Abgebildete Personen
Aufnahme: 1985
Klassentreffen des Geburtenjahrganges 1939 der kath. Volksschule Heisterbacherrott
Die Einschulung von 19 Schülern dieses Geburtenjahrganges erfolgte am 24. April 1946 durch Lehrer Hartleib. Durch die Aufnahme von Ostflüchtlingen stiegen die Schülerzahlen ständig. Bei Amtsantritt des Hauptlehrer Wimmert am 16.10.1946 war der Bestand der Schülerzahlen wie folgt:
1. Schuljahr 20 Knaben 16 Mädchen
2. Schuljahr 14 Knaben 7 Mädchen
3. Schuljahr 10 Knaben 11 Mädchen
4. Schuljahr 8 Knaben 11 Mädchen
5/6. Schuljahr 10 Knaben 10 Mädchen
7. Schuljahr 4 Knaben 5 Mädchen
8. Schuljahr 4 Knaben 9 Mädchen
9. Schuljahr 4 Knaben 3 Mädchen
Lehrerin Johanna Steinke, die am 22.7.1946 ihren Dienst an der hiesigen Schule aufgenommen hatte, unterrichtete das 1. bis 4. Schuljahr und Lehrer Wimmert das 5. bis 9. Schuljahr. Die Schuljahre 1 bis 4 waren jeweils in Gruppe I mit 36 Schülern und in Gruppe II mit 61 Schülern aufgeteilt. Die III. Gruppe, 5. bis 9. Schuljahr, bestand aus 49 Schülern. Der Unterricht erfolgte in 2 Klassenräumen.
Um sein Studium in Bonn fortzusetzen, verließ Herr Robert Hartleib am 30.06.1946 die Schule in Heisterbacherrott.
Aus Siebengbirgs-Zeitung:
Klassentreffen nach 40 Jahren
gst. Am 24. April 1946 begann an der damaligen katholischen Volksschule Heisterbacherrott das erste normale Schuljahr nach dem Krieg.
Eingeschult wurden 26 Jungen und Mädchen. 19 Ehemalige trafen sich nun 40 Jahre danach zu einem Klassentreffen, dem ersten nach der Schulzeit. So war es denn auch nicht verwunderlich, daß sich nicht mehr alle kannten. Organisiert hatten das Treffen am „Bahnsteig 11" des Hotels „Tannenhof" in Bellinghausen Anni und Peter Weiß sowie Marlies Steffes.
Die weiteste Anreise hatte Hilde Otto. Sie wohnt heute in München. Der einzige noch lebende Lehrer ist Gerhard Frankenberg. Doch aus gesundheitlichen Gründen konnte er an der Wiedersehensfeier nicht teilnehmen. Er schickte aus seinem Kurort Bad Tölz herzliche Grüße. Winfried Görres hatte in der Chronik der Schule geblättert. Recht amüsant war sein Fundus, den er zu Beginn des Treffens vorlas:
Die Schule war vom 6. März bis 11. September 1945 geschlossen. Der Unterricht begann mit Genehmigung der britischen Militärbehörde in der Unterstufe 1-4 am 11. September 1945 und für die Oberstufe am 20. Januar 1946. Geführt wurden beide Klassen von der Lehrerin Anna Altmayer. Das Schulhaus wurde durch die Kriegseinflüsse nur leicht beschädigt. Dafür war aber die Inneneinrichtung umso mehr zerstört. Viele Akten und Bücher waren verloren. Die Kinder erhielten täglich zwei bis drei Unterrichtsstunden, da eben nur eine Lehrkraft vorhanden war. Die Ostern 1939 entfernten Kreuze wurden in feierlicher Prozession wieder in die Schule gebracht. Durch die Flüchtlingskinder stieg die Schülerzahl rasch an.
Eine ärztliche Untersuchung der Schulkinder im Dezember 1946 brachte erschütternde Ergebnisse. Aufgrund der Unterernährung vieler Kinder wurde man in die Schulspeisung einbezogen. 1947 erhielt die Schule einen Kochkessel, der in der Waschküche aufgestellt wurde. Dadurch war es möglich, an drei Tagen in der Woche eine warme Suppe zubereiten. Von Ende Januar bis Mitte Februar 1947 wurde die Schule wegen der Kälte geschlossen. Im März 1948 kam es zu einem Streik an der Schule. 12 Kinder aus Wiese sollten nach Thomasberg eingeschult werden. Erst als die Regierung diesen Beschluß rückgängig machte, gingen die Kinder wieder zur Schule. Noch im Jahre 1950 forderten die Eltern, daß ihre Kinder weiter mit Prügel bestraft werden sollten, doch die Lehrer lehnten dieses Ansinnen ab. Ferner forderten die Eltern Kirchenaufsicht der Lehrpersonen in jeder Sonntagsmesse. Am 27. Juli 1951 gewann die Volksschule Heisterbacherrott den Wanderpreis des Regierungspräsidenten im Handball. Der Einschulungsjahrgang 1946 wurde dann am 23. März 1954 mit je 12 Mädchen und Jungen aus der Volksschule ins Leben entlassen.
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