Bundesverdienstkreuz für Friedrich Müller - Kommunalpolitiker für seine Verdienste um das Gemeinwohl geehrt

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1982

Bundesverdienstkreuz für Friedrich Müller - Kommunalpolitiker für seine Verdienste um das Gemeinwohl geehrt

"Friedrich Müller, engagierter Kommunalpolitiker von Heisterbacherrott, erhielt für seine Verdienste um das Wohl seiner Heimatgemeinde und der Stadt Königswinter am vergangenen Samstagabend im Gut Buschhof das Bundesverdienstkreuz. Die Überreichung nahm im überdachten Innenhof des Gutes Landrat Dr. Franz Möller vor.

Bürgermeister Günter Hank bezeichnete den neuen Bundesverdienstkreuzträger infolge seines uneigennützigen Einsatzes für die Stadt, für die Vereine und für die Raiffeisenbank als 'Mister Heisterbacherrott'.

Die Überreichung bei hereinbrechender Dunkelheit war die Krönung eines Festtages für Friedrich Müller und seine Familie. Feierte er doch mit seiner Frau Resi und den Kindern das Fest der silbernen Hochzeit.

Landrat Dr. Möller betonte in seiner Laudatio, daß Friedrich Müller schon in jungen Jahren den Weg in die Kommunalpolitik gefunden habe. Bei der Kommunalwahl 1961 erhielt er erstmalig ein Mandat. Er war damas erst 27 Jahre alt und fand Sitz und Stimme im damaligen Gemeinderat von Heisterbacherrott. Mit jugendlichem Elan und Tatendrang machte er sich an die neuen und verantwortungsvollen Aufgaben. Er fand die Sympathie seiner Ratskollegen und der Bevölkerung. Schon bei der nächsten Kommunalwahl wurde er mit dem Amt des Bürgermeisters betraut. Damit war Friedrich Müller der jüngste Bürgermeister von Nordrhein-Westfalen.

Mit viel Geschick zeichnete er für viele Initiativen und Ideen verantwortlich. Der Neubau der Stenzelbergschule, die Gestaltung des Bürgerparks im Fronhofgelände, die Entwässerung im Gemeindegebiet und der Ausbau von Straßen und Wegen waren Aufgabengebiete des Ausgezeichneten im Heisterbacherrotter Rat. Auch seine vieljährige Tätigkeit im Wasserbeschaffungsverband hob Landrat Möller hervor.

'Es ist Männern wie Friedrich Müller zu verdanken, daß die Anlaufschwierigkeiten nach der kommunalen Neuordnung rasch überwunden wurden und einer fruchtbaren Arbeit wichen. In vielen Ausschüssen und Gremien half Friedrich Müller mit, die neue Stadt Königswinter zu einem ausgewogenen Ganzen zu gestalten. Vor allen Dingen bemühte er sich um die Finanzen', hieß es in der Laudatio. Seit 12 Jahren führt er den Vorsitz im Finanzausschuß der Stadt.

Auch außerhalb der Stadt beschäftigte sich Friedrich Müller mit Finanzen. Seit 13 Jahren ist sein Name eng mit der Raiffeisenbank Siebengebirge verbunden, zunächst als Mitglied des Aufsichtsrates und ab 1974 als Vorstandsvorsitzender.

Seit über 20 Jahren ist Müller Vorsitzender des Musikzuges 'Bergklänge', dessen Gründungsmitglied er ist. Im Rahmen der Städtepartnerschaft mit Cleethorpes bemühte er sich um die gegenseitigen Besuche der Musikgruppen. Bereits im vorigen Jahr wurde ihm der Ehrenring der Stadt Königswinter überreicht.

In seiner Gratulationsansprache würdigte Bürgermeister Hank die Haltung des Geehrten, der sowohl Wohlwollen als auch Kritik erfuhr. Trotz mancher Rückschläge habe er nie den Gedanken gehabt aufzuhören. Hank lobte diese Haltung, da es heute kaum noch einen neuen Kandidaten gebe, der für seine Stadt die Freizeit opfern wolle. Bei Friedrich Müller würde das Sprichwort, daß ein Prophet im eigenen Lande nichts gelte, Lügen gestraft, denn er erfreue sich in Heisterbacherrott und darüber hinaus größter Wertschätzung. Der Bürgermeister erwähnte, daß der Bau der Turnhalle, das Lieblingskind des Bundesverdienstkreuzträgers, in den nächsten zehn Jahren erfolge. Aber an den zweierlei Wasserpreisen im Stadtgebiet, worüber sich Müller immer ärgere, sei wohl nichts zu ändern.

Die Glückwünsche der im Rat vertretenen Parteien übermittelte Fraktionsvorsitzender Riscop (CDU) und überreichte Schallplatten mit Musikwerken für Mußestunden, die er sich gemeinsam mit seiner Familie anhören soll, die soviel Verständnis für das Hobby des Mannes und Vaters aufbringe.

Weitere Gratulanten waren Direktor Theodor Schleder von der Raiffeisenbank und Heinz-Willi Arzdorf von den 'Bergklängen', der für den aufopferungsvollen Einsatz des Vorsitzenden dankte und ein Bild mit musikalischen Emblemen, eine Schallplattensammlung mit Opernkompositionen von Mozart und Frau Resi 25 rote Rosen, für jedes Jahr des gemeinsamen Lebensweges eine, überreichte.

Müller dankte für alle Glückwünsche und betonte, daß die Arbeit im Rat der ehemaligen Gemeinde Heisterbacherrott sich gewaltig von der heutigen im Rate der Stadt unterscheide. Der Musikzug 'Bergklänge' schmückte die abendliche Feierstunde mit einer Serenade aus."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 35 vom 3. September 1982
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter
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