Aufnahme: 1984
In den Ruhestand verabschiedet
"Drei bewährte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung nahmen Abschied von ihrem Berufsleben. Stadtdirektor Franz-Josef Schmitz und Bürgermeister Günter Hank verabschiedeten Johanna Mühlens, Josef Otzipka und Franz Weber. Der Verwaltungschef und der Vorsitzende des Rates sprachen Dankesworte an die Scheidenden und Herbert Lindlar, Vorsitzender des Personalrates, bat die Pensionäre, doch den Kontakt zu ihren ehemaligen Kollegen nicht abreißen zu lassen. So erfolgte gleich eine Einladung zum Betriebsfest am 30. Mai.
Herbert Lindlar hatte für alle ein süffiges Getränk mitgebracht. Stadtdirektor Schmitz überreichte Johanna Mülhens einen Stich von Königswinter sowie Josef Otzipka und Franz Weber je einen Wappenteller der Stadt.
Johanna Mülhens wurde in Oberkassel geboren und wohnt auch heute noch dort. Am 1. September 1960 begann sie ihren Dienst beim damaligen Amt in Oberkassel. Dort war sie zusammen mit ihrer Schwester für die Reinigung des Rathauses verantwortlich. Nach der kommunalen Neuordnung im Jahre 1969 wurde Frau Mülhens von der Stadt Königswinter übernommen und für die Reinigungsarbeiten der Hauptschule Dollendorf zugewiesen. Dort habe sie mehr als ihre Pflicht getan, versicherte Hauptschulrektor Johannes Herzog. Die Scheidende kann jetzt ihren beiden Hobbys frönen: Dem Kochen und der Gartenarbeit.
Josef Otzipka erblickte in Lindau in Oberschlesien das Licht der Welt und wohnt heute in Thomasberg. Er erlernte den kaufmännischen Beruf, ließ sich jedoch nach dem zweiten Weltkrieg als Fliesenleger umschulen. Zunächst arbeitete er dann im elterlichen Betrieb. Am 1. Juli 1971 wurde Otzipka von der Stadt als Hausmeister für die Rathausgebäude in Oberpleis eingestellt. Wenn viel Arbeit anlag, setzte er sogar seine Familie mit ein. Selbst am Rosenmontag arbeitete er fieberhaft, denn nach dem Rathaussturm mußten die Räume am Dienstagmorgen wieder hergerichtet sein. Nach 13jähriger Tätigkeit mußte Otzipka seine Wirkungsstätte aus gesundheitlichen Gründen verlassen, doch Frau und Sohn lassen die Verbindung mit der Stadt nicht abreißen. Vor seiner Tätigkeit als Hauswart gehörte Otzipka drei Jahre dem Rat der ehemaligen Gemeinde Oberpleis an. Nun kann der familienbewußte Vater zwei schönen Hobbys nachgehen: Dem Kochen und der langfristigen Wettervorhersage. Und wenn es die Gesundheit zuläßt, will er noch auf Reisen gehen.
Franz Weber wurde in Ruttscheid geboren und wohnt heute in Thomasberg. Er erlernte im elterlichen Betrieb die Landwirtschaft. 1945 geriet er in französische Gefangenschaft und mußte bis Dezember 1948 auf einem französischen Bauernhof arbeiten. Erst dann wurde er in die Heimat entlassen. Nach Tätigkeiten bei verschiedenen Firmen war Weber von 1955 bis 1957 in der Gärtnerei der amerikanischen Botschaft beschäftigt. Von 1957 bis 1969 wirkte er in einer Bad Godesberger Friedhofsgärtnerei. Im Juni 1969 kam er dann zur Gemeinde Oberpleis als Wärter für den Friedhof in Oberpleis. Bei der Stadt Königswinter wirkte Weber bis zuletzt in der Friedhofskolonne; jetzt schied er aus gesundheitlichen Gründen aus dem Dienst."
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