60 Jahre TuS Thomasberg

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1973

60 Jahre TuS Thomasberg

"60 Jahre Vereinsgeschichte, zweifellos reich an kameradschaftlicher Gemeinsamkeit, lobenswertem Idealismus und schönen Erfolgen hat der TuS Thomasberg erlebt. Seit der Gründung am 31. Mai 1913, als sich 55 turnbegeisterte Männer in dem Turnverein Kuxenberg zusammenschlossen, musste der Verein viele Höhen und Tiefen durchmachen. Besonders die beiden Weltkriege kosteten viele Opfer. So waren es im ersten Weltkrieg neun und im zweiten Weltkrieg 20 Mitglieder, die nicht mehr zurückkamen. Aber immer wieder wurden durch die Tatkraft und Idealismus der Mitglieder neue Anfänge gemacht. Die Anschaffung einer Vereinsfahne wurde durch die Zeit der Geldentwertung sehr erschwert. Aber zum Turn- und Stiftungsfest im Jahre 1922 war sie vorhanden und wurde auf dem Schulhof geweiht.

Neben dem Turnen wurde im Jahre 1926 mit dem Handballspiel begonnen. Aber es fehlte der Sportplatz. Man hielt Umschau nach geeignetem Gelände und man glaubte die Schutthalden am „Stüss-Bruch" dafür umgestalten zu können. Eine Besichtigung am 1. Juni 1929 ergab heftige Meinungsverschiedenheiten. Während ein Teil der Mitglieder glaubte, es fertig zu bringen, aus den Halden einen Sportplatz zu schaffen, bangten viele andere um das Geräteturnen. Nachdem in der Versammlung des Turnvereins am 23. August 1930 der Sportplatzbau abgelehnt worden war, gründete man drei Tage später einen eigenen Sportverein, der seine Aufgabe darin erblickte, den Sportplatz zu schaffen. Die Halden am „Stüss-Bruch" wurden von dem damaligen Besitzer des Geländes, der Basaltgewerkschaft Fritze in Andernach, zu einem jährlichen Pachtpreis von 20 DM gepachtet.  Durch den Arbeitseifer der Mitglieder angesteckt, fanden sich bald auch manche andere freiwillige Helfer, die nicht Vereinsmitglieder waren. Bereits am 24. April 1931 konnte der Platz seiner Bestimmung übergeben werden. Über ein Jahr verhandelte man, die beiden Vereine zusammenzuschließen.

Am 19. April 1932 schlossen sich die beiden Vereine zum Turn- und Sportverein 1913/30 Thomasberg zusammen. Der Sportplatz wurde zu klein, in Herrn J. G. Adrian aus Oberkassel fand man einen Mann, der am Limperichsberg seinen Steinbruch zur Verfügung stellte. Am 2. Mai 1948 konnte der neue Platz nach vielen mühesigen Arbeitsstunden feierlichst seiner Bestimmung übergeben werden. Viele sportliche Erfolge konnten in den vergangenen Jahren verzeichnet werden. Die erste Mannschaft schaffte 1950/51 den Aufstieg in die Oberliga Mittelrhein, die A-Jugend war drei Jahre hintereinander 1970, 1971 und 1972 Kreismeister, die Schüler schafften 1970 die Mittelrheinmeisterschaft, 1972 wurde die Leichtathletikabteilung Mittelrheinmeister. 1972 errang der Verein insgesamt 32 Rekorde. Im Jubiläumsjahr 1973 hatte der Verein 348 Mitglieder. Im Februar dieses Jahres schloß sich der TuS Thomasberg mit dem Turnverein „Germania" aus Ittenbach zusammen. „Aus der Gruppe der wenigen Männer im Jahre der Gründung ist ein stattlicher Verein mit hervorragenden Erfolgen geworden." Mit diesen Worten begann ein Grußtelegramm, welches Bürgermeister Hank dem TuS Thomasberg zum 60jährigen Bestehen übersandt hatte. „Besonders im Handballsport ist der Verein in ganz Nordrhein-Westfalen bekannt und trägt somit einen besonderen Teil zur Entwicklung und zum guten Ruf des Sports in unserer Stadt bei." Drei Tage lang feierte der TuS Thomasberg/Ittenbach verbunden mit der Thomasberger Kirmes sein Diamantenes Jubelfest.

