Messe und weltliche Feier zur Wiedererrichtung der Marienkapelle

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Aufnahme: 1982

Messe und weltliche Feier zur Wiedererrichtung der Marienkapelle

Große Freude für etwa 300 Thomasberger, die am vorletzten Mittwochabend an der restaurierten Marienkapelle mit Pfarrer Paul Woelki ein Messopfer feierten. Mit dieser kirchlichen Feier wurde der „Strücher Dom“ nach dreijähriger Wiederaufbauzeit eingeweiht.

Der Thomasberger Pfarrherr segnete die Kapelle von außen und innen. In seiner Predigt betonte er, dass in den vergangenen Jahren viele Bürger an dieser Stätte der Gnade im Vorbeigehen eine Minute des stillen Gedenkens eingelegt haben, nicht nur Katholiken, sondern auch Andersgläubige. Eltern haben hier gebetet, damit ihre Kinder anständige Menschen wurden. Mütter, Frauen und Bräute verweilten im Krieg an dieser Gebetsstätte, um für eine glückliche Heimkehr ihrer Lieben aus dem Krieg zu bitten, sagte der Pfarrer, der Katharina Osterritter für ein Gedicht dankte, das sie zur "Dom“-Weihe verfasst hatte.

Pfarrer Woelki, wie auch später Hans Georg Gilka, sprachen Worte des Dankes an die vielen Helfer, die in finanzieller und in materieller Hinsicht zum Gelingen des Wiederaufbaus beigetragen haben. Gilka, unter dessen Regie als Bürgervereinsvorsitzender vor drei Jahren mit dem Aufbau des völlig zerfallenen Gebäudes begonnen wurde, dankte der Bevölkerung, dass durch ihre Mithilfe ein Strücher Kleinod erhalten werden konnte. 1859 wurde auf dem Grundstück der Familie Moitzfeld die Kapelle erbaut und erst 120 Jahre später, 1979, wurde mit der ersten Restaurierung begonnen.
 
Der Bürgerverein scheute zunächst die hohen Kosten, die mit 20000 Mark angegeben worden waren. Doch der Landeskonservator gab grünes Licht zum Wiederaufbau, denn es sei zu schade, ein solches Bauwerk verfallen zu lassen. Gilka teilte mit, dass durch die Spendenfreudigkeit der Bürger soviel hereingekommen ist, dass aus öffentlichen Mitteln nur knapp 7000 Mark verausgabt wurden. Davon übernahm die Stadt etwa die Hälfte, wie Bürgermeister Günter Hank die Ausführungen Gilkas ergänzte.

Mit der Wiedereinweihung der Kapelle am Feste Mariä Geburt wurde sie gleichzeitig unter Denkmalschutz gestellt. Damit ist diese Marienkapelle das erste staatlich geschützte Denkmal in Thomasberg.

Bürgermeister Hank ging in seiner Ansprache auf die große kirchliche Tradition der Stadt ein. Königswinter habe 15 Kirchen und 18 Kapellen, wobei der „Strücher Dom" die kleinste Kapelle ist. Damit sei sie aber ein echter Ausdruck der Ländlichkeit. Hank überreichte als Geschenk eine Marienkerze mit Mutter-Gottes-Motiven.
Vor dem Gottesdienst, in dem Thomasberger Frauen die Fürbitten sprachen, rief ein Bürger in Ermangelung von Glocken mit einer Handschelle die Gläubigen zum Gottesdienst. Vor und nach der kirchlichen Feier spielte das örtliche Tambourkorps. „Rund um den Dom" wurde anschließend in gemütlicher Runde das Ereignis weltlich gefeiert. Dabei regte der Bürgermeister an, dass man doch jedes Jahr ein "Domfest“ feiern könne.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 37 vom 17. September 1982
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller (SZ) / Udo Albert (Foto oben)
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