Thomasberger Kirchenchor in Prag

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Aufnahme: 2004

Thomasberger Kirchenchor in Prag

"Der Kirchenchor St. Joseph, Thomasberg, begeht mit einer Reihe von festlichen Aktionen in diesem Jahr sein 40jähriges Jubiläum. Dazu zählt das große Petersbergkonzert zusammen mit Sinfonia Königswinter e. V. am 12. Dezember 2004.

Ein besonderes Ereignis stellte die Chorfahrt nach Prag vom 1. bis 5. September dar. Am Anreisetag ergab sich die Gelegenheit zum Besuch der für ihr Bier bekannten Pilsener Urquell-Brauerei. Den tief gelegenen Gewölben zur Bierlagerung geht der Ruf voraus, hier herrsche eine besonders ausgesprägte Akustik. Der Chor ging der Sache auf den Grund und erfreute zahlreiche Besucher mit einigen Kostproben seines Könnens.

Der eigentliche Pragbesuch bestand aus einem dichtgedrängten Programm. Der erste Besuch galt dem Kloster Strahow, 1140 von Prämonstratensermönchen gegründet. Seit 1627 ruhen die Gebeine des heiligen Norberts in dem Kloster, dessen erste Mönche aus Steinfeld in der Eifel kamen. Norbert wurde 1134 im Magdeburger Dom als Erzbischof dieser Stadt beigesetzt. Wenige Jahre vor der Zerstörung Magdeburgs im Dreißigjährigen Krieg wurden seine sterblichen Überreste einem Triumphzug gleich nach Strahow überfuhrt. Seit der Gegenreformation zählt Norbert zu den Landespatronen Böhmens. Berühmtheit erlangte das Kloster nicht zuletzt wegen seiner prächtigen Bibliothek, die sowohl von den böhmischen Herrschern als auch von den Mönchen zusammengetragen wurde. Unter dem Habsburger Joseph II. (1780-1790) erhielt die Bibliothek einen besonderen kaiserlichen Schutz.

Der weitere Weg führte auf den Prager Burgberg Hradschin. Über die Höfe der Prager Burg, die ihr heutiges Aussehen im wesentlichen unter der Herrschaft Maria-Theresias (1740-80) erhielt, ging es in den Veitsdom. Der Eindruck dieser gewaltigen gotischen Kathedrale, deren jetzige Form auf Kaiser Karl IV. (1346-1378) zurückführt, war überwältigend. Den Sängern wird sicher unvergeßlich bleiben, daß ihre Darbietung 'Sancta Maria' (J. Schweitzer/J. Christ) die hohen Gewölbe des Doms erfüllte.

Der Tag klang mit einer stimmungsvollen Fahrt auf einem Moldaudampfer und einem gemeinsamen Abendessen aus.

Am zweiten Tag besuchte der Chor die Prager Altstadt. Beginnend mit einem Gang über Karlsbrücke durfte man 31 Heilige bestaunen, deren Statuen die Brücke säumen.

Seinen Abschluß fand der Gang durch die Prager Altstadt mit einem Besuch des alten Jüdischen Friedhofs. Bis 1787 wurde er für Begräbnisse genutzt.

Der ereignisreiche Tag fand seinen Ausklang bei guten Gesprächen und einem zünftigen Prager Abendessen.

Der dritte Pragtag führte zu zwei herrlich gelegenen Burgen. Burg Sternberg wurde um 1240 erbaut. Erwähnenswert ist, daß die Burg 1992 an die Familie Sternberg restituiert wurde. Man kann wertvolles Mobiliar, Bilder, Fresken und vor allem eine interessante Bibliothek mit Graphikbeständen aus dem Dreißigjährigen Krieg besichtigen.

Am späten Nachmittag war der Chor Gast in der Prager Ignatiuskirche. Nicht nur wegen der herrlichen Akustik dieses Gotteshauses war es eine Freude für den Chor, die tschechische Meßfeier musikalisch mit Schuberts 'Deutscher Messe', Schweitzers/Christs 'Santa Maria' und mit dem Liede 'Geh aus, mein Herz' im Satz des Chorleiters Edgar Zens mitgestalten zu dürfen.

Nach einem Tag voll reicher Eindrücke fand der Chor zu einem gemütlichen Prager Abendessen mit zünftiger musikalischer Untermalung zusammen.

Am 5. September kehrte der Chor über Karlsbad und Eger, zwei der schönsten Städte des bis 1945 deutsch besiedelten Egerlandes, nach Thomasberg zurück. Viele neue Erfahrungen und reiche Eindrücke brachte diese Jubiläumsfahrt. Drei Mitreisende fühlten sich in der Chorgemeinschaft so wohl, daß sie sich spontan bereit erklärten, hinfort als neue Sänger den Chor zu verstärken."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 38 vom 16. September 2004
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter
Räume & Galerien
Aus Siebengebirgs-Zeitung Katholische Kirche Thomasberg
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