Blumenschmuck- Wettbewerb

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1977

Blumenschmuck- Wettbewerb

Trotz des schlechten Sommers: Der Blumenschmuck-Wettbewerb war ein Erfolg.
Die Siegerehrung anlässlich des Blumenschmuckwettbewerbs, der in Heisterbacherrott zum vierten Male vom Heimatverein ausgerichtet wurde, stand im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins im Saale Peter Lichtenberg. Nach einleitenden Worten des Vorsitzenden Rudolf Bohnen nahmen Bürgermeister Hank und Vorstandsmitglied Hans-Willi Gathen die Ehrung der Sieger und Siegerinnen vor.

18 Personen beziehungsweise Familien beteiligten sich in diesem Jahre an dem Wettbewerb. Rudolf Bohnen: „Das ist von der Zahl her wenig, doch wenn man andere Gemeinden sieht, die größer sind und wo die Beteiligung noch schlechter ist, können wir recht zufrieden sein." Bohnen schloss seine Ansprache mit dem Satz: „Während des Wettbewerbes und auch sonst ist Heisterbacherrott ein riesiger Blumenstrauß."

Hans-Willi Gathen als Vorsitzender der aus sechs Personen bestehenden Jury betonte, dass man es durch das schlechte Wetter im Sommer nicht leicht gehabt habe. Im Spätherbst seien die Vorgärten noch einmal aufgeblüht. Bewertet wurden Vorgärten, Blumenkübel, Balkonschmuck, und als Blumen waren gewünscht worden: Dahlien und Petunien.

Freiwillig hatten sich einige Familien von diesem Wettbewerb ausgeschlossen; Grund: Sie hatten bei den vorherigen Wettbewerben schon mehrmals Preise gewonnen und verzichteten jetzt zugunsten anderer.

Vorsitzender Rudolf Bohnen kündigte an, dass der Heimatverein in dreijährigem Rhythmus die Blumenschmuckwettbewerbe durchführen will.
Bürgermeister Hank dankte dem Vorsitzenden, der trotz seiner schweren Krankheit die Liebe zur Heimat nicht verloren hat. Hank kündigte an, dass der Verein für rheinische Denkmalpflege im Juni 1978 drei Tage lang in Königswinter tagen werde.

Den ersten Preis in der Gruppe „Balkone, Blumenkübel" errang Heike Klare. Zweit- und Drittplazierte wurden Toni Käufer und Juliane Landsberg. Helga Heuer erhielt den Sonderpreis für Petunien.
Hildegard Deland wurde Siegerin in der Abteilung „Vorgärten". Den zweiten Preis nahm die Familie Tirpitz in Empfang. Heike Klare war es dann wiederum, die auch den Sonderpreis für die schönsten Dahlien in Empfang nehmen konnte.

Alle Sieger und Platzierten erhielten aus der Hand des Bürgermeisters Bücher als Preise.
Als Geschenk der Stadt für den Heimatverein brachte Hank einen Umschlag mit DM 100,- Inhalt mit, den er dem Kassierer Peter Wertenbruch überreichte, der zu Beginn des Abends den Kassenbericht erstattete.

Ehrend wurde der beiden Toten des letzten Jahres gedacht. Rudolf Bohnen gab einen umfassenden Jahresbericht. Er betonte, dass sich der Heimatverein 1977 viel vorgenommen habe, viel sei erreicht worden, aber leider nicht alles. So habe der Heimatverein sich für eine sauberere Gestaltung des Ehrenmales vor der Kirche eingesetzt. Die Namen der Gefallenen sollen in neuer Schrift auf der Tafel angebracht werden. Für die beim Sturm vor wenigen Wochen umgefallene kranke, mehrere 100 Jahre alte Kastanie soll eine neue Bepflanzung erfolgen. Der Heimatverein habe der Stadt, so Bohnen, den Vorschlag gemacht, keine Kastanie mehr, sondern eine Lindengruppe anzupflanzen.
Zu Ostern 1978 soll auch die neue Orientierungstafel fertig gestellt sein. Ein besonderes Anliegen des Heimatvereins sei es auch, dass der Heisterbacherrotter Rundweg und alle anderen Wanderwege instandgesetzt und markiert werden.

Die Idee des Bürgerfestausschussvorsitzenden Karl-Heinz Wijbenga vor einigen Jahren, das Weiherfest ins Leben zu rufen, nannte Vorsitzender Bohnen ausgezeichnet. „Dieses heimatliche Fest muss erhalten bleiben." Der Heimatverein nahm an diesem spätsommerlichen Fest teil. In seinem Jahresrückblick vergaß Bohnen auch nicht den Neujahrsspaziergang mit dem Neujahrsfeuer zu erwähnen. Auch diese schon zur Tradition gewordene Veranstaltung des Heimatvereins soll weiterhin bestehen bleiben. Bohnen nannte in seinem weiteren Bericht die verschiedensten heimatkundlichen Vorträge und Fahrten. Für 1938 ist eine Fahrt nach Essen geplant. Bohnen will sich auch für eine Erweiterung des Naturschutzgebietes einsetzen.

Den unterhaltenden Teil des Abends eröffnete Schriftführer Willy Schiffer mit seinen vertonten Filmen von Wanderungen und Besichtigungsfahrten des Vereins im letzten Jahr. Auf versteckten Siebenqebirgspfaden, den sonnigen Moselhöhen zwischen Piesport und Trittenheim und im Stadtkern von Mainz sahen sich die munteren Wanderer wieder. Landschaftsmotive und Bildqualität leckten zu neuen Ufern mit Wanderwart Hans-Willi Gathen und dem Kunsthistoriker Dr. Elmar Heinen.

Eine lichtbildnerische Spitzenleistung bot  sodann der Vortrag von Stephan Zylka über „Der Heisterbacher Mantel".

Die Bezeichnung „Heisterbacher Mantel" für die das ehemals stille Tal von Heisterbach mit den umschließenden Bergen Petersberg, Nonnenstromberg, Stenzelberg und Weilberg ist sehr alt und noch heute ist die Bezeichnung „Im Mantel" ein feststehender Landschaftsbegriff. Wie vielseitig eine Wanderung durch diesen Heisterbacher Mantel, über seine Berge und Sättel ist, zeigte der Lichtbildervortrag des Abends, der zwar nur einige wenige Details der Wald- und Berglandschaft zeigen konnte, diese aber wie schmückende Perlen eben dieses Mantels vorführte.  Felswände, Pflanzen, Tiere und übergroß abgebildete, sonst verborgene Einzelheiten zeigten, was offene Augen in dieser sagenerfüllten und mit Geheimnissen bereicherten Landschaft entdecken können. Inmitten all dieser Herrlichkeiten steht nun das größte kulturelle Kleinod, die Ruine von Heisterbach, das Zeugnis einer klösterlichen Hochblüte. Die Bilder versuchten einen Einblick zu geben in die Bau- und Formideen, die dort einst Gestalt angenommen hatten und bis heute in dem kleinen Rest dieser Ruine Zeit  zum Erleben und Nachdenken übrig lassen.

Die traditionell zum familiären Heimatabend gewordene Jahreshauptversammlung klang aus bei munterer Unterhaltung und frohen Volks- und Wanderliedern bis in die erste Morgenstunde hinein.

90 Heimatfreunde nahmen an der Jahreshauptversammlung teil. gst

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Sept. 1977
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller / Winfried Görres
Räume & Galerien
Aus Siebengebirgs-Zeitung Vereine Heisterbacherrott
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