Aufnahme: 1990
Carl Gosling und andere Künstler stellten ihre Heimat dar
"Ihre Heimat sahen elf der 30 Mitglieder der Künstlergemeinschaft Königswinter auf ganz verschiedene Art und Weise. Kürzlich hatte man die Idee, die Heimat einmal künstlerisch darzustellen. Die Künstler waren alle mit dem Thema einverstanden und so findet nun im Siebengebirgsmuseum eine Ausstellung unter dem Motto '5330 Königswinter' statt.
Die Eröffnungsrede hielt Vizebürgermeisterin Dr. Renate Heck. Sie betonte, daß sie etwas zurückhaltend gewesen sei, als man ihr das Konzept vorlegte. Unter der einfachen Bezeichnung '5330 Königswinter' würde man sich nicht gerade Freundliches vorstellen. Doch wenn man sich die Bilder betrachte, würde man gleich eines anderen belehrt. Vorsitzende Gisela Goerdeler betonte, daß zwei weitere Ausstellungen ähnlicher Art noch in diesem Jahr folgen werden. Die Bilder in der jetzigen Ausstellung beziehen sich auch auf die Partnerschaften mit Cleethorpes und Cognac.
Luise Stern betitelte ihr Bild mit dem Petersberg 'Königswinter, das Tor zur Welt'. Aber auch ein 'Kampfbild' bereichert die Ausstellung. Dazu die Künstlerin Stern: 'Es gibt in Königswinter doch auch Kämpfe.' Ein weiteres Bild von ihr zeigt die Silhouette des Siebengebirges mit darin eingezeichneten verschlossenen Türen. Da soll der Traum deuten, was sich wohl dahinter verbirgt.
Die Unterschrift unter G. Schweders Bild lautet '5330 - auch ohne Kaiser Wilhelm'. Sigrid Wenzel stellt ein Bronze-Relief mit den Sieben Bergen aus. Gisela Goerdelers Kunstwerk stellt 'Drachenblut' dar sowie 'Frühling am Fluß'. Inge Brandt zeigt einen Ritt zum Drachenfels und hält in einem anderen Bild die Longenburg fest, wie sie früher einmal war, ganz in rot als Symbolik für Zerstörung und Verfall. Carl Gosling zeigte einen roten und einen schwarzen Drachen ineinander verkeilt, darstellend die SPD und die CDU nach dem 1. Oktober 1989 im Stadtrat.
Drei Bilder von Isabella Hannig zeigen den 'Rhein in Flammen', eine 'Konferenz fünf hoher Tiere' vor der Drachenburg, nämlich des Salamanders für Cognac, der Eule für Cleethorpes, des Esels, des Drachen und dazu Bürgermeister Günter Hank sowie 'Drachen im Herbst'. In dem Bild 'Rhein in Flammen' will die Künstlerin Königswinter und den Drachenfels bei Nacht zeigen vor den Schiffen voller Touristen. Auf dem Rhein das Schauspiel 'Rhein in Flammen'. Zum anderen demonstriert das Gemälde das Märchenhafte, das nur in der Fantasie lebt: Feuerwerk und bengalische Lichter formen sich zu einem riesigen feuerspeienden Drachen, der sich bedrohlich von den Hängen des Drachenfels windet.
'Drachenfels mit staunender Menschenmenge', nennt Helene Ramershoven ihre schlichte, glatte Arbeit aus Terracotta, in der die Touristen von kleinen, bunten Halmafiguren symbolisiert werden. Keck auf einem Terracotta-Felsen steht ein kleines, blaues Eselchen. Magdalena Mollweide schneidet das Thema der Schnellbahn an. Ihre naive Darstellung des Siebengebirges in einem Textilbild soll deutlich machen, daß es in unserer Heimat noch einige wenige unberührte Naturparadiese gibt, denen nun Zerstörung drohe. Die Ausstellung ist noch bis zum 8. April zu besichtigen."
Etwas zu ergänzen?
Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.