Bundesverdienstkreuz für Matthias Hallerbach

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Aufnahme: 1987

Bundesverdienstkreuz für Matthias Hallerbach

"Mit Matthias Hallerbach aus Thomasberg ehrte der Bundespräsident Richard von Weizsäcker einen Mann, der sich im persönlichen Bereich in aller Stille große Verdienste erworben hat. Im Jahre 1959 erkrankte seine Ehefrau an einer heimtückischen Krankheit. Die Ärzte diagnostizierten Muskelschwund. Schon wenig später war sie bis zu ihrem Tod 1983 ans Bett gefesselt und auf Hilfe angewiesen, die sie in ihrem Ehemann fand. Neben seiner täglichen Arbeit pflegte er seine Frau und versorgte auch noch den Haushalt. Erst 19 Jahre später nahm er die ihm zustehende Hilfe eines Pflegers in Anspruch. Nach 24jährigem Leiden starb seine Frau.

Die Überreichung des Bundesverdienstkreuzes erfolgte bei einer kleinen Feierstunde im Thomasberger Rathaus. Vizelandrat Dr. Wim Nöbel würdigte in seiner Laudatio die aufopferungsvolle Tätigkeit von Matthias Hallerbach. Er bewundere, wie diese Familie ihr Los angenommen und ertragen hat. Als Landrat sehe er sich nicht dazu berufen, aus christlicher Sicht das hingebungsvolle Wirken von Herrn Hallerbach zu würdigen, mit dem er den lebendigen Beweis tätiger und aufopfernder Nächstenliebe gegeben hat. 'Ich möchte vielmehr darlegen, warum diese Leistungen heute eine staatliche Anerkennung erfahren. Wir leben in einer Zeit, in der die Ehe als vom Staat besonders geschützte Institution zunehmend infrage gestellt wird. Im Jahre 1964 wurden zehn Prozent der geschlossenen Ehen wieder geschieden, nämlich 56000 von 560000, 1982 waren es aber von nur 360000 gleich 100000, wo die Eheleute wieder auseinandergingen.' Diese Entwicklung sei erschreckend.

Anders aber bei der Familie Hallerbach. Trotz schwerster Belastungen und trotz des großen Verzichts ist Herr Hallerbach an der Seite seiner kranken Frau geblieben.

Die Glückwünsche der Stadt Königswinter überbrachte Vizebürgermeister Herbert Losem. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß nunmehr ein Mitbürger der Stadt Königswinter ausgezeichnet werde, der ansonsten nicht im öffentlichen Rampenlicht steht. Herr Hallerbach, so Losem, gehöre zu den Menschen, die es hoffentlich auch in der Zukunft noch gibt, die ohne zu klagen selbstverständlich fast übermenschliches im Stillen leisten. Die Stadt Königswinter sei stolz auf solche Mitbürger. Herbert Losem erzählte aus seiner Kindheit, wie er im Hause Hallerbach groß geworden sei. Er erinnerte an so manche Begebenheit aus dem Dorfleben. 'Matthias Hallerbach ist ein Mann, der Frieden und das Auskommen sucht.' Der Überreichung wohnten auch der Technische Beigeordnete Heinz-Martin Bernert und der frühere Arbeitgeber von Herrn Hallerbach, Heinrich Meurer vom Landesstraßenbauamt Königswinter in Oberpleis, bei."

unten von links: Inge Schultes geb. Hallerbach, Ralf Schultes, Matthias Hallerbach, Karl-Heinz Schultes, Helene Otto

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 50 vom 10. Dezember 1987
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller (SZ) / Verein Gutenberghaus Bad Honnef (Foto oben)
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