Jubiläum und Abschied bei der Stadtverwaltung

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1974

Jubiläum und Abschied bei der Stadtverwaltung

"Stadtdirektor Schmitz verabschiedete im Sitzungssaal des Rathauses in Königswinter sechs verdiente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nach Erreichen der Altersgrenze in den wohlverdienten Ruhestand traten.

Der Chef der Verwaltung würdigte in einer Laudatio die Verdienste der Ruheständler und überreichte ihnen neben einer Urkunde Blumen und Geschenke.

Christine Otto wurde am 29. Januar 1909 in Kuxenberg geboren. Heute wohnt sie in Thomasberg. Am 1. Dezember 1942 trat Christine Otto bei der früheren Gemeinde Oberpleis und dem Schulverband Oberpleis ein und wurde mit der Reinigung der damals drei-klassigen Schule Thomasberg beauftragt. Später wurde sie als Schulwartin übernommen. Mit Wirkung vom 1. August 1969 trat sie aufgrund des Gesetzes zur kommunalen Neugliederung als Schulhausmeisterin in den Dienst der neuen Stadt Königswinter. Nach den geänderten Tarifvorschriften für Schulhausmeister wurde sie mit Wirkung vom 1. August 1972 in das Angestelltenverhältnis übernommen. Stadtdirektor Schmitz bezeichnete Christine Otto als 'den guten Geist der Schule'. Eine Abschiedsfeier an der Schule fand bereits statt.

Theodor Käufer wurde am 21. Januar 1909 in Königswinter geboren, wo er auch heute noch wohnt. Er ist gelernter Schlosser und wurde am 11. Oktober 1945 bei der Stadt Königswinter als Stadtarbeiter eingestellt. 1962 hatte er einen Arbeitsunfall. Neben seiner Tätigkeit im Bauhof betreute er das städtische Heimatmuseum und die städtische Landebrücke. Diese Arbeiten führt er auch nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst der Stadt Königswinter wegen Erreichens der Altersgrenze bis auf weiteres fort. Stadtdirektor Schmitz betonte, daß Käufer ein Stück Alt-Königswinter verkörpert. Stets ist er guter Laune.

Heinrich Strack wurde am 12. Mai 1910 in Bad Honnef geboren, wo er auch heute noch wohnt. Während des Krieges war Heinrich Strack Angehöriger der Kriegsmarine. Am 3. Dezember 1957 wurde er bei der Stadt Königswinter als Schreiner eingestellt. Seine Arbeiten umfaßten auf dem Gebiet der Bauschreinerei die Herstellung von Türen, Fußböden, Trennwänden und Fenster einschließlich der Verglasung, auf dem Gebiet der Möbeltischlerei die Herstellung von Aktenschränken, Regalen, Anbauschränken und Schreibtischen.

Heinrich Otto wurde am 11. März 1912 in Thomasberg geboren. Dort hat er auch heute noch seinen Wohnsitz. Nach der Schulentlassung war Otto zunächst kurze Zeit als Landhelfer beschäftigt. Im Februar 1927 trat er als Kellereiarbeiter in den Dienst der Firma Mülhens, Königswinter, ein. 1940 wurde er zur Wehrmacht einberufen und in Rußland 1942 schwer verwundet. Sein rechter Unterarm mußte amputiert werden. Am 27. Dezember 1943 wurde Heinrich Otto beim früheren Amt Oberpleis als Kassengehilfe eingestellt und ab Oktober 1945 als Verwaltungsangestellter weiterbeschäftigt. Am Tage nach Weihnachten 1965 feierte er sein silbernes Dienstjubiläum. Zuletzt war er bei der Stadt Königswinter als Kassierer bei der Stadtkasse eingesetzt. In seinem Ruhestand will er das als Hobby tun, was von 1927 bis zum Kriegsausbruch sein Beruf war: Wein trinken.

