Aufnahme: 1991

Bilderausstellung in der Raiffeisenbank

"'Die Welt der Farben'. Unter diesem Motto stellte Annett A. Meißner ihre neuen Arbeiten in den Kassenräumen der Raiffeisenbank Oberpleis aus.  Kunstinteressierte und -freunde waren zu der Eröffnung am 13. Dezember eingeladen. Bankdirektor Ulrich Kunze war in seinem Einführungsreferat stolz, eine Künstlerin vorzustellen, die im Norden wie im Süden unseres Landes tätig war und nach Möglichkeit jetzt im Siebengebirge bleiben möchte. Besonders freute es ihn, eine junge Künstlerin vorzustellen, deren Bilder schon jetzt Anerkennung finden. Zur musikalischen Untermalung der Vernissage spielte Georg Mertens ein Stück von Reiner Bredenmeyer: 'Solo für sieben Flöten'.

Insgesamt 36, zum Teil sehr farbenprächtige, andere wiederum sehr zart wirkende Aquarelle, Pastellkreidebilder und Tuschezeichnungen sind in der Ausstellung zu bewundern. Vielseitige Motive und Bilder mit Namen wie: Tulpen, Stille am Fluß, Die Weite, Die Mauer, Hoffnung, Siebengebirge, Der Hohlweg, Birnen, Sommer, um nur wenige zu nennen, vermitteln dem Besucher die Vielseitigkeit der Künstlerin.

Annett A. Meißner wendet bei ihren Aquarellen überwiegend die Naß-in-Naß-Technik an, da sie so die Farbeffekte von hingehaucht zart bis kräftig erreichen kann. Am liebsten arbeitet sie jedoch mit Pastellkreide, da sie bei dieser Maltechnik noch mehr die Möglichkeit hat, das Farbenspektrum von ganz zart bis voll power einzusetzen. Die Künstlerin sucht die Motive nicht, sie strömen auf sie ein, die Natur übt eine Anziehungskraft auf sie aus. Wasser bedeutet für sie Hoffnung und Lebenskraft, dadurch, daß es fließt und an sein Ziel gelangt.

Annett A. Meißner stellte ihre Bilder schon während ihrer Schulzeit am Jean-Paul-Gymnasium in Hof/Saale aus. Damals bevorzugte sie Wasserfarben und Röthelzeichnungen. 1971 bis 1975 nahm sie ein Privatstudium bei Ekkehard Scherdel in Hof/Saale auf. Sie befaßte sich überwiegend mit der Aquarelltechnik, es entstanden aber auch schon die ersten Arbeiten in Pastellkreide und Öl sowie in Ton. 1975 bis 1983 studierte sie Germanistik und Romanistik in Erlangen und München. Von 1983 bis 1985 waren Werke von ihr in Hamburger Galerien zu betrachten. Seit 1988 sind ihre Ausstellungen in Königswinter, Linz, Bad Honnef, Thomasberg und Bonn zu sehen.

Die Bandbreite der Werke von Annett A. Meißner, die nun in Thomasberg lebt, reicht von subtilen Darstellungen von Gefühlen über realistische Naturbeobachtungen bis zu expressionistisch interpretierten Eindrücken und Visionen. Zarte Ausdruckskraft findet sich in ihren Bildern ebenso wie geballte Eigenwilligkeit."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 51 vom 19. Dezember 1991
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter
Räume & Galerien
Aus Siebengebirgs-Zeitung Kulturelles
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