Aufnahme: 1991
Heinz Wolter zeigte zum ersten Male seine Werke
"Seit einiger Zeit gehört Heinz Wolter aus Sonderbusch der Künstlergemeinschaft Königswinter an. Jetzt arrangierte er im Möbelhaus Thomas im Oberpleiser Gewerbegebiet eine Einzelausstellung. Unter dem Motto 'Die gebrochene Dimension' stellt Wolter alle seine bisherigen Tuschezeichnungen elementarer und projektiver Geometrie aus, 18 an der Zahl. Das größte Gemälde 'Ikone und Chaos' mißt 70 x 100 cm.
'Jeder muß seinem Geist die Möglichkeit geben, fit zu bleiben', meint Heinz Wolter. Kreatives, positives Denken und künstlerisches Gestalten halfen ihm, schwierige Lebensabschnitte zu meistern. 1952 wurde Heinz Wolter als Sonntagskind in Beuel geboren. Nach der Schule ließ er sich zum Schlosser in der Industrie ausbilden. Nebenher war er aktiver Sportler im Handball und in der Leichtathletik im TuS Thomasberg und im Sportverein Stieldorferhohn.
Dieser Lebensweg des bis dahin kerngesunden 19jährigen fand 1971 ein jähes Ende. Der junge Mann erkrankte an einer Gehirnblutung. Ärztlich galt Heinz Wolter bereits als tot. Die Folge der Krankheit waren eine halbseitige Lähmung, Sprach-, Seh- und Gedächtnisstörungen. Durch intensives Training ist er heute wieder voll einsatzfähig, doch die Lähmung konnte nicht ganz beseitigt werden. So begann er ein autodidaktisches Studium. Dieses Studium des Lebens als Optimist ohne die Angst vor dem bewußten Leben, Erleben und Überleben führte zur Umschulung zum Maschinenbautechniker. Trotz Bedenken aller verantwortlichen Institutionen führte das Studium zum Erfolg. 1974 heiratete er ein Oberpleiser Mädchen, war dann allerdings zwei Jahre arbeitslos bis er 1976 Konstrukteur in der Brandschutztechnik, im Stahl- und Metallbau wurde. Seit elf Jahren ist er Sachbearbeiter bei Landesbehörden sowie Fachbauleiter in der Gebäudetechnik landeseigener Bauten im Staatshochbauamt. In seiner Freizeit beschäftigt er sich zudem mit der Malerei von Karikaturen, Humorzeichnungen und Gemälden mit geometrischen Darstellungen. So schuf er u. a. Naturbilder und religiöse Bildmotive. Pro Jahr werden etwa drei Bilder fertig. Mit seinen Werken will Wolter die Betrachter auch anregen, bewußter zu leben und ein kreatives Hobby zu entwickeln. Wolter: 'Konzentration auf sich selber kann nur zu solchen Bildern führen.' Und schließlich möchte er anderen aus seinen persönlichen Erfahrungen heraus Mut machen, optimistisch ans Leben heranzugehen."
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