Hans-Willi Gathen verabschiedet

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1988

Hans-Willi Gathen verabschiedet

"32 Jahre war Hans-Willi Gathen bei der Stadt Königswinter als Abteilungsleiter der Gartenbauabteilung beschäftigt. Er hat nach der kommunalen Neuordnung wesentlich am Aufbau der neuen Stadt Königswinter Anteil gehabt, betonte der Stadtdirektor Franz-Josef Schmitz jetzt bei der Abschiedsfeier. Gathen, der in Mönchengladbach geboren wurde und heute in Heisterbacherrott wohnt, schied nach Erreichung der flexiblen Altersgrenze aus dem Dienst der Stadt Königswinter aus.

Hans-Willi Gathen wurde unter sieben Bewerbern am 15. Oktober 1955 bei der Stadt eingestellt und zum Leiter des Garten- und Friedhofsamtes bestellt. Aufgrund einer Umorganisation im Baudezernat wurde dieses Amt am 1. April 1972 aufgelöst und die Aufgaben dem Tiefbau- und Gartenbauamt übertragen. Dort war Gathen seitdem als Abteilungsleiter der Gartenbauabteilung eingesetzt. So gehörten zu seinen zahlreichen Aufgabengebieten die Grün- und Freiflächenplanung, die Durchführung landschafts-pflegerischer Maßnahmen, die Pflege des Orts- und Landschaftsbildes, die Förderung von Blumenschmuckwettbewerben, die fachliche Mitwirkung bei Natur- und Landschaftsschutz, die Planung und Anlegung von Parks, Kinderspielplätzen, Dauerkleingärten, Sondergärten, Friedhöfen, öffentlicher Grünflächen und die Förderung der Landwirtschaft.

'Sie haben Ihren Beruf auch zu Ihrem Hobby gemacht', würdigte der Stadtdirektor die enormen Leistungen von Gathen. Unter seiner Amtszeit seien die Friedhöfe neu angelegt oder erweitert worden. Friedhofskapellen wurden ebenfalls unter seiner Leitung und seinem fachlichen Wissen gebaut. Schmitz: 'Ihr Können und Ihr Wissen haben Sie in den Dienst der Natur und des Menschen gestellt.'

Bürgermeister Hank lobte die hervorragende Fachkenntnis und die guten Führungsfähigkeiten des Scheidenden. Unter seiner Leitung seien 450000 Quadratmeter Grünfläche von der Stadt angelegt und gepflegt worden.

Personalratsvorsitzender Christian Jonas würdigte das Wirken seines Duzfreundes während der Zeit seiner Personalratsvorsitzendentätigkeit von 1970 bis 1975. So habe Gathen an 60 Personalratssitzungen teilgenommen. Gathen habe die gleitende Arbeitszeit bei der Verwaltung eingeführt. Und nun ist Gathen der 121. Beschäftigte, der seit der kommunalen Neuordnung in den Ruhestand getreten ist.

Gathen war auch mehrere Jahre Sicherheitsbeauftragter für die Bereiche der Garten- und Friedhofsarbeiter. Seit 1970 gehörte Gathen der Kommission zur Abnahme der Werkprüfung und zur Beantragung von Leistungszuschlägen an.

Hank ging auf eine Episode ein, die sich vor einigen Jahren zutrug. Da habe Gathen die Verwaltung darauf aufmerksam gemacht, daß die noch blühende Kastanie am Petrusbildstock abgeholzt werden müsse. Die Verwaltung und auch er hätten gesagt: 'Der Gathen ist doch nicht mehr normal.' Doch nur wenige Wochen später sei die Kastanie abgebrochen und mit lautem Getöse niedergestürzt. Hank: 'Es war nicht abzusehen, was passiert wäre, wenn die Kastanie beim Weiherfest zusammengestürzt wäre.'

Von der Verwaltung erhielt Gathen ein Bild der schönen Königswinterer Landschaft und der Bürgermeister überreichte einen Blumenstrauß. Schmitz und Hank lobten aber auch den Einsatz von Gathen nach Feierabend für Natur und Mensch sowie für das Vereinsleben seiner Heimatgemeinde Heisterbacherrott. So ist Hans-Willi Gathen Vorstandsmitglied des Bürgervereins, Vorsitzender des Bürgerfestausschusses, Mitglied des Landschaftsbeirates und last not least Prinzenfinder und Prinzenführer in Heisterbacherrott und 'op de Strüch'.

Gathen lernte den Gärtnerberuf bei den Franziskanerinnen in seinem Geburtsort Mönchengladbach und war vor seiner Übernahme in Königswinter als Gärtner bei den Dominikanern in Warburg tätig."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 9 vom 3. März 1988
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Friedrich Müller
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