Jahreshauptversammlung und Bußtags-Wanderung des Heimatvereins

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1973

Jahreshauptversammlung und Bußtags-Wanderung des Heimatvereins

"Es wird schon Tradition: Am Vorabend des Buß- und Bettages versammeln sich die Heimatfreunde Heisterbacherrotts zur Jahreshauptversammlung mit dem Höhepunkt 'Siegerehrung im Blumenschmuckwettbewerb' und am Bußtag selbst erschließen sie sich das herbstliche Siebengebirge auf immer neuen Wanderpfaden. So auch am 20./21. November.

Im voll besetzten Saal des Hotels Jägerhof konnte Bürgermeister Hank als Schirmherr und Juryleiter des diesjährigen Blumenschmuckwettbewerbes unter dem herzlichen Beifall der Heimatfreunde den Siegern des Wettbewerbs ansehnliche Geldpreise sowie Blumen (noch zum Einpflanzen), gestiftet von der Baumschule Radermacher und dem Blumenhaus Sains, überreichen. Hier die Liste der strahlenden Sieger:
Für Fenster- und Balkonschmuck: 1. Familie Toni Käufer, Im Kottsiefen, 2. Familie H. A. Soetkamp, Rosenau 17. Für Vorgartenschmuck: 1. Familie Edmund Deland, Lauterbachstraße, 2. Familie Dr. Josef Arnolds, Stenzelbergstraße und Familie Meinrad Strack, Lauterbachstraße, 3. Familie Büsgen, Pützbungert und Frau Margarete Fiessler, Sommerfelder Straße.

Zur Jury gehörten außer dem Bürgermeister die Vorstandsmitglieder H. W. Gathen, Annemarie Steiner, Josef Weiß und Stefan Zylka.

Günter Hank lobte die Initiative des HVH, durch die nicht nur Heisterbacherrott zu einem der schönsten Stadtteile Königswinters werde, sondern auch den sich an der erfreulichen Beteiligung der Bürgerschaft an dem Wettbewerb zeigenden Gemeinschaftsgeist.  Mit großem Beifall wurde die geäußerte weitere Förderungsbereitschaft durch die Stadt aufgenommen. Vorsitzender Bohnen rief die Bevölkerung zu weiterer Blumenausschmückung auf, insbesondere hinsichtlich Fenster und Balkonen, die einen Ort auch dort wesentlich verschönern können, wo Vorgärten nicht vorhanden sind. Daß die hiesigen klimatischen Bedingungen gleichermaßen prangenden Blumenschmuck ermöglichen wie man ihn z.B. in südlicheren Regionen bewundere, haben die Siegerfamilien bewiesen. Der HVH wird im kommenden Winter interessierten Bürgern sachkundige Beratung zur Blumenpflege und Vorgartengestaltung geben.

Nach diesem schwungvollen Auftakt der Jahreshauptversammlung machte die satzungsgemäß anstehende Neuwahl des Vorstandes keine Mühen. Einstimmig wurden die einzelnen Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern für weitere drei Jahre bestätigt: 1. Vorsitzender Rudolf Bohnen, 2. Vorsitzender Hans Wiesmann, Schriftführerin Margarethe Metzdorff, Kassenführer Peter Wertenbruch. Einen Wechsel gab es lediglich im Amt des Wanderwartes, das aus zwingenden Gesundheitsgründen von Stefan Zylka abgegeben werden mußte und nun dem bewährten Wanderfreund Hans Willi Gathen anvertraut wurde. Stefan Zylka, HVHer mit hohen Verdiensten, bleibt als Beiratsmitglied im weiteren Vorstand, dem auch weiterhin Annemarie Steiner und Peter Henseler angehören. Hier macht Günther Schild wegen beruflicher Überlastung mal Pause.

