Aufnahme: 1990

Mauerreste der Burg Rosenau werden restauriert

"Die zerfallenen Überreste der ehemaligen Burg Rosenau sollen soweit wieder hergestellt und restauriert werden, daß für Besucher und Touristen erkennbar ist, daß dort vor vielen hunderten von Jahren einmal eine Burg gestanden hat. Die geschädigte Mauer rheinseitig wird in den Monaten August und September dieses Jahres konserviert und gesichert. Die Ostseite wird im gleichen Zeitraum des Jahres 1991 in Angriff genommen.

Die alten Steine werden soweit wie möglich für die Sanierungsarbeiten wieder verwendet. Für den Weiterbau erwarb der Bauherr Trachyt-Steine aus Selters.

Dipl.-Ing. Heinrich Blumenthal, der sich für die Sanierungsarbeiten engagiert hat, hofft, die Reste des Turmes freizulegen. Das Gelände der ehemaligen Burg sowie das Erholungsheim für Seniorenbergarbeiter und das Waldgelände gehören der Industrie-Gewerkschaft Bergbau und Energie in Bochum. Als deren Beauftragter führten Jörg Schwenzfeier und Heinrich Blumenthal die Presse vor Ort und erläuterten die Arbeiten und die Geschichte der ehemaligen Burg.

Heinrich Blumenthal leitet die Baustelle mit Zustimmung der Oberfinanzdirektion in Köln. Als Vorstandsmitglied des Heimatvereins Siebengebirge, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege, Mitglied der Deutschen Burgenvereinigung und des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz fühlt sich Heinrich Blumenthal verpflichtet, ein Kleinod des Siebengebirges, wie es die Burg Rosenau war, wenigstens in ihren Resten zu konservieren. Drei Firmen hatten sich um die Ausführung der Arbeiten beworben. Den Zuschlag erhielt die Königswinterer Firma b+s-Bau (Manfred Stützer).

Die IG Bergbau u. Energie stellt als Eigentümer trotz ihrer finanziellen knappen Kasse 100000 Mark zur Verfügung. Dies aus den Beiträgen der Bergleute. Damit können die Bergleute erkennen, was mit einem Teil ihrer Beiträge geschieht. Das Land NRW bezuschußt die Maßnahme mit 55300 Mark aus Denkmalpflegemitteln. 5000 Mark gewährt die Stadt Königswinter als Zuschuß. Befürwortet und gefördert wird das Unternehmen von weiteren Personen, Vereinigungen und Behörden.

Wer von der malerischen Chorruine des Klosters Heisterbach zum Ölberg wandert, gelangt nach steilem Anstieg durch herrlichen Buchenwald zu einer kleinen Bergkuppe rechts des Weges. Eine neuzeitliche Treppe führt hoch zu einem Plateau, das nur 30 Schritte lang und 15 Schritte breit ist. Beim Umgehen des Plateaus auf dem tieferliegenden Rundweg sieht man durch das Gestrüpp die Mauerwerksreste der Burg Rosenau.

Ein Lageplan legt die Vermutung nahe, daß die Burg einst einen Zwinger mit flankierenden Ecktürmen an der Südseite besaß. Die Burg war lange Zeit vergessen, niemand wußte mehr, so Blumenthal, daß dort das Geschlecht derer von Rosenau gewohnt hatte. Die Mauerreste wurden erst zu Anfang unseres Jahrhunderts von Anselm Bachem aus Königswinter freigelegt.

Wahrscheinlich wurde die Burg Rosenau 1249 auf Geheiß des Klosters Heisterbach zerstört. Eine Aufmaßskizze aus dem Jahre 1903 scheint ein bergfriedartiges Gemäuer im Norden der Bergkuppe auszuweisen. An der Südseite der Burg sind zwei Ausbuchtungen im Gelände zu erkennen. Die südöstliche Ausbuchtung ist wohl hangwärts abgerutscht. Eine künstlich geschaffene Höhle führt in den Berg in Richtung Plateau hinein, wo einst die Kernburg stand. Ein Pächter des ehemaligen Hotels auf der Rosenau soll um die Jahrhundertwende Sprengungen vorgenommen haben, um einem vermuteten Schatz auf die Spur zu kommen. Vielleicht hat er dabei wichtige Bausubstanz unwiederbringlich zerstört. Angesichts des verhältnismäßig geringen Aufwandes wird nun der Versuch gewagt, den Grundriß der Burg Rosenau wieder erkennbar zu machen, bevor der Bewuchs die letzten Mauerreste zerstören würde. Die Kulturlandschaft Siebengebirge wird damit um eine Sehenswürdigkeit reicher, meinte Heinrich Blumenthal."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 33 vom 16. August 1990 (Text)
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ) / Verein Gutenberghaus Bad Honnef (Fotos)
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Aus Siebengebirgs-Zeitung Ausflugsziele
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