Aufnahme: 1984
Dankorden an verdiente Karnevalisten
gst. Es gibt immer noch Bürgerinnen und Bürger, die sich um das heimische Brauchtum und insbesondere um den Karneval verdient machen. Solche Personen werden jährlich vom Festausschuss Siebengebirge mit der Verleihung eines Dankordens geehrt. So auch jetzt wieder im Saal des „Thomasberger Hofes“ in Thomasberg. Dorthin waren der Präsident des Festausschusses Siebengebirge, Fritz Pütz, und die Siebengebirgsprinzessin, Gaby I., gekommen, um Jean Weber, Ernst Armbröster und Käthi Osterritter mit dem Orden zu ehren. Fritz Pütz verlas die Laudatien und die charmante Gaby hängte die Orden den Geehrten um und kassierte dafür von den männlichen Ordensträgern ein Bützchen.
75 Jahre alt ist Ernst Armbröster. Auf vielerlei Art und Weise hat er sich in den vergangenen Jahrzehnten für die Erhaltung des rheinischen Brauchtums eingesetzt. Auch im kommunalpolitischen wie im kulturellen Leben hat sich Ernst Armbröster, wohnhaft in Niederdollendorf, in der Vergangenheit verdient gemacht. In den Jahren vor dem zweiten Weltkrieg hat er in vielen heimatlich bezogenen Theaterstücken mitgewirkt. Seit 57 Jahren ist er aktives Mitglied des Quartettvereins. Von 1959 bis 1969 war er dessen Vorsitzender. Seit 1938 ist er Mitglied der Freiwilligen Feuer- und Wasserwehr, und bekam dafür das silberne Feuerwehrehrenzeichen. Von 1958 bis 1966 war Ernst Armbröster Ratsmitglied der damaligen Gemeinde Niederdollendorf. Mehr als zwei Drittel seines Lebens gehört er als aktives Mitglied der Karnevalsgesellschaft „Me brängen et fädig“ an.
Dort kennt man ihn unter dem liebevollen Namen „Uhm“. Er ist zwar Altkarnevalist, doch sein Herz für den Verein ist jung geblieben. Noch heute ist er aktiv in den Reihen der Rotbefrackten. Auch in den schweren Zeiten des Dritten Reiches bereitete er seinen Mitmenschen „e Quentche Freud“. Als man noch Karneval mit selbst gebranntem Schnaps feierte und auch nur dann, wenn man neben der Eintrittskarte noch ein Brikett mitbrachte, stieg Ernst Armbröster damals in die Bütt. Noch heute wirkt er bei der Bühnengestaltung und beim Bau von Zugwagen mit. Schon vor Jahren ehrte ihn der Bund Deutscher Karneval mit dem Orden in Gold.
Seit 35 Jahren ist Käthi Osterritter aus Thomasberg als aktive Texterin von Heimatliedern, Sketchen und Büttenreden für den heimatlichen Karneval tätig. Mit ihrer Begeisterungsfähigkeit ist sie eine große Stütze des Strücher Karnevals. Schon ihr Vater war in jungen Jahren karnevalistisch tätig. Jedes Jahr hat Käthi Osterritter mit einem närrischen Lied oder einer Büttenrede das Publikum begeistert. Sie glossierte das Tages- und Lokalgeschehen und hatte dabei stets den richtigen Riecher. Nie beleidigend waren ihre Beiträge. Die Thomasberger sind sogar stolz darauf, von ihr auf die Schippe genommen zu werden. Bemerkenswert ist, daß Käthi Osterritter in all den Jahren niemals auch nur einen Pfennig Honorar verlangt hat. Für sie ist und war der Karneval Ehrensache und gleichzeitig ein Beitrag zu den gemeinsamen Anstrengungen aller Vereine.
Aus der Feder von Käthi Osterritter stammen viele Heimatlieder, die auch über den Bereich ihrer engeren Heimat hinaus bekannt wurden. Bekannt von ihr wurde eine Story: Als sie wieder einmal über Texte nachdachte und dabei den mittäglichen Salat zubereitete, vergriff sie sich in der Flasche und nahm statt Öl Spüli. Sie soll gesagt haben: „Dat mäht nix. Wäsche me de Schloot us on esse de Meddag chemisch jereinischtes Grööns“. Die einzelnen Vereine sprachen ihren ausgezeichneten Mitgliedern die herzlichsten Glückwünsche aus und überreichten kleinere Präsente. Unnachahmlich wieder einmal Bürgermeister Günter Hank, der in einer Art Büttenrede die neuen Ordensträger mit kleinen Aufmerksamkeiten erfreute.
Etwas zu ergänzen?
Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.