In seinen einführenden Worten zur zweiten Wahlperiode hob der Vorsitzende u. a. hervor, daß der HVH durch ständige Fühlungnahme mit allen zuständigen Stellen darüber wachen werde, daß bei der künftigen Stadtentwicklung Heisterbacherrott bei aller Modernisierung seinen historisch gewachsenen Eigencharakter behalten und nicht zu einem wesen- und gestaltlosen Vorort verschwimmen werde.

Nach der vereinsgeschäftlichen Tagesordnung erlebten sich nun die Heimatfreunde bei prächtig gelungenen Farbfilmen Willi Schiffers und des Jungfilmers Dieter Wiesmann auf ihren diesjährigen Wanderfahrten und sportlichen Wanderungen wieder. Alt-Heisterbacherrott im Film zu erwandern, bereitete zum Abschluß noch viel Freude. Freude und munterer Gesang hielt die Unentwegten noch bis nach Mitternacht 'bei 'nem guten Tropfen Wein' zusammen. Dann hieß es aber schneller schlafen, denn . . .

Um 9.30 Uhr ging es auf die Wanderschaft ins südliche Siebengebirge, die durch unerwartetes Sonnenwetter sehr begünstigt wurde. Durch das Weidengebiet 'Bröchen' (Lauterbach-Quellgebiet) schritten gut 40 Wanderer um den 'Froschberg' herum zur neuen Fußgängerbrücke im Mitteltal. Dort wurde H. W. Gathen mit echowerfendem 'Berg Heil' als neuer Wanderwart ausgerufen. An der Aussichtsstelle der Jungfernhardt führte er sich flugs mit einer lebendigen Darstellung der Aufforstung des dortigen Siebengebirgsbuchenwaldes ein. Zylkas gute Tradition wird mit Gathen fortgesetzt! Nebelschwaden an den Nordhängen des Oelenders (331 m) und des Breiberges (313 m) mußten nun durchschritten werden, um auf der Höhe Beierscheid (über Rhöndorf) dann einen überwältigend schönen Ausblick auf den Rhein und über das gesamte Rhöndorfer Tal, auf den Drachenfels, die Südabstürze der Wolkenburg (sehr eindrucksvoll) und den Kranz der bewaldeten Höhen im Norden und Osten bis Ölberg (435 Meter) zu genießen.

Man erlebte wieder, wie forstwirtschaftlich bedingte Kahlschläge neue Landschaftsbilder eröffnen, die sich nach einigen Aufwuchsjahren allerdings wieder schließen können. Doch dann geben neue Kahlschläge neue Panoramen frei. Weiter ging es am Adenauer-Haus herunter und vorbei nach Alt-Rommersdorf und ins Annatal zu der grundsoliden neuen 'Rommersdorfer Hütte', wo Verpflegungswart Peter Henseler wie stets und überall mit den wohlgefüllten vereinseigenen Essenskanistern die Wanderer zur kräftigen Erbsensuppe (Machart Gisela Korreck) und mit einem Kognak erwartete. Der HVH ließ sich die Erbsensuppe schmecken, jede Menge. Sie gab Kraft für den Aufstieg durchs Tretschbachtal nach Hohenhonnef und weiter auf Höhenwegen über dem Poßbachtal zum Poßberg (320 m), südöstlich der Löwenburg. Hier lockte der Anblick des weiten Honnefer Stadtwaldes mit seinen Bergkuppen zur Durchquerung, die im Frühjahr mit einer Wanderung zur Erpeler Ley auch geschafft werden soll. Der Aufstieg zum Löwenburg-Ringweg forderte noch einmal einige Kraftreserven und dann wanderte ein frischluftaufgetankter, zufriedener HVH wieder auf altbekannten Wegen unter schicken Spaziergängerscharen dem Heimatdorf zu, das pünktlich zum Vesperbrot nach insgesamt 22 km Wanderung erreicht wurde."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 49 vom 7. Dezember 1973
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper
Räume & Galerien
Aus Siebengebirgs-Zeitung Vereine Heisterbacherrott
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