionen Mark. Davon muß die Gemeinde einen Eigenanteil von 201500 Mark aufbringen. Dieser Betrag wurde bis auf 16.000 Mark erbracht. Der Erlös des Pfarrfestes am vergangenen Sonntag soll für die Kosten der Innenausstattung, besonders der Lampen verwandt werden, denn auch die Innenausstattung muß die Gemeinde aufbringen, das sind rund 50.000 Mark.

1200 qm Außenfläche wurden saniert, rund 380 qm Gewölbe neu erstellt, ebenfalls 245 lfdm. Bögen und Kreuzgurte. Die Statik oblag Werner Krings aus Rösrath. die Bronzearbeiten an Tabernakel, Kerzenhalter an den Wänden und Kreuz nahm Sigrid Wenzel aus Thomasberg vor. Die Chronik der Arbeiten zur Restaurierung der Kirche erstellte Winfried Görres, für die Finanzen sorgte Rudi Steiner.


Quelle
Siebengebirgs-Zeitung 17.10.1991
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller/Winfried Görres
Räume & Galerien
Aus Siebengebirgs-Zeitung Katholische Kirche Heisterbacherrott
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