Abgebildete Personen
Aufnahme: 1974
Kindergarten "Auf dem Hasensprung" übergeben
"An der Grenze zwischen Heisterbacherrott und Thomasberg wurde der schönste Kindergarten der Stadt Königswinter seiner Bestimmung übergeben. Für rund eine Million DM von der Stadt Königswinter erbaut, übernahmen ihn die katholischen Pfarreien von Thomasberg und Heisterbacherrott in ihre Trägerschaft. Prälat Pieper vom Generalvikariat in Köln überbrachte die Grüße des Kardinals, nahm die Einweihung vor und unterstrich das weitere Interesse des Bistums am Bau von Kindergärten unter der Voraussetzung, daß das Land, wie im Kindergartengesetz vorgesehen, fünfzig Prozent der Kosten übernimmt. Die bisherigen Praktiken des Landschaftsverbandes trugen dieser gesetzlichen Regelung jedoch nicht Rechnung, betonte der Prälat. Etwa zehn Prozent der Kirchensteuer seien notwendig, um den laufenden Betrieb der 700 Kindergärten zu finanzieren.
Stadtdirektor Franz-Josef Schmitz gab in seiner Eröffnungsansprache der Genugtuung Ausdruck, daß mit der Fertigstellung dieses Baues der Bedarf an Kindergartenplätzen in diesem Gebiet zu 75 % gedeckt werden konnte. Ein großer Wunsch der Bevölkerung sei in Erfüllung gegangen, würden doch jetzt für vier Kinder im kindergartenfähigen Alter drei Kindergartenplätze angeboten.
Bürgermeister Günter Hank skizzierte die Entwicklung des vollendeten Baues und dankte den Pfarrgemeinden für die Übernahme der Trägerschaft. Zugleich erinnerte er an die Leistungen der Stadt, die im Jahre 1969, dem Zeitpunkt des Zusammenschlusses, 445 Kindergartenplätze vorfand und heute deren über 1000 aufweisen kann.
Stadtverordneter und CDU-Vorsitzender Hans-Georg Gilka dankte dem Generalvikariat, daß es sich entschließen konnte, die Einrichtung zu übernehmen. Der Dank der CDU gelte allen, die sich der Verwirklichung dieses Objektes angenommen haben.
SPD-Stadtverordneter Herbert Losem, der ebenso wie Gilka Spielzeug als Geschenk mitbrachte, erinnerte daran, daß der Kindergartenneubau auf historischem Boden stehe: Dort wurden früher die 'Schlachten' zwischen Thomasbergern und Heisterbacherrottern, zwischen den 'Strüchern' und den 'Ledderköpp' ausgetragen.
Einen Geldbetrag von der UBG-Fraktion überreichte Ratsmitglied Wald.
Pfarrer Herbert Riem betonte, daß der Kindergarten zwar als katholisch geführt werde, jedoch allen Kindern offen stehe. Nicht Betschwestern heranzuziehen sei das Bestreben, sondern jungen Menschen den Blick zu öffnen für alles Schöne, Gute und Edle.
Ab Herbst dieses Jahres werden unter der Leitung von Gerda Jansen vier Gruppen zu je 30 Kindern in den hervorragend angelegten und ausgestatteten Räumen betreut.
Am 13. März 1972 faßte der Stadtrat den Beschluß, für die Stadtteile Thomasberg und Heisterbacherrott einen Kindergarten zu bauen, im April des gleichen Jahres wurde der Architektenvertrag abgeschlossen. Zwei Monate später erfolgte die Sicherstellung der Finanzierung durch Bewilligung der Landesmittel und des Zuschusses des Jugendamtes sowie die Bereitstellung der Eigenmittel im Nachtragshaushaltsplan für das Jahr 1972. Der erste Spatenstich wurde am 13. November 1972 getan, die Rohbauabnahme erfolgte am 24. September 1973, die Fertigbauabnahme am 4. April dieses Jahres.
Die Größe des Grundstückes beträgt 2790 qm, die bebaute Fläche 346,71 qm. Das Gebäude wurde an der Hanglage mit Unterkellerung zweigeschossig gebaut.
Im Untergeschoß sind untergebracht: Zwei Gruppenräume, ein Intensivraum, ein Gymnastikraum, ein Personalraum mit Garderobe, eine Küche, zwei Waschräume, eine Dusche, eine Toilette, ein Geräteraum, ein Putzraum und eine Halle. Im Erdgeschoß: Zwei Gruppenräume, zwei Intensivräume, ein Raum für die Leiterin, eine Küche, zwei Waschräume, eine Dusche, eine Toilette, ein Putzraum und eine Halle.
Die Gesamtkosten liegen bei fast einer Million DM einschließlich Grunderwerbskosten. Der Zuschuß des Landes lag bei DM 371000,—, der Zuschuß des Jugendamtes bei DM 167000,—, den Rest mußte die Stadt selbst aufbringen."
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