Goldhochzeitsreise nach Spanien

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1988

Goldhochzeitsreise nach Spanien

"Erst einen Tag vor seiner Goldhochzeit kehrte das Ehepaar Arnold und Bettina Klingmüller, geb. Netke, wieder in seine Heimat zurück. Die vorverlegte Goldhochzeitsreise führte das noch sehr rüstige Paar in den sonnigen Süden, nach Spanien. Dort verlebte man einige erlebnisreiche Wochen bei der ältesten Tochter, die in Spanien lebt und dort ein eigenes Häuschen besitzt.

Der Goldhochzeiter erblickte am 2. März 1910 in Breslau das Licht der Welt. Die Wiege der Jubelbraut stand am 22. September 1911 in Berlin. Beide erlebten jedoch ihre Kinder- und Schulzeit in Greifswald. Dadurch kannte man sich schon von der Schulzeit her.

Arnold Klingmüller studierte Architektur an der Technischen Hochschule in Breslau und Berlin. Von 1933 bis 1935 bekam Arnold Klingmüller gleich den Beginn der Nazizeit zu spüren. Ein Dritter beobachtete ihn, als er seinem Studienfreund ein Flugblatt überreichte. Arnold Klingmüller wurde verpetzt und mußte von 1933 bis 1935 in politische Haft nach Moabit. 1937 schaffte er trotzdem den Abschluß seines Studiums. Währenddessen absolvierte Bettina Netke eine Ausbildung als Erzieherin und Kindergärtnerin. Sie wurde Leiterin verschiedener Kindergärten in Berlin und in Pommern. 1937 fanden sich Arnold und Bettina in Berlin wieder und beschlossen, sich noch im gleichen Jahr zu verloben. Ostern 1938 gaben sich beide vor dem Standesbeamten in Lubmin und kirchlich in Greifswald das Jawort. Drei ihrer Kinder wurden in Berlin geboren, die jüngste Tochter ist stolz darauf, ein rheinisches Mädchen zu sein; ihre Wiege stand in Düsseldorf.

Den Krieg erlebte der Goldhochzeiter als Soldat in Italien, Afrika, Jugoslawien und in Griechenland. Während des Krieges war die Familie 1943 in den Kreis Landsberg evakuiert worden. In Berlin vernichteten die Bomben das gesamte Hab und Gut der Klingmüllers. 1945 wurde Frau Klingmüller mit ihren Kindern von den Russen und später von den Polen vertrieben. Nach Berlin zurückgekehrt fand die ganze Familie dort wieder zusammen. In Berlin wurde dann das vierte Kind geboren. Arnold Klingmüller wurde Architekt in Berlin, Stadtbaurat in Gotha, Regierungsbaudirektor in Schwerin und nach der Flucht 1949 in den Westen Architekt in Stuttgart und Düsseldorf und war schließlich bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1972 Regierungsbaudirektor beim Bundesamt für Zivilschutz in Bad Godesberg. Seit 1958 wohnt das Goldhochzeitspaar in Heisterbacherrott, wo Arnold Klingmüller 1972 das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde.

Neben Reisen, dem gemeinsamen Hobby, war Arnold Klingmüller viele Jahre im Pfarrgemeinderat von Heisterbacherrott und zeitweise dessen Vorsitzender. Zur Goldhochzeit gratulierten auch acht Enkelkinder. Die Glückwünsche der Stadt überbrachte Bürgermeister Günter Hank."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 17 vom 28. April 1988
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper
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