Hochbehältergruppe Scharfenberg ihrer Bestimmung übergeben

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Aufnahme: 1978

Hochbehältergruppe Scharfenberg ihrer Bestimmung übergeben

"Vier Jahre Planung und Bauzeit. Nun war es soweit. Im Rahmen eines 'Tages der offenen Tür' eröffnete Vorsteher Heinz Lindlar vom Wasserbeschaffungsverband Thomasberg die Feierstunde zur Inbetriebnahme der Hochbehältergruppe 'Scharfenberg'.

Viele Ehrengäste und mehrere hundert Interessierte aus der Verbrauchergruppe weilten der Feierstunde bei und wurden vom Vorsteher begrüßt. Sein besonderer Willkommensgruß galt den beiden Geistlichen aus Thomasberg und Oberpleis, Heribert Riem und Gottfried Stein, Bürgermeister Hank, Stadtdirektor Schmitz, den Vertretern von Rat und Verwaltung und den Abordnungen der Ortsvereine sowie dem Planer der Anlage, Ingenieur Ernst Wildraut.

Die beiden Pfarrer sowie Erna Hohenadl und Paul Hamacher sprachen die kirchlichen Segensgebete. Der Oberpleiser Pfarrherr, Gottfried Stein, betonte in seiner Ansprache, daß das Wasser das wichtigste Lebenselement sei. 'Ohne Wasser kann man nicht leben.'

Für den Rat der Stadt Königswinter übermittelte Bürgermeister Hank die Grüße und Glückwünsche.

Umrahmt wurde die Einweihungsfeierstunde durch musikalische Darbietungen des Thomasberger Tambourkorps und des Fanfarenkorps 'Rot-Blau Auelgau'. Hunderte von Bürgern waren Zeuge der Einweihung und besichtigten das unter der Erde liegende technische Wunderwerk.

Die Planung der Hochbehältergruppe wurde von dem zwischenzeitlich im Ruhestand lebenden Ingenieur Ernst Wildraut aus Hoffnungsthal ausgeführt. Die Genehmigung zum Bau wurde am 27. Mai 1974 beantragt. Erteilt wurde die Genehmigung am 22. April des darauffolgenden Jahres und am 12. September 1975 wurde mit dem ersten Spatenstich der Bau begonnen. Die Bauleitung wurde Klaus Steffens aus Overath-Marialinden übertragen.

Sieben Firmen waren mit der Erstellung des Wunderwerks der Technik beauftragt. Der Hochbehälter entstand auf einer Grundstücksfläche von 26500 Quadratmeter.

Allein im Erdreich wurden 2300 Meter Rohrleitungen verlegt. Neun Armaturenschächte mußten gebaut werden. Die Größe der einzelnen vier Behälter beträgt 1250 Kubikmeter. Sie haben einen Durchmesser von 20 Metern und eine Wassertiefe von vier Metern. Der Gesamtinhalt liegt bei 5000 Kubikmeter.

Weitere interessante Zahlen: 20300 Kubikmeter Erdbewegungen waren erforderlich. 4600 Kubikmeter Beton wurden verarbeitet. Allein 270 Tonnen Betonstahl sind verarbeitet worden. Im Innern wurden 600 Meter Rohre und 7 Kilometer elektrische Leitungen verlegt.

Verbandsvorsteher Lindlar gab bei einem Rundgang, womit der 'Tag der offenen Tür' begann, Einzelheiten über den Wasserbeschaffungsverband und seine Tätigkeit in der Zukunft bekannt.

Das Verbandsgebiet umfaßt 61 Quadratkilometer. Die Anzahl der Mitglieder beträgt zur Zeit rund 5100.

Die Gesamtzahl der von dem Verband direkt versorgten Einwohner liegt bei etwa 20400.

Zur Zeit befinden sich zwei weitere Brunnen im Bau, die unmittelbar unterhalb der Ortschaft Stieldorferhohn im Lauterbachtal entstehen. Der Verband erwartet dadurch eine weitere zusätzliche Wassermenge von 50 Kubikmeter pro Stunde.

Mit dieser nunmehr größten Hochbehältergruppe hat der Wasserbeschaffungsverband acht Hoch- und Wasserbehälter mit einem gesamten Volumen von 8150 Kubikmetern.

1977 wurden 1423000 Kubikmeter Wasser beschafft. Die Rohrnetzlänge des Verbandes beträgt 219 Kilometer. Vier Trinkwasserbrunnen sowie sechs Pumpwerke stehen zur Verfügung.

22 Millionen DM hat der Verband seit 1951 für seine gesamten Anlagen investieren müssen. Dazu Hank: 'Unsere Steuergelder werden also nutzbringend angewendet.' Hank bedauerte nur den uneinheitlichen Wasserpreis innerhalb der Stadt. Er sprach die Hoffnung aus, daß dies bald geändert werden könne."

Foto unten: die Pfarrer Heribert Riem (Thomasberg) und Gottfried Stein (Oberpleis) mit anderen Ehrengästen und interessierten Bürgern vor dem neuen Hochbehälter

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 25 vom 23. Juni 1978 und Nachlass Klöhs (Fotos)
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller (SZ) / Verein Gutenberghaus Bad Honnef (Fotos)
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Aus Siebengebirgs-Zeitung Gewerbe Thomasberg
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