Aufnahme: 1991

Rheinisches Brauchtum im April

"'Meine lieben golfgeschädigten Fastelovendsfreunde.' So begrüßte Präsident Franz Unterstell am Vortag des Maifeiertages die Freunde des rheinischen Karnevals im Strücher Festsaal. Im vereinseigenen Saal lud die Strücher Karnevalsgesellschaft zu einem Rheinischen Abend ein und holte damit die ausgefallene Karnevalssitzung nach.

Doch das Wort Karneval oder Fastelovend fiel dann an diesem Abend nicht mehr. Franz Unterstell redete im Verlaufe der vierstündigen Sitzung die Besucher nur noch mit 'Liebe Brauchtumsfreunde' an. Außerdem erklang nicht ein einziges Mal der rheinische Schlachtruf 'Alaaf'. Dies hatte der Bund Deutscher Karneval nicht gestattet. Zudem erschien der Elferrat nicht in Uniformen, sondern in schwarzer Hose und weißem Hemd und auf der Brust den Orden der vergangenen ausgefallenen Session.

Noch einmal gab Franz Unterstell die Schuld des ausgefallenen Karnevals den Medien. Sie alleine hätten den Karneval vermiest. Trotzdem wurde aber die erschienene Presse herzlichst begrüßt. Der besondere Gruß des Willkommens galt dem amtierenden Prinzenpaar Reinhold und Christel sowie der Altstadtprinzessin Uschi. Alle für die Session verpflichteten Kräfte verzichteten damals auf die Gage und kamen nun zur Freude der Strücher Brauchtumsfreunde.

Die Sitzung wurde eröffnet mit mehreren Tänzchen des Kindertanzcorps der Strücher Karnevalsgesellschaft in spanischen Kostümen. Die Einstudierung hatten Edeltraud Palmersheim und Hildegard Bellinghausen vorgenommen. Mit seinen treffenden Pointen hatte der Dorfschutzmann Franz Kleefisch die Lacher auf seiner Seite. In Anbetracht des Weinzwanges im Saale meinten 'De Röggelche': 'Ich mööch e Kölsch hann'. Köstlich auch die Witze der 'Zwei Versprengte' Rolf Hambeuel und Alexander Manroth.

Auf den Brettern, die für die Humoristen die Welt bedeuten, glänzten mit ihren Beiträgen Hans Becker als 'Aushilfskellner', Anni Weiler als 'Urlauberin', Peter Brust und Emil Lohmer als 'Die Zwei mit dem Dreh', Karl-Heinz Koken als 'Drickes', Wolfgang Dahm als 'Ne jecke Jong' und Manfred Lohmer mit Helmut Eschweiler als 'Vorgebirgs-Duo'. Herrliche Tänze legten die verschiedenen Thomasberger Tanzcorps aufs Parkett, so die Folkloregruppe mit Erika Fibich und Adriane Klein, das Jugendtanzcorps mit Ingrid Klein und Änni Neuhöfer sowie das Damentanzcorps, einstudiert von Angelika Palombit-Kufeld und Manuela Thomas.

Den musikalischen Schlußpunkt setzten die 'Swinging Altstadt' und ab Mitternacht spielten die 'Melodias' zum Tanz in den Mai auf.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 19 vom 8. Mai 1991
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter
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Aus Siebengebirgs-Zeitung Brauchtum Vereine Thomasberg
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