Aufnahme: 1910

Rosenau mit Oelberg und Lohrberg

Text zu Bild „Rosenau“ aus:
Königswinter und das Siebengebirge
Neuester Führer
Verfasst von A. Klein
Verlag vom Verkehrsverein Königswinter

Auskunftsstellen:
Marktstrasse 6               Bahnhofstrasse 34

(Erschienen im Frühjahr 1910) S. 40f.:

Die Rosenau (323 m).
Wege. Als F a h r s t r a ß e n  kommen in Betracht die zwei schon für den Petersweg genannten; siehe S. 39.  Fahrstraße über Dollendorf, Heisterbach, sog. Verschönerungsstraße, an der Abzweigung zum Petersberg vorbei bis zu einem Kreuz vor km 1,3 von wo ein neu angelegter Fahrweg zur großen Rosenau hinaufführt.
2. Die z w e i t e  F a h r s t r a ß e  hat denselben Anhang wie der Drachenfelser Fahrweg … also obere Bahnhofstraße, Ittenbacher Straße, am Wintermühlenhof vorbei, hinter dem oberen Weiher oberhalb km 1,7 links Fahrstraße bis zur sog. Verschönerungsstraße; dann weiter wie vorher. Auch führt ein Pfad schon früher zur Rosenau ab. Es sind übrigens häufig Wegweiser mit Angabe der Entfernung zur Rosenau angebracht.

G e s c h i c h t e. Auf der großen Rosenau, einem Trachytfelsen, stand einst die Burg der Herren von Rosenau (Rosowe). Noch sieht man davon Reste am südöstlichen Teil der Kuppe. Der Name des Geschlechts kommt auch sonst, in Berg, bei Remagen, in Koburg und in Mainz vor, ohne daß wir bei allen verwandtschaftliche Beziehungen annehmen können. 1243 verkaufte Agnes von Rosenau den Berg samt der Burg an das Kloster Heisterbach mit der Kaufbestimmung, daß die Burg abgebrochen werden sollte, was wahrscheinlich bald geschah. Die S a g e  aber läßt die Burg langsam verfallen. Rose, die Tochter des letzten Ritters der Rosenau, sei am Abend vor ihrer Vermählung mit dem Ritter von Eltz verschwunden. Nach langem Suchen habe sie dieser in einem unterirdischen Verließ in der Nähe von Heisterbach gefunden. Im Unmut über die ausgestandene Qual hätten dann Rose und der Ritter von Eltz - der von der Rosenau war aus Gram gestorben - die Burg Rosenau dem Verfall überlassen und wären auf ihre anderen Besitzungen gezogen.
Daß die Geschichte recht hat und die Burg wirklich und zwar gründlich, abgebrochen ist, beweist die Tatsache, daß bei den Ausgrabungen, welche neuerdings vorgenommen wurden, zwar Fundamente der Gebäude gefunden worden sind, aber fast nichts von deren Oberbau und sehr wenig von der Einrichtung,
Jetzt erhebt sich auf der geebneten Kuppe ein stattlicher, sehr massiv ausgeführter Hotelbau. Gute Verpflegung, der schöne Saal, die Logierzimmer, vor allem die große Terrasse an der Westseite, laden den Wanderer zum Besuche ein. Auch ist dieser Berg mit dem Gasthaus der Lage wegen sehr zu längerem Aufenthalt zu empfehlen.
Von der Terrasse genießt man eine herrliche Aussicht. Rechts sehen wir Bonn, den Rhein und die anliegenden Ortschaften rheinabwärts: weiter links liegen vor uns Nonnenstromberg und Petersberg, sodann wieder der Rhein bei Königswinter und die gegenüberliegende Landschaft. Hirschberg, Drachenburg, Drachenfels und Wolkenburg zeigen sich hier von einer sonst kaum gesehenen Seite, und unvergleichbar schön ist der Blick auf die bewaldete Senkung zwischen Nonnenstromberg und Petersberg einerseits und Wolkenburg und Drachenfels auf der anderen Seite. Namentlich im Frühling, wenn da unten alles knospet und grünet, und dann, wenn der Herbst die Blätter in allen Farben schillern läßt und dazwischen nur das dunkle Grün der Tanne und Fichte abwechselnd hervortritt, könnte man stundenlang, ohne zu ermüden, hier hinabschauen.
Die „kleine Rosenau“ liegt von hier südwestlich dem Rheine zu.


Bild unten: Werbung aus dem Jahre 1910

Quelle
aus Reiseführer 1910
Zur Verfügung gestellt von
eingescannt: Annette Hirzel
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