Rheinlandtaler für Dr. Heinen

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1986

Rheinlandtaler für Dr. Heinen

"Ein engagierter Verfechter des Naturschutzgedankens im Siebengebirge ist Dr. Elmar Heinen. Für seine Verdienste wurde ihm im Siebengebirgsmuseum der Rheinlandtaler verliehen, eine Auszeichnung, die der Landschaftsverband Rheinland an Personen verleiht, die sich vor allen Dingen in den letzten zehn Jahren um die Kulturgeschichte und die Natur verdient gemacht haben.

Nach Winfried Biesing und Josef Schuchert ist nun Dr. Elmar Heinen der dritte Träger dieser Auszeichnung in der Stadt Königswinter. Dr. Jürgen Wilhelm, der Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, würdigte in seiner Laudatio das Wirken des Geehrten um den Naturschutzgedanken im Siebengebirge. So habe Dr. Heinen zahlreiche Publikationen in Fachzeitschriften über die Kunst- und Heimatpflege veröffentlicht. Nach den Worten von Dr. Wilhelm hat der Geehrte fast sein ganzes Leben der Geschichte des Siebengebirges gewidmet. Er sei der vehementeste Verfechter eines intakten Naturschutzgebietes Siebengebirge. 'Es gibt keinen besseren Anwalt für das Siebengebirge als Dr. Elmar Heinen', betonte Dr. Wilhelm. 'Als Heisterbacherrotter ist Ihnen keine Mühe um das Siebengebirge zu groß. Keiner, der heute Gültiges über das Siebengebirge von sich geben will, kommt an Ihnen und Ihren Kenntnissen vorbei. Auf riesigen Karten haben Sie minutiöse Pläne über den Zustand dieses Gebietes, über Ackerland, über Ödland und über bebautes Land zusammengetragen. Das hat dazu geführt, daß niemand das Siebengebirge so gut kennt wie Sie. Sie streiten für den Ausbau dieser Landschaftsregion als Naturschutzgebiet. Dafür sind Sie mit Kamera und Karte unterwegs, um alle Möglichkeiten in dieser Richtung auszuloten. So sind Sie dahinterher, wenn dem Naturschutz im Siebengebirge Gefahren drohen durch neue Straßen oder vordringende Siedlungen. Ständig sind Sie auf der Suche nach Parzellen, die es noch wert wären, dem Siebengebirge als Schutzgebiet zugeschlagen zu werden.'

Aus den Worten des Landschaftsverbandsvorsitzenden ging aber auch hervor, daß Dr. Heinen mit seinen Forderungen und Erkenntnissen den Verantwortlichen ganz schön auf die Nerven geht. Vor allen Dingen lasse er bei den politisch Verantwortlichen nicht locker. 'Wer aber weiß, wie Sie sich für das Siebengebirge einsetzen, weiß diese Feststellung so zu verstehen, wie sie auch gemeint ist: Als Kompliment für einen Mann, der mit Überzeugung für das kämpft, von dessen Richtigkeit er zu recht überzeugt ist. Menschen wie Sie braucht das Rheinland.'

Dr. Jürgen Wilhelm ging in seiner Laudatio aber noch weiter: Landschaft bedeute nicht alles für Dr. Heinen. Zu der Landschaft gehören auch die Menschen und deren Sprache. So habe Dr. Heinen sich auch auf dem Gebiete der Volks- und Sprachkunde hervorgetan. Dr. Heinen ist ein eifriger Verfechter der rheinischen Mundart und tritt für ihre Erhaltung ein. Dabei wirkt er auch weit über den Siebengebirgsbereich hinaus. Er ist ebenfalls im internationalen Rahmen des Volkskunderates Rhein-Maas tätig. Mit seiner Frau leitet er im Kreis der Heimatfreunde Niederdollendorf eine eigene 'Sproch- on Spelljrupp', die bereits durch mehrfache Aufführungen in rheinischer Mundart weit hinaus bekannt ist. Sogar der Westdeutsche Rundfunk ist auf diese Gruppe bereits aufmerksam geworden.

Bei der Überreichung verband Dr. Wilhelm den Wunsch, daß der Taler mit der Mesua, der Herrscherin in der griechisch-römischen Mythologie, Glück bringen möge.

Bürgermeister Günter Hank dankte seinem Duzfreund Dr. Elmar Heinen für das von ihm für das Siebengebirge und seine Struktur Geleistete. Manchmal sei er über die politischen Vorstellungen hinausgeschossen. Er sei in gewisser Hinsicht ein unbequemer Zeitgenosse. Trotzdem wünsche er, daß Dr. Heinen noch lange dem Siebengebirge dienen möge. Hank überbrachte die Glückwünsche des Rates und der Verwaltung. Die Stadt Königswinter sei stolz auf den Ausgezeichneten und auf seine vielfältigen Verdienste in der Heimatgeschichte und im Naturschutzgedanken.

Winfried Biesing vom Heimatverein Siebengebirge und Hans Wiesmann vom Heimatverein Heisterbacherrott gratulierten im Namen ihrer Vereine. Beiden Vereinen gehört Dr. Heinen als Vorstandsmitglied an.

In seinen Dankesworten betonte Heinen, daß er vor allen Dingen Gott und seinen Eltern danke, weil er in der herrlichen Siebengebirgslandschaft geboren wurde und aufwachsen durfte. Bei den sonntäglichen Spaziergängen mit seinen Eltern hätten ihm Vater und Mutter die schöne Heimatlandschaft erschlossen. Nur bedauere er, daß heute mehr denn je in den Schulen keine Heimatkunde mehr gelehrt würde. Das sei schade für unser Volk, denn dadurch ginge die Liebe zur Heimat verloren."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 40 vom 2. Oktober 1986
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter
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