Aufnahme: 1979
Goldhochzeit der Familie Hahne
Seit 13 Jahren wohnen Dr. Erwin Hahne und Frau Elisabeth, geborene Overmann, in der Thomasberger Siebengebirgsstraße 36. Aus Fürstenberg an der Oder kam das Paar, das am Donnerstag, 4. Januar, goldene Hochzeit feiern konnte, über Frankfurt am Main ins Siebengebirge.
Der Goldhochzeiter erblickte am 23. August 1895 bei Spandau das Licht der Welt. Direkt nach dem erfolgreich bestandenen Abitur mußte er, genau wie alle seine Klassenkameraden, den Waffenrock anziehen. Sieben Jahre war er Soldat, allein drei Jahre verbrachte er im Lazarett. Bei Verdun zog er sich schwere Verwundungen zu. Allein achtmal wurde sein Körper von Geschossen aus Maschinenpistolen getroffen.
1921 nahm der bereits 26-jährige Erwin Hahne das Jurastudium auf. Studienorte waren Berlin und Greifswald. Am Landgericht in Potsdam verbrachte er seine Referendarzeit. Als Richter fungierte er in Berlin und Fürstenberg/Oder. Kurz nach dem Ende des zweiten Weltkrieges ließ er sich aufgrund seiner starken Verwundungen aus dem ersten Weltkrieg pensionieren. Er war zuletzt Amtsgerichtsrat.
Die Wiege der Goldhochzeiterin stand am 22. November 1898 in Spandau. In jungen Jahren nahm sie das Studium der Musik und der Musikwissenschaften in Berlin auf. Über 10 Jahre wirkte sie als Lektorin an der Berliner Humboldt-Universität.
Nach dem Ende des zweiten Weltbrandes nahm sie ihre Musiktätigkeit, die sie nach der Eheschließung unterbrach, wieder auf. Russische Bürger und Bürgerinnen wurden von ihr im Klavierspielen und im Gesang unterrichtet. Ferner unterrichtete sie an Schulen in Musik. In einem Kirchenchor war sie als Altistin sehr aktiv. Heute ist die Musik ihr Hobby. Noch oft spielt sie Klavier, Beethoven ist ihr Lieblingskomponist.
Der Ehe entstammt ein Sohn und eine Tochter, die bereits seit vielen Jahren in Frankfurt und in Ramersdorf leben.
Zur Goldhochzeit werden auch zwei Enkelkinder den Großeltern ihre Glückwünsche aussprechen.
Schon als Schulkinder kannten sich Erwin und Elisabeth. Die beiden Eltern waren miteinander befreundet.
Erwin Hahne ist Mitglied des Verbandes der Kriegs- und Wehrdienstopfer.
Nach einem Empfang von 10 bis 13 Uhr in der Wohnung des Jubelpaares wurde in der Gaststätte Raths gefeiert. Dort übermittelten die Ortsvereine ihre Glückwünsche. Zu den Gratulanten gehörten auch der Bürgerfestausschuß, die Stadt Königswinter und der VdK."
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