Nach fast 25 Jahren wieder Paiasbegräbnis

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1985

Nach fast 25 Jahren wieder Paiasbegräbnis

"Anfang der 60er Jahre fand das Brauchtum um das Paiasbegräbnis in Thomasberg zum letzten Male statt. Die Strücher Kirmes am ersten Augustwochenende verlor nach und nach an Bedeutung. Jetzt, etwa 20 Jahre danach, entsann man sich des alten Brauches und die Junggesellen aus Thomasberg und Gronewald ließen am Kirmesdienstag das Paiasbegräbnis wieder aufleben.

Der Kirmeskerl war in zweitägiger Arbeit aus Stroh und Lumpen zusammengebastelt worden und am Kirmessamstag am Dorfmaibaum in luftiger Höhe aufgehängt worden. Dort blieb er bis zum Abend des Kirmesdienstag. Ein 'Meßdiener' schnitt den Paias ab. Auf einer Trage liegend führten ihn dann die zum Teil in Schwarz gekleideten Junggesellen in einem 'Leichenbegräbnis' durch den Ort. Begleitet wurden die trauernden Jugendlichen vom örtlichen Tambourkorps. Die 'Totengebete' sprach 'Pastor' Armin Rott. Unterwegs wurde auch eine lustige mundartliche Litanei gesungen.

Für alle Schandtaten im vergangenen Jahr wurde der Kirmespaias verantwortlich gemacht, von der Kneipenschließung bis zur befürchteten Schulschließung. Auch die Geldknappheit wurde ihm zur Last gelegt. Das Urteil: Tod durch Verbrennen. Dies geschah auf dem Dorfplatz. Die Fahne senkte sich ein letztes Mal über dem Übeltäter, ehe er zu Asche wurde.

In den kommenden Jahren soll das Zeremoniell um den Paias wieder zum festen Bestandteil der Kirmes werden."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 33 vom 15. August 1985
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
Räume & Galerien
Aus Siebengebirgs-Zeitung Vereine Thomasberg
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