Stenzelbergschule veröffentlichte Martinsbuch

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1985

Stenzelbergschule veröffentlichte Martinsbuch

"Zwei Jahre brauchten die Eltern, die Lehrerschaft und die Kinder der Stenzelbergschule in Heisterbacherrott zur Fertigstellung einer Broschüre über 'St. Martin, Lieder und Brauchtum' zum Fest in Thomasberg und Heisterbacherrott. Jetzt erschien die mehrfarbige Schrift. Sie wurde gestaltet vom Martinsausschuß der Schule. Die Titelseite gestalteten Inge Paul und Kurt Schumacher. Die Illustrationen in der 36 Seiten starken Broschüre schufen Schülerinnen und Schüler der Stenzelbergschule.

Rektor Karl-Ernst Stangen überreichte Inge Paul für ihre Mühe bei der Gestaltung der Martins-Broschüre einen Blumenstrauß.

Zunächst wird über das Leben des hl. Martin von Tours berichtet. Dann folgen Rezepte zum bekannten Kesselkuchen und für Knudeln, beides Spezialitäten zum Martinsfest. Natürlich fehlt auch die Martinsgans nicht in diesem Kapitel. Legenden um den Heiligen schließen sich an.

Auf den weiteren Seiten wird das Martinsfest beschrieben, wie es früher in Heisterbacherrott und Thomasberg gefeiert wurde. Während heutzutage ein gemeinsamer Martinszug für die beiden Orte veranstaltet wird, waren es deren zu Zeiten unserer Großeltern noch eine ganze Reihe. Die Ortsteile und Flecken um die beiden Hauptorte Heisterbacherrott und Thomasberg herum veranstalteten eigene Lichterzüge und Martinsfeuer. Für das Dotzen, hauptsächlich das Sammeln von Naturalien zum Backen der Martinsstuten, waren jeweils die älteren Schulkinder verantwortlich. Eine Woche vor dem Fest wurde auch damit begonnen, das Holz für das Martinsfeuer zu sammeln, das damals vielfach in den umliegenden Steinbrüchen abgebrannt wurde, weil dort die unkontrollierte Brandgefahr gering war.

Die Umzüge zum Martinstag unterschieden sich kaum von den heutigen. Allerdings bestanden die Fackeln damals fast ausnahmslos aus ausgehöhlten und mit Schnitzereien verzierten Zuckerrüben. Auch legte man großen Wert darauf, daß St. Martin auf einem Schimmel ritt. In Thomasberg verteilte St. Martin am Feuer an die Kinder Kamelle, bevor in der Schule die Stuten abgeholt werden konnten. In Heisterbacherrott hingegen gingen alle nach dem Abbrennen des Feuers in die Gaststätte zum 'Pittermann', um dort von St. Martin die 'Pfeifenmänner' in Empfang nehmen zu können. Danach wurde gegessen, je nach Geldbeutel Martinsgans oder das 'Knällchen'.

Ab 1927 gab es im Thomasberger Raum nur noch einen Martinszug und ab 1928 wurden Verlosungen durchgeführt. 1935 kaufte die Schule ein Martinskostüm. Von den Überschüssen der Verlosungen wurden Bücher für die Schulbücherei angeschafft und 1948 ein Betrag zu Gunsten des Kirchbaues in Thomasberg abgeführt.

In dem kleinen Büchlein folgen dann Wetterregeln zum Martinstag und viele Lieder zum Fest in hochdeutsch und in rheinischer Mundart."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 46 vom 14. November 1985
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
Räume & Galerien
Aus Siebengebirgs-Zeitung Schule Heisterbacherrott
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