Aufnahme: 1975

Feuerwehrfest endete mit Schlägerei

"Es hatte so schön begonnen und sollte auch schön enden: Das Hüttenfest der Freiwilligen Feuerwehr Thomasberg. Die Wehr hatte die Mitglieder und die gesamte Bevölkerung zu dieser sommerlichen Begegnung an einem lauen Abend eingeladen. Zahlreich waren sie gekommen. Es gab Bier vom Faß, Schnaps und Limonade, Koteletts, Würstchen, Frikadellen. Die Wehrleute betätigten sich selbst als Kellner und so hatten die vielen Gäste rund ums Lagerfeuer viel Spaß. Romantisch war es auch im Schein der Petroleumlampen und des Lagerfeuers. Die Musik ertönte aus dem Kassettenrecorder, den die Wehr anläßlich ihres 50-jährigen Bestehens seitens der Stadt als Geschenk erhalten hatte.

So schön begann also das Fest am Samstagabend um 17 Uhr. Doch es endete verheerend.

Schon während des Festes kam es zu Anpöbeleien zwischen jugendlichen Gästen und der Feuerwehr. Die Jugendlichen beschwerten sich über angeblich nicht ordnungsgemäß hergerichtete Eßwaren. Diese Anpöbeleien führten gegen 1.20 Uhr zu einer schweren Schlägerei zwischen verschiedenen Partygästen und einem Ehepaar. Mehrere Beteiligte erlitten dabei Verletzungen.

Etwa gegen 2 Uhr, als die Schlägerei und auch das Fest beendet waren, suchte eine Platzwache der Wehr einen in der Nähe aufgestellten Wohnwagen auf. Die Wache bestand aus einem Ehepaar, dem 16-jährigen Sohn und einem weiteren Feuerwehrmann, insgesamt also drei Wehrmänner und eine Frau. Plötzlich wurden die Vier durch Schläge an ihrem Wohnwagen aufgeweckt. Als sie nach draußen kamen, sahen sie sich einer Übermacht von etwa zehn Personen, Männer und Frauen, gegenüber. Diese waren mit Keulen, Stöcken, Beilen und Äxten bewaffnet. Die Wache versuchte zu fliehen. Es kam zu einer Verfolgungsjagd. Dabei wurden die Überfallenen mehr oder weniger schwer verletzt, einer sogar so, daß er noch in der Nacht mit einem Rettungswagen ins Königswinterer Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Er erlitt schwere Kopfverletzungen.

Die Polizei konnte trotzdem noch verständigt werden. Sie nahm späterhin, aber noch in der Nacht, nach einer Gegenüberstellung mit den Überfallenen drei der Täter fest. Dabei soll es sich um die Haupttäter gehandelt haben, einen 19- und einen 31-jährigen Mann sowie um eine Frau. Da der 31-jährige stark nach Alkohol roch, wurde ihm noch eine Blutprobe entnommen. Gegen alle Festgenommenen wurde Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung erstattet.

Der Wohnwagen wurde zerstört, ebenfalls die Thekeneinrichtung, die Spüle und sämtliche Trinkgläser.

Am Sonntagmorgen flickten die Wehrleute notdürftig die zerstörten Gegenstände, soweit es möglich war, wieder zusammen und setzten am Sonntagnachmittag das Fest fort. Die Kinder wurden mit lustigen Spielen und einem Ponyreiten unterhalten.

Der ehemalige stellvertretende Bürgermeister Klümpers hatte für das Fest ein Fäßchen Bier gestiftet."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 36 vom 5. September 1975
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper
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Aus Siebengebirgs-Zeitung Feuerwehr
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