Aufnahme: 2023
Heisterbacherrott, ein Ort im Grünen
850 Jahre Heisterbacherrott.
In einer Urkunde vom 19.02.1143 werden dem Klausner Walther auf dem Stromberg verschiedene Eigentumsrechte von Papst Cölistin II bestätigt, so auch ein Hof am oder auf dem Stenzelberg.
Erzbischof Philipp von Heinsberg stellte 1173 dem Kloster Schwarzrheindorf eine Schutzurkunde aus, in der ein Hof zu Roda erwähnt ist. In beiden Fällen kann es sich nur um den ehemaligen Fronhof handeln - dem heutigen Haus Schlesien-, der damit als Ursprung des Ortes anzusehen ist.
Durch diese Schutzurkunde ist Heisterbacherrott in Verbindung mit dem Begriff „Roda“ 1173 zu ersten Mal urkundlich erwähnt und könnte damit jetzt im Jahre 2023, sein 850-jähriges Bestehen feiern.
Bestimmt lebten vor 1173 auch schon Menschen hier, deren Existenz der Ackerbau und Landwirtschaft war. Später kam durch den Bau von Kirchen und Klöster, wie z. B. Heisterbach der Steinabbau hinzu.
Besser gestellten Familien schickten ihre Söhne nach Kloster Heisterbach, wo sie nur das Nötigste im Lesen und Schreiben beigebracht bekamen. Nach Auflösung des Klosters machte der talentierte Klosterschüler Lambert Klein das Lehren zu seinem Beruf und unterrichtete anfangs an Winterabenden nur in Häusern einzelne Schüler in Schreiben, Rechnen und Lesen. Die Bezahlung hierfür war, dass er bei den Eltern, deren Kinder er unterrichtete, an den Mittagen rund ging und sich das Essen holte. Zusätzlich erhielt er monatlich ein paar Stüber.
Als der Zulauf der lernwilligen zunahm, mietete der Magister, wie man ihn nannte, zum Unterrichten einen Raum an. Er ließ sich jetzt monatlich drei Stüber zahlen. In den Wintermonaten musste jeder Schüler ein Scheid Holz mitbringen.
Erst mit den Steinbrüchen und den aufkommenden industriellen Betrieben im Rheintal gab es zwar bessere Verdienstmöglichkeiten, aber nach wie vor lebten hier die Menschen in ärmlichen Verhältnissen. Die Ernährung erfolgte durch selbstangebaute Landwirtschaftete Produkte, entsprechende Tierhaltungen verbunden mit deren Schlachtungen. Der überwiegende Teil der Männer arbeitete in den umliegenden Steinbrüchen bis zu deren Stilllegung. Nur ein kleiner Teil war in industriellen Betrieben im Rheintal beschäftigt. Die wenigsten zog es nach der Schule in die Fremde, um dort Arbeit zu finden.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg und Entstehung der Bonner Republik und den damit verbundenen wirtschaftlichen Aufschwung änderte sich in dem schlichten Bauern- und Steinbrecherort vieles zum Positiven. Heisterbacherrott gehörte mit zu den Schnellzuwachsgemeinden wodurch es Zuschüsse gab. Vieles wurde verbessert, nur um einige Beispiel zu nennen: Die Kanalisation wurde teilweise erneuert, unbefestigte Dorfstraßen wurden mit einer Teerdecke überzogen, es gab eine bessere Straßenbeleuchtung und ein neues Schulgebäude entstand. In den nachfolgenden Jahren wurde Ackerland zu Bauland und in der Bevölkerung entstand ein gewisser Wohlstand. Von der Gemeinde wurden nach und nach die Bereiche am -Eichholz- -Stenzelberg,- sowie am - oberen - mittleren- und unteren Lauterbach zur Bebauung frei gegeben. Aber nur für soziale Einrichtungen konnte der Bereich zwischen -Friedhof – Dollendorfer- - Stenzelberger- und Oelbergstraße von der Stadt Köln verbilligt erworben werden.
1969 kam die kommunale Neuordnung und die selbstständige Gemeinde wurde ein Teil der Stadt Königswinter. Unter ihrer Führung entstand das Regenrückhaltebecken mit dem Umfeld als Bauland, ein neuer Straßenkanal in der Oelbergstraße und das bebaute Gebiet unterhalb des Weilberges.
Auch die Anfang der 1970- Jahre durchgeführte Friedhofserweiterung und die derzeitigen ca. 1.950 Einwohner können nicht verhindern, dass es hier im Ort im Jahr 2023 keine Einkaufsmöglichkeiten mehr für Lebensmittel gibt, ebenso keine Poststelle – und Geldinstitut, und nur noch ein selbstständiger Handwerksbetrieb.
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