Aufnahme: 1983

Großbaustelle Lauterbachkanal - Kanalbegleitwege können später als Wanderwege genutzt werden

"Wer in einigen Jahren durch das Lauterbachtal wandert, wird kaum mehr viel davon sehen und merken, daß hier ein 'Millionenschatz' in die Erde versenkt wurde. Zur Zeit ist in diesem schönen, Heisterbacherrott und Stieldorf verbindenden Tal die größte und auch teuerste Kanalbaumaßnahme der Stadt Königswinter im Gang. Rohre bis zu einem Meter Durchmesser warten darauf angeschlossen zu werden, um später die gesamten Abwässer aus dem Heisterbacherrotter Raum aufzunehmen und abzuleiten. Rund 2,5 Kilometer lang ist die Bautrasse, an der voraussichtlich bis zum Sommer dieses Jahres gearbeitet wird.

Die Kanaltrasse war vom Tiefbau- und Gartenamt in Abstimmung mit dem ersten Preisträger des Wettbewerbs 'Fronhofgelände und Lauterbachtal' festgelegt, abgesteckt und vermessen worden. Dabei mußten, wie Stadtoberbaurat Szemskat vor Ort der Presse erläuterte, verschiedene Auflagen berücksichtigt werden. Da es sich hier um ein Wasserschutzgebiet handelt, wurde aus Gründen des Wasserschutzes unter dem Sammler eine Lehmschicht von mindestens zwei Meter Mächtigkeit beibehalten. Davon hatte der Regierungspräsident die Genehmigung abhängig gemacht. Auch Geologen und die am Genehmigungsverfahren beteiligte Obere und Untere Naturschutzbehörde hatten diese Maßnahme befürwortet.

In Erfüllung dieser Auflagen müssen Aufschüttungen von einem halben Meter bis zu zwei Metern vorgenommen werden. 'Das Landschaftsbild wird dadurch jedoch nicht verändert und verliert auch nicht seine natürlichen Gegebenheiten', betonte Szemskat. Denn nach Maßgabe der Naturschutzbehörde wird nach Fertigstellung des Lauterbachsammlers das durch den Bau beeinträchtigte Einzugsbebiet rekultiviert. Eine Ersatzbepflanzung ist insbesondere dort vorgesehen, wo der Lauterbachsammler den Lauterbach kreuzt und Baumbestand entfernt werden mußte. Es sind indes nur wenige — teilweise auch schadhafte — Bäume, die der Streckenführung zum Opfer fielen.

Entsprechend dem Willen des Bau- und Wegebauausschusses werden sich auch die Kanalbegleitwege, die nebenbei die Funktion von Wanderwegen erfüllen, harmonisch in das Landschaftsbild einfügen. Sie werden in Art wassergebundener Wege erstellt. Die erforderlichen Wendehämmer erhalten Rasengittersteine und werden begrünt.

Der Lauterbachsammler schließt an die im Bau befindliche Leitung Oelinghoven an. Die Abwässer aller angeschlossenen Orte münden in die große Kläranlage St. Augustin-Menden, an deren Kosten sich die Stadt Königswinter nach einem bestimmten Schlüssel beteiligt."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 5 vom 4. Februar 1983
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper
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Aus Siebengebirgs-Zeitung Kommunales
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