Aufnahme: 1981
30 Jahre Wasserbeschaffungsverband Thomasberg
"'Der Jubilar lebt vom Wasser und somit auch von den Wolken. Daher müssen wir es in Kauf nehmen, wenn es regnet.' So Bürgermeister Günter Hank bei einer Feierstunde im Hof vor der großen Hochbehältergruppe auf dem Scharfenberg bei Oberpleis des Thomasberger Wasserbeschaffungsverbandes, der seinen 30. Geburtstag feiern konnte. Petrus hielt während der Feierstunde die Schleusen des Himmels geschlossen, doch als nachher zum Umtrunk geladen wurde, kam ein fürchterlicher Platzregen.
Vorstandsvorsitzender Heinz Lindlar betonte in seiner Geburtstagsansprache, daß es schon vor 30 Jahren Bürgerinitiativen gab. Er bezeichnete seinen 'eigenen Verein' als eine solche Initiative, jedoch mit einem guten Zweck. Die Gründer hatten sich das notwendige Ziel gesetzt, eine zentrale Wasserversorgung zum Segen der Bevölkerung in diesem Raum zu schaffen.
Am 28. März 1951 wurde der Vorstand des Wasserbeschaffungsverbandes zum ersten Male gewählt. Genau zwei Monate später gab man sich eine Satzung und am 10. Juli 1951 fand die erste Mitgliederversammlung statt. 250 Mitglieder hatte damals der Verband und etwa 5700 zählt der Verband heute.
Mit einer Jahreswasserabgabe von rund 1,4 Millionen Kubikmeter und mit Anlagen im Werte von über 20 Millionen DM ist es heute möglich geworden, so Heinz Lindlar in seinem Rückblick, 20000 Bürger direkt zu versorgen und diese Versorgung und damit auch die Entwicklung in diesem Gebiet, zu dem Teile der Städte Königswinter, Hennef und Bonn gehören, langfristig sicherzustellen und zu ermöglichen.
Worte des Gedenkens richtete Lindlar an den Gründer des Verbandes, Georg Aretz, der bis 1975 Vorsteher war. Sein Wirken und Schaffen für den Verband verdient Anerkennung und Hochachtung, denn der Verband war sein Lebensinhalt und auch sein Lebenswerk.
In den vergangenen 30 Jahren hat sich der Verband laufend vergrößert. Immer wurden neue Ortsteile erschlossen. Der Verband gibt Trinkwasser in ausreichender Menge und in hervorragender Qualität ab. Wasser aus dem Lauterbachgebiet und aus der Wahnbachtalsperre gelangt zu den Abnehmern.
Lindlar erklärte, daß die Wassermenge allerdings der großen Leitungslänge nicht entspricht. Gemeistert werden müssen die großen Schwierigkeiten, die sich aus den sehr unterschiedlichen geodätischen Höhenlagen im Verbandsgebiet ergeben. Dabei ist der Wasserpreis sehr niedrig. Er beträgt seit 1975 unverändert 1,30 DM. Der Verband erzielt keine Gewinne.
In Zukunft will der Verband mehr denn je die Wassergewinnung aus eigenen Vorkommen intensivieren. Mit großer Freude teilte Lindlar mit, daß im 'Düwelsarschgebiet' eine Quelle erschlossen wurde, die man für die öffentliche Wasserversorgung nutzbar machen will.
Bürgermeister Hank erklärte, daß Wasser ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Lebens ist. Zehn Tage war Königswinter während des Kriegsendes ohne Wasser. Lediglich in einem Brunnen befand sich noch ein kleiner Wasservorrat. Die Bevölkerung, mit Eimern und anderen Behältern bepackt, zog unter Gefährdung des eigenen Lebens dorthin, um Wasser zum Kochen zu schöpfen. Heute versorge der Wasserbeschaffungsverband den schönsten Teil des Siebengebirges mit Wasser. Heute sei der Bergbereich ohne den Wasserbeschaffungsverband undenkbar.
Hank verhehlte aber auch nicht, daß es manchmal zwischen dem Verband und der Stadt Meinungsverschiedenheiten gegeben hat, die nicht immer zur Zufriedenheit der beiden Partner endeten. Aber für die Zukunft sagte Hank dem Verband jegliche Unterstützung der Stadt zu. Als Geschenk brachte Hank Blumen mit, denn 'Geld könne er ja nicht mitbringen, da der Jubiläumsverband selbst Geld macht'. Der Vertreter der Kreisverwaltung sagte, daß der Verband heute ein ländliches Gebiet hervorragend mit Wasser versorgt, nachdem eine Talsohle durchschritten wurde. Für die kommenden Jahre wünschte er 'viel Geld aus dem Bohrloch des Düwelsarsch'.
Nach den Glückwünschen des Hennefer Bürgermeisters, der viel Wasser wünschte, ehrte Heinz Lindlar die noch lebenden Gründer des Verbandes Karl Effern und Hans Hoitz mit einem flüssigen Geschenk."
Etwas zu ergänzen?
Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.