Aufnahme: 1986
Gleich dreimal die Schwarzwaldklinik beim Rosenmontagszug
"Zur Triumphfahrt für Prinz Leo I. und Prinzessin Edith III. wurde Rosenmontag der Narrenzug durch Heisterbacherrott und Thomasberg. Trotz des schneereichen Wetters waren Tausende auf den Beinen: Aktive im Narrenstelldichein und an den Straßenrändern. Sie alle jubelten den Tollitäten bei der Fahrt durch ihr närrisches Territorium zu.
Neben den Vereinen aus Heisterbacherrott und Thomasberg - der Zug wurde von beiden Orten gemeinsam gestaltet - bereicherten auch viele bunte Fußgruppen von Familien und Gemeinschaften die Narrenschau. Hauptthemen, die die Närrinnen und Narren aus den beiden Orten unter die Lupe nahmen, waren der Hit von der Nordseeküste und eine Persiflage auf die Schwarzwaldklinik, wobei das Thema der Schwarzwaldklinik gleich dreimal glossiert wurde. So hatte Ingrid Kreimann viele Karnevalsfreunde um sich geschart und in einer Fußgruppe die Schwarzwaldklinik unter die närrische Lupe genommen. Auch Heinz-Peter Radermacher hatte sich mit seinen Freunden dieses Themas angenommen. Auf dem Festwagen des Strücher Damenkomitees wurde gerade der 4712. Patient behandelt. Die Präsidentin stellte die Diagnose: Scheintod.
Der TuS Siebengebirge präsentierte den Zuschauern die Heisterbacherrotter Bhagwanjünger. Köstlich anzuschauen waren die Sterntaler der Gymnastikgruppe des TuS in Stieldorferhohn. Auf ihren weißen Gewändern trugen sie alle goldene Sterne. Von einem hohen Festwagen aus grüßte Schneewittchen herab. Umgeben wurde das männliche Schneewittchen von vielen Waldbuben. Sich selbst bezeichneten die Frauen des Thomasberger Tambourcorps als Fliegen- oder Giftpilze: 'Nur einmal zu genießen.' Die Tänzerinnen des Judas-Thaddäus-Balletts zeigten sich als tänzerische Hexen. Ostfriesischen Flair zauberten die Sportler der dritten Mannschaft des TuS Thomasberg 'op de Strüch'. Frank Sinatra muß wohl viele Freundinnen gehabt haben, denn die Mitglieder der Frauengemeinschaft Heisterbacherrott hatten sich als Frank Sinatra bunt kostümiert. Sie wollen wohl nicht in eine höhere Klasse, sondern zum Mars aufsteigen: die Handballerinnen des TuS Thomasberg. Die sportlichen Damen hatten sich alle als Menschen vom anderen Stern kostümiert. Als Musikschüler und Musikschülerinnen zogen die Sängerinnen und Sänger des Kirchenchores mit. Der Chor feiert in diesem Jahre sein 100jähriges Bestehen. Viel bejubelt wurden auch die Kleinen des Kindertanzcorps aus Thomasberg als Clowns. Der Jubel der Zuschauer galt auch den Zigeunern der Trimm-Trab-Gruppe. Die Geschichte um das neue Feuerwehrhaus glossierten die Blauröcke aus Heisterbacherrott, als Indianergruppe verkleidet. Gerade von einer närrischen Afrikareise zurückgekehrt waren die Tänzerinnen der Strücher Garde. Nach Venedig versetzten die Elferratsmitglieder der Strücher Gesellschaft die närrischen Zuschauer, die sich am Straßenrand warm schunkelten.
Noch eine kleine Palette aus dem närrischen Geschehen im Zug der Strücher und der Leddeköpp: Die Schaumschlägergruppe, die Öko-Renner, die rot-gelben Struwwelpeters, die Hexen, die Musikhilfsschule, das Piratenschiff und das närrische Traumschiff. Vor dem einzigartigen Blumenwagen des Prinzen spielten die Bergklänge auf. Und immer wieder erscholl der Ruf 'Leo -Edith'. Unter den 36 Zugnummern gaben drei Kapellen den musikalischen Beihau."
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