Aufnahme: 1984 (Text)

Lauterbachkanal wurde übergeben

Zeitungsartikel von 1984 - Foto von 2020

"Der Kanal ist fertig. Im Zuge einer Ortsbesichtigung wurde die Kanalstrecke zwischen Heisterbacherrott und Oelinghoven ihrer Bestimmung übergeben. In Oelinghoven, dem Ausgangspunkt des Kanalspazierganges, berichtete Stadtdirektor Franz-Josef Schmitz über die Durchführung der nunmehr vollendeten Baumaßnahme. Bürgermeister Günter Hank bedankte sich bei der Baufirma, der Bauleitung und den Arbeitern für die termingerechte Durchführung der Arbeiten, die ohne Unfall zu Ende geführt werden konnten. Die Landwirte, die Grund und Boden zur Verfügung stellten, erhielten den jetzt 'in alter Frische' wieder zurück. Den noch nicht angeschlossenen Ortschaften stellte der Bürgermeister einen baldigen Anschluß in Aussicht.

Die Strecke wurde in zweischaliger Bauweise erstellt. Dabei handelt es sich um ein äußeres Mantelrohr als Betonrohr mit einem Durchmesser von 80 bis 90 Zentimeter, das innere Rohr wurde in Polyäthylen mit einem Durchmesser von 630 bzw. 800 mm in dieses Betonmantelrohr eingezogen. In gewissen Abständen sind Lüftungen zum Abbau des Überdruckes eingebaut.

Der Kanal mußte relativ flach verlegt werden, um die darunterliegenden Decklehmschichten, die dem Schutz der Wassergewinnung dienen, nicht zu zerstören, so daß das Gewässer 'Lauterbach' an sechs Stellen mittels Rohrbrücken überquert werden mußte.

Zwei Überquerungen sind befahrbar ausgeführt, um diese Brücken gleichzeitig als Spülweg benutzen zu können. Durch die hohe Lage des Kanals ergaben sich naturgemäß landschaftliche Probleme, die gemeistert werden mußten. Die Bäume an der Kanaltrasse blieben erhalten. Deshalb erfolgten großzügige und flach geneigte Anschüttungen der Rohrtrasse, die Rohrbrücken wurden mit Basaltköpfen verkleidet, die jetzt noch sichtbaren Spannbetonrohrbrücken werden noch begrünt. Selbst die Unterhaltungswege wurden mit heimischem Basaltsplit hergestellt, um eine Einpassung in das Landschaftsbild zu erhalten. Die Ersatzbepflanzung erfolgt im Herbst.

Durch die bereits vorhandene und zusätzlich im Zuge der Maßnahme ausgeführte Wegeführung ist es möglich, den Kanal an allen Punkten zu erreichen und damit die Unterhaltung sicherzustellen.

Die Kosten für die rund 2,4 Kilometer zweischalige Konstruktion betragen einschließlich der Grundstückskosten 5,6 Millionen DM, das sind pro lfd. Meter rund 2.350 DM. Wenn das Gesamtprojekt fertiggestellt ist, sind 4400 Einwohner aus Rauschendorf, Stieldorf, Oelinghoven, Heisterbacherrott, Thomasberg und Vinxel an die Zentralkläranlage in St. Augustin angeschlossen.

Die Stadt Königswinter hat damit einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz geleistet. Der Lauterbach ist dadurch von Verunreinigungen befreit."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 27 vom 5. Juli 1984 (Text)
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter (SZ) / Clemens Bröhl (Foto)
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