Auftaktabend zum 25-jährigen Jubiläum

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1976

Auftaktabend zum 25-jährigen Jubiläum

"Mit einem kulturellen Familienabend eröffnete der Heimatverein Heisterbacherrott eine Reihe von Veranstaltungen anläßlich seines 25-jährigen Bestehens. Der eigentliche Festabend mit Ehrungen findet erst am 23. Oktober statt.

Den ersten Abend der Jubelveranstaltungen im Saale Lichtenberg eröffnete Vorsitzender Rudolf Bohnen und hieß die Heimatfreunde herzlich willkommen. Sein besonderer Gruß galt Pfarrer Dr. Ly und den beiden ältesten Teilnehmern, den beiden Senioren Albert Conrad (93) und Wolfgang Klose (90).

Der Abend wurde musikalisch und gesanglich untermalt durch Darbietungen des Musikzuges 'Bergklänge' und des heimischen Kirchenchores.

Oberforstmeister Jürgen Schoo zeigte über 180 Farbdias aus den Wäldern des Siebengebirges. (Darüber berichten wir noch). Der Heimatverein ist aus dem 1951 gegründeten Verkehrsverein Heisterbacherrott hervorgegangen.

Vorsitzender Rudolf Bohnen versuchte in seiner Festrede, den zahlreichen Teilnehmern dieses Abends den Begriff 'Heimat' näherzubringen. Bohnen bezeichnete den Wald als das Wertvollste unseres nächsten Lebensbereiches, den Siebengebirgswald, den wir schon so oft durchwandert und durchspaziert haben.

Dort haben wir Erholung. Bohnen betonte, daß dieser Wald der Berglandschaft am Rheinstrom Leben, Gestalt und Farbe verleiht. Ihn zu erleben, sollten wir nie aufhören.

Heimat sei nicht gleich Heimat, betonte Bohnen in seinen Ausführungen weiter. Aufgrund der wechselvollen Geschichte der Völker und der ungewöhnlichen Entwicklungen der Einzelschicksale in diesen bewegten Zeitläuften sei Heimat nicht mehr etwas unverrückbar Konstantes geblieben. Auch sei nicht zu übersehen, daß das Wort 'Heimat' durch Sentimentalität, Kitsch, Geschäftemacherei und nationalistische Gedankenspiele belastet worden sei und noch werde, so daß manch einer ob solch böser Sinnübertünchungen verwirrt werden könne und lieber gar nicht mehr von Heimat sprechen möchte.

Heimat, für das sich manche Heimatvereine noch einsetzten, sei zunächst die Umwelt, mit der wir durch unsere Geburt verbunden sind. Heimat, so sagte Bohnen, sei aber auch die Gegend, durch die wir durch die Zeitläufte hin verschlagen werden und mit der wir uns gut oder schlechthin verwurzelt fühlen oder fühlen müssen. Heimat beziehe sich aber nicht nur auf die Landschaft, in der wir leben, sondern auch auf das Gefühl des Daheim- oder des Geborgenseins.

Heimat basiere aber auch auf geistig-seelischem Kontakt mit Menschen, mit denen wir unseren Lebensraum teilen, mit denen wir zusammen arbeiten, mit denen wir Freude und Leid in den Wechselfällen des Lebens gemeinsam erleben und bestehen.

Die Heimat sei es wert, geschützt, erhalten und gefördert zu werden. Alles Tun für diese Zwecke sei die Heimatpflege. Ihr habe sich der Heimatverein satzungsgemäß verschrieben und danach richte er seine Tätigkeit aus, betonte der Vorsitzende."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 13 vom 26. März 1976
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter
Räume & Galerien
Aus Siebengebirgs-Zeitung Vereine Heisterbacherrott
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