Ehepaar Schwerdtfeger feierte Goldhochzeit

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1983

Ehepaar Schwerdtfeger feierte Goldhochzeit

"Am Heiligen Abend des Jahres 1933 schlossen sie den Bund fürs Leben: Paul und Elisabeth Schwerdtfeger. Zwei Tage zuvor gaben sie sich vor dem Standesbeamten das Ja-Wort. Doch bereits eine Woche vor der eigentlichen 50. Wiederkehr ihres Hochzeitstages feierte das Paar im Kreise von Verwandten und Freunden das Fest der goldenen Hochzeit.

Paul Schwerdtfeger wurde am 29. Juni 1910 in Koblenz geboren. Die Wiege seiner Frau stand am 23. April 1903 in Bonn. Der Goldbräutigam begann nach dem Schulbesuch eine Lehre als Huf- und Wagenschmied. Nach seiner Gesellenprüfung kam er nach Bonn zu Schmiedemeister Wilhelm Münch, der aufgrund einer schweren Erkrankung 1929 für ein Jahr eine Vertretung in seiner Werkstatt suchte. Dort lernte Paul Elisabeth, die Tochter des Schmiedemeisters Münch, kennen und lieben. Im September 1930 erlangte Paul sein Diplom für Automobilreparatur in Köln.

Mit der Hochzeit hatte man es dann sehr eilig, weil bereits am 2. Januar 1934 der junge Handwerker einen eigenen Betrieb für Auto-, Motor- und Fahrradreparatur eröffnete. Am 4. März 1936 absolvierte Paul Schwerdtfeger seine Meisterprüfung als Huf- und Wagenschmied an der Kölner Handwerkskammer mit Erfolg.

Die Kriegswirren trieben das Paar weit auseinander. Elisabeth Schwerdtfeger wurde mit ihren beiden Töchtern in die Lausitz verschlagen. Paul wurde Soldat im Afrikakorps und geriet in amerikanische Gefangenschaft. Innerhalb dieser Gefangenschaft gelangte er nach Casablanca, per Schiff nach New York, mit dem Zug nach Texas, wo er vier Jahre in einem Camp verbrachte. Kalifornien diente als Zwischenstation. Durch den Panamakanal kam Schwerdtfeger nach Schottland, wo er dann noch ein Jahr gefangen gehalten wurde. Nach seiner Rückkehr wurde der Betrieb in Bonn weitergeführt.

Als das Ehepaar 1976 von Bonn nach Heisterbacherrott Am Schleifenstein verzog, wurde der Betrieb geschlossen, der 150 Jahre im Familienbesitz war. In Heisterbacherrott fühlen sich beide sehr wohl und können ihren Hobbys nachgehen.

Elisabeth ist aktive Helferin und Kassenführerin beim Seniorenclub der katholischen Kirche. Viel Zeit nimmt ihre Vorliebe für die Gartenarbeit in Anspruch, außerdem ist sie eine begeisterte Karnevalistin. Ehemann Paul beschäftigt sich noch immer in seinem früheren Beruf, im Sommer ist er Obstpflücker und im Winter gießt er begeistert Kerzen. Zudem ist er ein Fan des 1. FC Köln.

Elisabeth Schwerdtfeger besuchte vor ihrer Hochzeit eine Nähschule, nahm Unterricht in Englisch und Französisch und war danach eine Zeitlang Köchin und Gesellschafterin in einer englischen Diplomatenfamilie in Sussey Worthing, mit der man noch heute regen Kontakt hat."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 52 vom 22. Dezember 1983
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper
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