Höchste Stimmung beim Oktoberfest in Thomasberg

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1972

Höchste Stimmung beim Oktoberfest in Thomasberg

"Sieben Stunden nach der Eröffnung des Münchner Oktoberfestes begann auch ein, wenn auch kleineres, Oktoberfest im Siebengebirge. Seit Jahren ist das Oktoberfest im Festzelt in Thomasberg ein Anziehungspunkt für Gäste aus Nah und Fern. Bis auf den letzten Platz besetzt war das Zelt, als mit etwa einstündiger Verspätung Franz Unterstell vom Bürgerfestausschuss Thomasberg das Fest eröffnete. Schuld an der Verspätung war der Nebel, durch den das fast 100 Personen starke Königlich-Niederländische Musikkorps aus Venlo so spät eintraf.

Für die Veranstalter war das Fest ein voller Erfolg. Lange schon bevor Franz Unterstell die offiziellen Begrüßungsworte sprach, hatte sich ein tanzlustiges Volk das Parkett erobert. Ein 22-Mann starkes Stadtorchester aus Berleburg spielte zündende Melodien. Mit donnerndem Beifall wurden die Stars des Abends begrüßt, die Musikanten mit den reizenden 50 Meisjes und Majoretten aus Venlo. Das schneidige Korps präsentierte sich in schmucken Uniformen. Für ihre musikalischen Darbietungen ernteten sie im Verlaufe des Abends noch viel Applaus.

Inzwischen hatte die Stimmung bereits einen Höhe-, ja man kann fast sagen, einen Siedepunkt, erreicht. Die Begrüßungsworte von Franz Unterstell und auch der von 'Jodokus' verfasste Prolog gingen in der Stimmung unter. Nur wer ganz vorne saß, konnte noch etwas hören, wenn er genau aufpasste.

Dem Fest wohnten an Ehrengästen bei: Bürgermeister Hank, Stadtdirektor Schmitz, Kreistagsabgeordneter Potthast, Ehrenbürgermeister Anton Weber, viele Ratsmitglieder, Verkehrsdirektor Hoffmann, die beiden Beigeordneten Lichtenberg und Niederehe und die Gattin des deutschen Botschafters in Kairo, Stelzer, sowie der Bundesgeschäftsführer der CDU, Ottfried Hennig.

Dann versuchte Hans-Georg Gilka mit mehreren Aufrufen Ruhe in das Zelt zu bringen. Bürgermeister Hank vermochte mit seiner lauten Stimme sich dann Gehör zu verschaffen. Er eröffnete das Oktoberfest mit einem Wort von Jean Assenmacher: 'Wenn op de Strüch der Startschuss fällt, dann trifft sich hier die ganze Welt'.

Mit einer Schürze angetan gab er sich dann große Mühe, das Fass anzuzapfen. 13 Hammerschläge öffneten das Fass nicht. Man stellte fest, dass man am falschen Loch anzapfte. Erst bei neun weiteren Schlägen an der richtigen Stelle kam der Gerstensaft frei. Den ersten Schluck gab es für Bürgermeister Hank, den Venloer Bürgermeister Geisen sowie für Franz Unterstell und Hans-Georg Gilka vom Bürgerfestausschuss.

Venlos Bürgermeister Geisen erhielt als Geschenk des Festausschusses eine Silberschale mit Widmung zur Erinnerung an den Abend, Blumen gab es für den Dirigenten des Korps.

Hochbetrieb herrschte auch an den Bier- und Wurstständen, an der Sektbar und auch am Weinbrunnen, den die Damen der Festausschuss-Mitglieder in Dirndl-Trachten bedienten."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 40 vom 28. September 1972
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
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Aus Siebengebirgs-Zeitung Vereine Thomasberg
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