Der 1. Vorsitzende, Willi Weber, konnte mit fast einstündiger Verspätung den Festkommers am Samstagabend im Festzelt eröffnen. Er konnte zahlreiche Ehrengäste begrüßen, den stellvertretenden Bürgermeister Heinrich Klümpers, die Mitgründer, die Ehrenmitglieder sowie die Fraktionsvorsitzenden im Rate der Stadt Königswinter. Dem Rat und der Verwaltung sprach Willi Weber den Dank des TuS für die ständige Unterstützung des Vereins, der heute rund 700 Mitglieder zählt, aus. Mit seinen fünf Jugend-, fünf Senioren-, einer Leichtathletik-, einer Turn-, einer Gymnastik- und einer Tischtennismannschaft gehört der TuS Thomasberg/Ittenbach heute zu den größten Sportvereinen der Stadt Königswinter. Weber zeichnete ein Bild des Sportes in der Gegenwart und für die Zukunft. Die Sportlerinnen und Sportler haben sich nicht nur des Sportes wegen, sondern auch aus Freude an der Gemeinschaft— zusammengeschlossen. Nur durch die Gemeinschaft kann der Sport zum Erfolg führen, sagte der Vorsitzende, der jeden einzelnen des Vereins lobte, weil er viel Freizeit zur eigenen Körperertüchtigung und zum Wohle der Allgemeinheit opfert. Für den verhinderten Bürgermeister Günter Hank sprach sein Stellvertreter Heinrich Klümpers die Glückwünsche und Grüße des Rates und der Verwaltung aus. „Der TuS hat sehr viel in der Breitenarbeit und zur Ertüchtigung der Jugend geleistet. Aber auch durch seinen Leistungssport hat der TuS Thomasberg den Namen Königswinter und Thomasberg in aller Welt bekannt gemacht. Thomasberg ist nicht nur in der Bundesrepublik bekannt, auch in Jugoslawien, in Portugal und sogar in der DDR kennt man die erfolgreichen Sportler aus dem Siebengebirgsraum.

Der TuS Thomasberg ist aber nicht nur ein Sportverein, sondern auch ein Heimatverein gewesen und wird es hoffentlich auch immer bleiben." Mit diesen Worten überreichte Klümpers dem Vorsitzenden im Auftrage des Bürgermeisters einen Scheck. Die Glückwünsche der CDU überbrachte der Vorsitzende Gilka. Als Geschenk überreichte er der Damenhandballabteilung einen Ball. Mit dem, so hoffte er, viele Tore geschossen werden. Für die SPD gratulierte Dr. Volkmar Kellermann. Auch er hatte einen Ball mit dem Wunsche überreicht, damit in die Bundesliga aufzusteigen. UBG-Koll überreichte als Geschenk seiner Fraktion dem Geburtstagskind einen Scheck. Franz Unterstell vom Bürgerfestausschuss und vom Skiklub hatte Blumen und einen Scheck mitgebracht. Den Glückwünschen schloss sich mit einem Blumengebinde auch die Feuerwehr an. Weitere Gratulanten waren mit Geld und Blumen der Gemischte Chor Thomasberg, das Tambourkorps und Johann Weiler vom Stadtsportbund. Gerd Mertins vom Gut Buschhof, der den Tennisclub Grün-Weiß vertrat, versprach als Geschenk einen 10-Zentner schweren Mastbullen von seinem Gut, der jederzeit abholbereit zur Verfügung steht. Unter das Motto „Der Mensch braucht den Sport" hatte der Trainer und Olympiasieger von 1936, Hans Keiter, seine Festansprache gestellt. „Der Sport wird heute von der Gesellschaft ernst genommen.

Er fördert die Gesundheit und füllt die Freizeit aus." Wegen der Wichtigkeit einer SPD-Veranstaltung im Landtag zu Düsseldorf war Minister Diether Deneke, der kommen wollte, unabkömmlich. Er hatte ein Grußtelegramm gesandt. Landrat Willi Lindlar war ebenfalls nicht zum Festkommers erschienen. Im Mittelpunkt des Kommerses standen zahlreiche Ehrungen. Vorsitzender Willi Weber überreichte für vieljährige Mitgliedschaft und besondere Verdienste für den Verein Gold- und Silber-Nadeln. „Goldträger" wurden Karl Brodesser, Mathias Kurenbach, Christoph Minten, Theo Müller und Josef Otto. Silber gab es für: Reiner Bellinghausen, Theo Bröhl, Josef Damm, Josef Gaida, Erwin Hovenbitzer, Hans-Josef Mehren, Bernd Otto, Matthias Schmitz, Gerd Weber, Heinz Weber, Franz Dahm, Hans-Willi Bellinghausen, Willi Dunkel, Erich Assenmacher, Heinz Damm, Karl Füllenbach und Horst Kurenbach. Auch der Handballkreis Sieg sprach einige Ehrungen aus, die Christoph Minten, Vorstandsmitglied des Handballkreises, vornahm. Er überreichte unter dem Beifall der vielen Anwesenden die Silberehrennadel des Kreises an Paul Doppelhammer, Hans-Günther Schmidt und Walter Weber. Bronze erhielt Paul Kläffgen. Umrahmt wurde der Festakt durch musikalische Darbietungen des Stabsmusikkorps. Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein unterhielt das Kölner Karnevals-As Heinz Eschweiler und die Kölner „Büschräuber" mit heiteren Einlagen. Begonnen hatten die Feierlichkeiten mit einer Kranzniederlegung am Ehrenmal durch Willi Weber, wobei das Thomasberger Tambourkorps aufspielte, und einem Gottesdienst."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung 1973
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller/Winfried Görres
Räume & Galerien
Aus Siebengebirgs-Zeitung Vereine Thomasberg
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