Aufnahme: 1920

Der Bellinghauser Hof

Der Stammhof der Familie Bellinghausen, der Bellinghauserhof, wird erstmals im Jahre 1218 unter den Besitzungen der Propstei Oberpleis erwähnt. Von der Propstei wurde der Hof als Lehen weiter vergeben. Von den Lehnsnehmern wird erstmals im Jahre 1432 berichtet.

Am 1.Mai 1432 wurde der Bellinghauserhof von einem Ritter von Rummelsberg an Abt und Konvent zu Heisterbach übertragen. Die Familie Bellinghausen war damals schon Lehnsnehmer/Pächter/Erbpächter auf dem Bellinghauserhof.

Bis zur Säkularisation im Jahre 1803 blieb der von der Familie Bellinghausen geführte Bellinghauserhof im Besitz des Klosters Heisterbach. Dann übernahm der preußische Staat den Hof als Eigentümer.

Am 11.Mai 1830 wurde der Hof von der preußischen Regierung zum Verkauf angeboten und an den Pächter Johann Bellinghausen und seinen ältesten Sohn Wilhelm verkauft.

Sohn Wilhelm blieb auf dem Bellinghauserhof und für die Söhne Heinrich (Henrich) und Peter (Petter) wurden in der Nähe 2 neue Höfe gebaut, der „Henrichs“ Hof und der „Pettesch“ Hof.

Die photographische Idylle mit den "glücklichen Schweinen" und dem den Hof bevölkernden Federvieh trügt: Die Selbstversorgung hatte früher - unabhängig von der Größe des landwirtschaftlichen Betriebs - obersten Stellenwert und bestimmte das harte Alltagsleben. Wie hier zu sehen ist, wurde an der Hofpumpe, die "Zinkbött" in Griffnähe an der Wand aufgehängt, von Hand gewaschen, obwohl sicherlich schon ein Wasserleitungsanschluss vorhanden war.

Der Jahrhunderte alte Bellinghauserhof fiel dem ICE-Bau zum Opfer, ebenso wie der Hof Hermes in Ruttscheid-Keth.

Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller Willi Schmidt: "Die Strüch", ab S. 14
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