Aufnahme: 1900
Der Bellinghauserhof
Wie andere Herrengüter seit dem 13. Jahrhundert wurde auch der Bellinghauserhof von Halfen als Pächtern bewirtschaftet, die einen Teil des Ertrags - ursprünglich die Hälfte - an den Gutsherrn als Pacht abführten. Urkundlich lässt sich die Folge der Halfen des Bellinghauserhofs weit zurückverfolgen.
Die Halfen vom Bellinghauserhof:
1642 — 1662
Michael, genannt Halfmann zu Bellinghausen
1662 — 1683
Johann, genannt Halfmann und Schöffe
1670 — 1691
Christian, Halfmann zu Bellinghausen,
genannt Schultheiß
(Die Tochter Christina heiratete um 1674 Johann Heinrich Koch,
Schöffe und Richter in Oberdollendorf.)
Johann Peter Villicus, Halfmann,
1721 im Taufbuch von Oberdollendorf als Pate genannt, + 1727.
Seine Tochter Ida heiratete 1704 Johann Friedrich Hoitz,
Halfmann auf dem Fronhof zu Heisterbacherrott.
Dederich, Halfmann zu Bellinghausen,
* um 1677, + um 1729 Bellinghauserhof,
heiratete 1703 Elisabeth Conzen, die Enkelin vom Fronhof Heisterbacherrott,
* 1679 + 1746 in Aegidienberg.
Johann Peter, Halfmann zu Bellinghausen,
* um 1705, + 1767 Bellinghauserhof,
heiratete 1730 Anna Maria Nettekoven von Widdig,
+ 1768 Bellinghauserhof.
Johann Engelbert, Halfmann zu Bellinghausen,
* 1731, + 1790 Bellinghauserhof,
heiratete 1765 Anneinarie Lymbach, Bellinghauserhohn,
*1744, +1795 Bellinghauserhof.
Johann Halfmann,
* 1771, + 1834 Bellinghauserhof,
erwarb durch Erbpachtvertrag den Bellinghauserhof als Eigentum,
heiratete 1795 Anna Sybille Reuter vorn Sonnenbergerhof,
* 1774, + 1831 Bellinghauserhof.
Wilhelm, Gutsherr auf dem Bellinghauserhof,
* 1796, + 1870 Bellinghauserhof,
heiratete Anna Eva Frey vom Seidenbergerhof,
+ 1880 Bellinghauserhof.
Heinrich, Sohn von Johann,
heiratete 1827 Gertrud Schmitt von Bellinghausen;
Nachkommen: die „Heendrichs“ vom Bellinghauserhof.
Johann Peter, Sohn von Johann,
* 1808 auf dem Bellinghauserhof, + 1882 Bellinghauserhohn,
verheiratet in 1.Ehe mit Elisabeth Weiler vom Weilerhof, + 1843,
verheiratet in 2.Ehe mit Anna Maria Gehlen vom Steiferhof, Buisdorf.
Sie erbauten in Bellinghauserhohn einen neuen Hof.
Nachkommen sind die „Pettesch“ von Bellinghauserhohn.
Gertrud Bellinghausen,
Tochter von Johann Peter und Anna Maria Gehlen,
* 1856 zu Bellinghauserhohn, + 6.1.1939 in Weiler-Mühle,
heiratete im Mai 1885 in Oberpleis Christian Röttgen von der Weiler-Mühle.
Mehr als tausendmal Bellinghausen
R. Aus Anlass ihres 75jährigen Bestehens hat die "Westdeutsche Gesellschaft für Familienkunde" mit Sitz in Köln ein Sonderheft ihrer "Mitteilungen" herausgebracht, in dem u. a. die im Rhein-Sieg-Kreis beheimatete Familie Bellinghausen in ihren historischen Bezügen zum Bellinghauserhof bei Oberpleis umfassend dargestellt wird. Der Verfasser, Helge Göhring, hat alle Namensträger aus den Kirchenbüchern ab etwa 1700 und später den Standesämtern bis 1875 systematisch aufgezeichnet und, soweit dies möglich war, in ihre familiären Zusammenhänge eingeordnet.
In 1018 von 1175 Fällen ist dies gelungen. Allein bei 502 Nachkommen ist die Abstammung vom Bellinghauserhof bei Oberpleis nachweisbar, während sie bei den übrigen nur als höchstwahrscheinlich vermutet werden kann. Die Familie verbreitete sich vor allem in den Bereichen der heutigen Stadtgebiete von Königswinter, Hennef, Sankt Augustin und im rechtsrheinischen Bonn. Die Hoffamilie ist 13 Generationen weit bis etwa 1642 zurückzuverfolgen. Die frühesten Angaben sind der Arbeit von Wilhelm Schumacher in Siegburg zu verdanken, der anhand der Akten des Klosters Siegburg und des Stiftes St. Cassius zu Bonn die Bellinghausen der ersten und zweiten Generation herausgefunden hat.
Während die Familienangehörigen bis 1875 durch Archivarbeit im Großen und Ganzen wohl lückenlos erfaßt werden konnten, sind die bis zur heutigen Zeit führenden Angaben abhängig von der Auskunftsbereitschaft der Betroffenen. Dazu haben zwei Familienchronisten, Peter Bellinghausen in Detmold und Wilhelm Bellinghausen in Komp, umfangreiche Angaben beigetragen. Nach der Lektüre dieser Arbeit, die im nächsten Heft der "Mitteilungen" fortgesetzt wird, müßte es eigentlich jedem Bellinghausen möglich sein, wenigstens über die Groß- oder Urgroßeltern auf seine eigene Vorfahrenreihe zu stoßen. Dies gilt auch für jene, die eine Bellinghausen-Mutter unter ihren Vorfahren haben.
Die Bellinghausen sind eine Halfenfamilie, die als Erbpächter, auch Villici genannt, zuerst auf dem der Abtei Heisterbach gehörenden Bellinghauserhof nachzuweisen sind. Wir finden sie dann auch auf ähnlichen Besitzungen im Umkreis, wie Sonnenbergerhof bei Stieldorf, Burg Niederpleis, Combahn bei Beuel, Felderhauserhof bei Söven und Theißhohn bei Hennef, wo' Heinricus Bellinghausen seine heimatgeschichtlich so interessanten und wie einen Roman zu lesenden Aufzeichnungen aus der .Franzosenzeit" und der Napoleonischen Kriege angefertigt hat: "Und ich, Heinricus B., will meinen Nachkömmern dieses hinterlaßen ... " So ist diese familiengeschichtliche Darstellung eine Fundgrube besonderer Art.
"Mitteilungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde", Heft 5-6/1988, Verlag Degener & Co., 8530 Neustadt (Aisch), Postfach 1340. Preis dieses Doppelheftes DM 25, normales Einzelheft (für die Fortsetzung) DM 12.
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