Abgebildete Personen
Aufnahme: 1979
Bei den Feierlichkeiten während des Empfangs im Rathaus Cleethorpes. Der Vorsitzende des Kirchenchores bedankt sich beim Gastgeber, Bürgermeister Winn, für den herzlichen Empfang
Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:
„Diese Reise hat ihren Sinn und Zweck im Interesse der Städtepartnerschaft voll erfüllt. Sie hat aber auch — da sie über die Grenzen der Partnerstadt Cleethorpes hinausging —zur Völkerverständigung beigetragen. Gibt es doch dafür kaum ein besseres Mittel als die Musik." Diese Feststellung trafen Kulturamtsleiter Peter-Josef Kneiseler und der Vorstand des Thomasberger Kirchenchores als Fazit einer Reise, die erstmalig einen Königswinterer Chor im Rahmen der Städtepartnerschaft nach England führte.
Die fünftägige Reise begann an der Schule in Thomasberg, wo Pfarrer Heribert Riem der Sängerschar — insgesamt fuhren 80 Personen mit — den Reisesegen erteilte. Mit zwei Bussen steuerte man gen Düsseldorf. Dort bestieg man ein Flugzeug nach England. Doch bereits in Düsseldorf entstand die erste Panne. Von London aus erhielt die Maschine keine Starterlaubnis. Nebel in London wurde angegeben. Erst nach vier Stunden verließ man die Mutter Erde und dann kreiste die Maschine noch eine Stunde über London, ehe die Landeerlaubnis erteilt wurde, und das, obwohl man eine herrliche Sicht nach unten hatte.
Draußen vor dem Flughafen bei London standen zwei Busse, die die Sängerschar nach London brachte. Hier wurde nur schnell das Gepäck ausgeladen und schon begann die erste Stadtrundfahrt. Die Eile war geboten, da man ja mit fünfstündiger Verspätung eintraf. Nach den Hauptsehenswürdigkeiten und einem Abendessen erlebte man dann noch London bei Nacht. Am zweiten Tag stand Cambridge auf dem Programm. Bei der Stadtbesichtigung wurden zahlreiche bekannte Gebäude besucht. Auf der Weiterfahrt nach Cleethorpes, wo man am Abend eintraf, wurde der herrlichen Kathedrale von Ely ein Besuch abgestattet. In Cleethorpes wurden die Thomasberger vom Referenten der Städtepartnerschaft, Mr. Daniels, und den Gastgebern begrüßt. Die Thomasberger wohnten teils privat und teils in einem Hotel. Nach dem Abendessen traf man sich im „Pier Pavillon" zu einer ersten Probe. Noch am späten Abend gab das Jugendorchester Grimsby einen Empfang für die Gäste vom Rhein. Von der Herzlichkeit der Begrüßung war man nicht nur überrascht, sondern sogar sprachlos.
Für die nächsten Tage stellten die Gastgeber ihre Fahrzeuge zur Verfügung. Zunächst wurde Lincoln ein Besuch abgestattet. In der dortigen Kathedrale wurden einige Lieder gesungen. Nach der Rückkehr fand in der katholischen Marienkirche in Grimsby eine Probe mit den Mitgliedern eines kleinen Streichorchesters statt. Rund 500 Besucher klatschten am Abend begeistert Beifall, als der Kirchenchor Thomasberg und das Jugendorchester Grimsby gemeinsam ein Konzert veranstalteten. Der Thomasberger Chor unter der Stabführung von Ludwig Kurenbach eröffnete das Programm mit drei Volksliedern. Nach einem englischen Lied folgte die italienische Weise „Lied der Berge" sowie „Von Luzern auf Wäggis zu". Beifall auch für „Musik erfüllt das Leben" und für die russische Volksweise „Kalinka". Heinrich Breuer sang die Solopartien aus den „12 Räubern". Und zwischendurch immer wieder die Mitglieder des Jugendorchesters aus Grimsby. Als dann der Kirchenchor das „Glory Halleluja" anstimmte, klatschten alle begeistert mit.
Das Konzert stand unter dem Motto „Musik kennt keine Grenzen". Entsprechende Würdigung erhielten die Darbietungen auch noch nach dem Konzert bei einem Empfang im Rathaus durch den Mayor und die Mayoresse (Bürgermeister und Frau Bürgermeisterin) sowie anderen Mitgliedern der Stadtverwaltung. Geschenke wurden ausgetauscht. Der Chor erhielt ein Wappen von Cleethorpes und revanchierte sich mit einem Holzstich von Königswinter. Franz Bellinghausen, Vorsitzender des Kirchenchores, dankte im Namen der Chorgemeinschaft für den herzlichen Empfang. Begeisterung herrschte am folgenden Tag auch in Grimsby, wo der Kirchenchor mit Edgar Zens an der Orgel und Streicherbegleitung Haydns Kleine Orgelsolomesse zu Gehör brachte, mit einem Solopart von Resl Bellinghausen, die u. a. das Solo im Benedictus sang. Auch die Rückfahrt verlief mit Pannen. Die erste Maschine startete wieder mit einer Stunde Verspätung und die zweite machte eine Bruchlandung. Die Thomasberger stiegen nach einem gewaltigen Schreck aus und in ein anderes Flugzeug um. Abflug mit zweistündiger Verspätung.
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