Ein abwechslungsreiches Leben hat Wilhelm Schild hinter sich, der am 22. August 1910 in Heisterbacherrott das Licht der Welt erblickte. Heute wohnt der Altersjubilar am Steinweg 9 in Thomasberg. Nach der Schulentlassung 1924 war er wegen des frühzeitigen Todes seines Vaters bis zum 19. Lebensjahr im elterlichen Milchgeschäft und in der Landwirtschaft tätig. Von März 1929 bis Oktober 1932 arbeitete er als Kellner- und Buffetiergehilfe im Hotel auf dem Drachenfels, später im selben Hotel als Kellnervolontär. Anschließend war er in verschiedenen Hotels als Kellner beschäftigt. Von 1935 bis 1940 führte er in Krefeld-Uerdingen eine Stehbierhalle auf eigene Rechnung. Im Februar 1940 wurde Wilhelm Schild zum Wehrdienst einberufen. 1943 verlor er durch einen Unfall im Dienst das rechte Bein. Von 1944 bis 1945 war er bei den Lemmerzwerken in Königswinter in der Versandabteilung und in der Lohnbuchhaltung beschäftigt. Am 27. November 1945 wurde er beim früheren Amt Oberpleis als Verwaltungsangestellter eingestellt. Der Ruheständler war beim Ordnungsamt und beim Einwohnermeldewesen eingesetzt.

Wegen Krankheit konnte Anne Schneider nicht zur Feierstunde erscheinen. Stadtdirektor Franz-Josef Schmitz wird ihr in ihrer Wohnung ein Blumenangebinde überreichen. Anne Schneider wurde am 31. Januar 1915 im heutigen Jugendhof geboren. Nach der Schulentlassung war sie bis Mai 1934 bei ihrem Vater, Obergerichtsvollzieher Philipp Schneider, als Bürogehilfin tätig. Anschließend war sie 3 Monate als Helferin im Oberkasseler Krankenhaus beschäftigt. Bis zum 20. Juni 1936 arbeitete sie dann als Büroangestellte bei mehreren Gerichtsvollziehern in Königswinter. Am 22. Juni 1936 wurde sie als Stenotypistin bei der Stadt Königswinter eingestellt. Später erfolgte ihre Übernahme als Verwaltungsangestellte. 1951 wurde sie zur zweiten stellvertretenden Standesbeamtin des Standesamtsbezirkes Königswinter bestellt. Viele Jahre war Anne Schneider Schriftführerin des Stadtrates und seiner Ausschüsse. Am 22. Juni 1961 feierte sie ihr 25jähriges Dienstjubiläum. Nach der kommunalen Neugliederung des Raumes Bonn am 1. August 1969 wurde sie zum Garten-und Friedhofsamt versetzt. Dieses Amt wurde aufgrund der Neuorganisation im Baudezernat am 1. April 1972 aufgelöst. Von diesem Zeitpunkt an gehörte Anne Schneider dem Tiefbau-und Gartenbauamt an.

'Josef Poggel gehört der Zunft der Männer von der Straße an.' Mit diesen Worten würdigte Stadtdirektor Schmitz das silberne Dienstjubiläum von Josef Poggel, der am 31. Januar 1916 in Siemenstrop geboren wurde und heute in Oberpleis wohnt. Am 4. April 1949 wurde Josef Poggel bei der früheren Gemeinde Oberpleis als Wegearbeiter eingestellt. 1969 wurde er als Stadtarbeiter in den Dienst der neuen Stadt Königswinter übernommen. Seit dieser Zeit ist er der Wegebaukolonne Oberpleis zugeteilt. 'Stets war er seiner Pflicht bewußt. Wenn man ihn rief, war er zur Stelle, ob sonntags oder nachts, wenn es hieß, Straßen vom Schnee zu befreien.'

Die Grüße des Personalrates hatte Personalratsvorsitzender Gathen überbracht, der ausgerechnet hatte, daß 136 Dienstjahre am Tisch zusammensaßen."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 15 vom 12. April 1974
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper
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Aus Siebengebirgs-Zeitung Kommunales
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