Aufnahme: 1983
Goldhochzeit in Stieldorferhohn
"Am 12. Februar 1933 schlossen Reinhard Friedrich und Helene Richter den Bund fürs Leben. Die Goldhochzeit fiel jetzt auf den Karnevalssamstag. Da konnte die Dorfgemeinschaft mit dem Jubelpaar nicht feiern und man fand auch keinen geeigneten Raum. So entschloß man sich kurzerhand, die Feier zur 50. Wiederkehr der grünen Hochzeit um vierzehn Tage zu verschieben. Im Kreise der Familie wurde jedoch gefeiert.
Am 18. Dez. 1904 wurde Reinhard Friedrich in Blumendorf im Kreis Löwenberg im Riesengebirge geboren. Seine Frau erblickte zehn Jahre später am 28. April in Friedersdorf im Kreis Lauban, ebenfalls im Riesengebirge, das Licht der Welt. Bereits mit 17 Jahren hatte Reinhard Friedrich als Steinbrucharbeiter einen Unfall, wobei er sein linkes Auge verlor. Und obwohl er 1933 arbeitslos war und nur eine geringe Unterstützung bekam, wurde in Liebental geheiratet. Der Ehe entstammen drei Söhne.
1941 wurde der Goldhochzeiter schwer krank, es ging auf Leben und Tod, weil in den Kriegsjahren die entsprechenden Medikamente nicht zu haben waren. Nach der Wiedergesundung erhielt Reinhard Friedrich leichte Arbeit bei einer Bekleidungsfirma in Greifenberg. Dadurch, daß man nebenbei eine kleine Landwirtschaft betrieb und im elterlichen Hause wohnte ohne Miete zu zahlen, war die Kriegs- und erste Nachkriegszeit nicht gerade so schlimm zu ertragen. Am 12. Juli 1946 wurde man von den Polen aus der Heimat vertrieben. Nach acht Tagen Irrfahrt kam man nach Vinxel. Noch im gleichen Jahr bekam Reinhard Friedrich Arbeit bei den Rheinischen-Vulkan-Werken in Oberdollendorf, den heutigen Didier-Werken, wo er auch eine Werkswohnung bekam.
Als Sohn Werner 1964 in Stieldorferhohn ein Grundstück erwarb und ein Haus baute, nahm er die Eltern bei sich auf.
Zur Goldhochzeit der Eheleute Friedrich gratulierten beziehungsweise werden noch gratulieren die vier Enkelkinder und viele ehemalige Blumendorfer, die aus Nah und Fern anreisten oder noch anreisen werden. Die Dorfgemeinschaft feiert die Goldhochzeit ihrer Mitbürger am Freitag und Samstag, 25. und 26. Februar. Am Freitagabend ist am Jubelhause eine kleine Feier vorgesehen mit Gesangsvorträgen, Musikdarbietungen, Fahnenschwenken und Glückwunschansprachen. Anschließend findet im geheizten Zelt und in der geheizten Garage am Hause Preßler ein gemütliches Beisammensein statt. Am Samstag wird in der Aula der Grundschule in Heisterbacherrott gefeiert. Zunächst ist aber um 16.50 Uhr in der evangelischen Kirche in Heisterbacherrott ein Gottesdienst. Um 18 Uhr beginnt dann in der Aula ein Unterhaltungsprogramm mit Tanz."
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