Abgebildete Personen
Aufnahme: 1987 (1)
120 Jahre Gemischter Chor - Festkommers mit Gesang und Musik
"Hohe Ehrung für den 120 Jahre alten und doch jung gebliebenen Gemischten Chor Thomasberg. Der Vorsitzende des Sängerkreises Rhein-Sieg, Günter Bräuner, übermittelte nicht nur die Glückwünsche des Deutschen Sängerbundes, sondern überreichte dem Chor auch die vor acht Jahren gestiftete Engelbert-Humperdinck-Medaille. Die Auszeichnung nahm für den Chor der Vorsitzende Paul Otto in Empfang.
Bräuner betonte in seiner längeren Ansprache, daß es gerade in der heutigen Zeit etwas besonders sei, wenn ein Gesangverein auf eine so lange Tradition zurückblicken kann. In der heutigen hochtechnisierten Gesellschaft würde es immer schwieriger, Menschen für den Chorgesang zu begeistern. Viel leichter sei es und auch bequemer, Radio, Fernseher oder Plattenspieler zu bedienen, anstatt sich selbst singend zu betätigen. Leider, so Bräuner, würde auch in den Schulen der Musikunterricht auf ein Minimum reduziert. Doch voller Freude stelle er in Thomasberg fest, daß sich hier immer wieder Idealisten eingefunden haben, um die Pflege des Liedes zur kulturellen Bereicherung der Allgemeinheit fortzuführen.
Den musikalischen Part beim Festkommers im Saale der Strücher Karnevalsgesellschaft (der nur schwach besetzt war) übernahmen neben dem Jubiläumschor unter der Stabführung von Hildegard Süper Holger und Sven Miller sowie Alexandra Schild (Flöte) und René Backhausen, der gefühlvoll am Klavier begleitete. Der Jubelchor eröffnete mit den beiden Begrüßungsliedern 'Brüder reicht die Hand zum Bunde' und 'Musica zu Ehren' sowie nach der Begrüßungsansprache des Vorsitzenden 'Ein schöner Tag ist voll Musik'. Begeistert waren die Ehrengäste, darunter Bürgermeister Hank, Landrat Möller und Diözesanpräses Zavelsberg von den Sopransolodarbietungen der Dirigentin, die mit zwei Kompositionen von Franz Schubert 'An die Musik' und 'Die Forelle' den Abend verschönerte.
Die Schirmherrschaft über das Jubelfest hatte Bürgermeister Günter Hank übernommen. Er betonte in seiner Ansprache, daß es sich beim Thomasberger Gesangverein um einen der ältesten seiner Art in der Stadt handelt. Ein Verein wie der Gemischte Chor 1867 Thomasberg, der 12 Jahrzehnte überdauerte, hat Ortsgeschichte geschrieben und kann stolz auf seine Leistungen sein. Thomasbergs Gesangverein war stets eng mit dem Leben in der Gemeinde verbunden. Seine Konzerte haben, so Hank, stets Beifall und Anerkennung gefunden. All dies sei Grund genug, mit Optimismus auch in die Zukunft zu blicken. Der Schirmherr zum Jubelchor: 'Gesang ist Ausdruck echter Lebensfreude. Chorgesang hat sich zur Aufgabe gestellt, die Freude am eigenen Gesang vielstimmig einer breiten Zuhörerschaft zu vermitteln.' Dem Glückwunsch des Stadtoberhauptes schlossen sich Landrat Dr. Franz Möller sowie die übrigen Gesang- und Ortsvereine an. Dr. Möller: 'Die Idee, von der ein Verein getragen und mit Leben erfüllt wird und der 120 Jahre überdauert hat, stellt er sich selbst und seinen Mitgliedern ein anerkennenswertes und ehrendes Zeugnis aus.' Mit 'Auf Wiedersehen in grünen Bergen', einer Komposition von Karl Heinz Steinfeld, endete der Festkommers, dem die Gestaltung eines Festhochamtes, den der Diözesanpräses zelebrierte, vorausging. Der Thomasberger Chor sang dabei Werke von verschiedenen Komponisten älterer Meister. Nach dem Festhochamt wurde am Ehrendenkmal der verstorbenen Mitglieder gedacht und ein Kranz niedergelegt. Dabei sang der Chor von Karl Kloß 'Da unten ist Friede'."
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