Ein erfolgreiches Jahr für den Heimatverein Heisterbacherrott

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1972

Ein erfolgreiches Jahr für den Heimatverein Heisterbacherrott

"Der Heimatverein Heisterbacherrott (HVH) hielt am Vorabend des Buß- und Bettages seine Jahreshauptversammlung ab, zu der Vereinsvorsitzender Bohnen eine zahlreiche Mitgliederschar begrüßen konnte. Unter den Ehrengästen, die seit Jahren dem Verein schon sehr nahestehen und an diesem  Abend auch ihre persönliche Mitgliedschaft zum HVH erklärten (mit 5 Mark sind sie dabei), stellte der Vereinsvorsitzende vor: Bürgermeister Hank und Verkehrsdirektor Hoffmann von der Stadt, vom Verschönerungsverein für das Siebengebirge den Geschäftsführer Hilger.

Nach einem kurzen Rückblick auf die Arbeit des verflossenen Jahres und einer Totenehrung für die verstorbenen Mitglieder, ging der Abend schnell seinem ersten Höhepunkt entgegen: der Preisverteilung für den Fenster-, Balkon- und Vorgartenschmuckwettbewerb. Bürgermeister Hank begrüßte die Initiative des Heimatvereins, der als erster in einem Ortsteil des Stadtgebietes solch einen Wettbewerb durchgeführt hatte. Hank führte u. a. aus, daß die Preisverteilung sehr schwer gewesen sei, denn in Heisterbacherrott gäbe es ja nur schöne Gärten, dazu prächtigen Blumenschmuck. Solch ein Wettbewerb habe für Heisterbacherrott im Hinblick auf die in 1973 zu begehende 800-Jahrfeier aber auch eine besondere Berechtigung. Als eine Vorübung für das kommende Jahr wecke er aber auch hohe Erwartungen, denen es dann gelte nachzukommen. Als Preisgewinner wurden vom Bürgermeister nun den Vertretern der Familien Käufer/Kottsiefen, Deland/Lauterbachstraße und Lohmeier/Bitzenweg der 1., 2. und 3. Preis für hervorragende Leistungen in der Gestaltung von Fenster-, Balkon- und Terrassenschmuck in Form von Geldgeschenken in Höhe von DM 100,-,  50,- und 25,- überreicht, mit dem Wunsche, daß diese namhaften Preise für die weitere Arbeit an der Verschönerung des Ortsbildes durch schöne Gärten verwendet werden möge. Im  Vorgartenwettbewerb erhielten Preise in gleicher Höhe die Familien Büsgen/Pützbungert, Brodesser und Strack, beide Lauterbachstraße. Aber auch alle anderen Teilnehmer an den Wettbewerben erhielten Preise oder Anerkennungen in Form von Topfpflanzen  und Blumenzwiebelpackungen, die von der Fa. W. Sains für den HVH besonders preisgünstig geliefert wurden, ferner Polyantharosen in Plastik verpackt, von der hiesigen Baumschule  W. Radermacher gestiftet. Immer wieder aufbrausender Beifall belohnte alle Gewinner.

Im zweiten Teil des Abends führte Wanderwart Zylka, der vom Verein an diesem Abend für seine in Kevelaer erhaltene Belobigung (die Siebengebirgs-Zeitung berichtete bereits darüber) nochmals geehrt und beglückwünscht und mit einem Buchgeschenk bedacht wurde, dann Farblichtbilder vor. Zunächst wurden Photos der preisgekrönten Anlagen des Wettbewerbes gezeigt, bei denen Gartenmeister Gathen fachgerechte Erläuterungen gab. Dann wurden vorab einige Bilder von Zielorten gezeigt, die für die nächsten Unternehmungen des HVH ausersehen sind. In einer eingehenden Rückblendung auf die Veranstaltungen des vergangenen Vereins- und Wanderjahres erwachten alle Erinnerungen gemeinsam erlebter Tage und Stunden, und ein jeder, der teilgenommen hatte, konnte sich auf der Leinwand wiederfinden. Der Abend schloß mit einem gemütlichen Teil, der allerdings nicht zu sehr ausgedehnt wurde, denn am nächsten Morgen war ja für zehn Uhr der Beginn der traditionellen Buß- und Bettagswanderung ins Siebengebirge angesetzt.

Das prachtvolle Wanderwetter an diesem Tage hatte mehr als 50 Teilnehmer zusammengeführt, darunter wie immer viele Jugendliche. Ziel der Wanderung war der Himmerich im  südlichen Gebirgsteil. Mit der westlichen Umkreisung des Schellkopfes im Angesicht der Löwenburg fingen die ersten Aufgaben für die Jugendlichen an. Der vorauswandernde Vereinsvorsitzende und zugleich Gestalter dieses Wettbewerbes heftete in mehr oder weniger weiten Abständen Bildertafeln an Bäume, die genau betrachtet werden mußten, um die dazu gestellten drei Fragen beantworten zu können. Es ging hier um Personen, Gebäude, Bäume, Blumen und Vögel. Jeder Jugendliche erhielt sein vereinseigenes Schulheft, in das die Antworten eingetragen werden mußten. Dieser Wettbewerb lief neben der fortschreitenden Wanderung mit, so daß pünktlich wie geplant gegen 12.30 Uhr der Himmerich erklommen war. Ein schöner Blick von der Höhe auf das nördliche Siebengebirge belohnte die Wanderer. Weil hier oben aber ein steifer, kalter Westwind wehte (man war immerhin 370 m hoch, das heißt noch 50 m über dem Drachenfels), ging es zurück zur Schutzhütte auf halbem Hang des Berges. Hier, auf dem sehr schön angelegten Rastplatz, wartete schon das 'Verpflegungskommando' des HVH, das mit der Verabreichung eines doppelstöckigen Weinbrandes große Freude und Überraschung geboten hatte. Dann wurden die Essensbehälter geöffnet und die Ausgabe einer kräftigen Erbsensuppe mit Einlagen in vereinseigenen Eßgefäßen ging los. Während sich die große Wanderschar sättigte, an einem Glas Kölsch den Durst löschte und die tadellose Organisation lobte, saß der geplagte Vorsitzende brütend über den Schulheften und rechnete Punktzahlen für die Jugendlichen aus. Beim lustig lodernden Lagerfeuer ging es dann mit viel Beifall und Hallo an die Preisverteilung, die wegen der einsetzenden, merklichen Luftkühle leider etwas zu schnell vor sich gehen mußte. Aber auch hier halfen Freude und Spaß über einen kühler werdenden Rücken hinweg. Als es schließlich mit einem frischen Wanderlied zum Aufbruch und Heimmarsch kam, schritt alles tapfer und prächtig aus. Bald tauchte die Löwenburg auf und am Ölberg vorbei erreichte die Wanderschar des HVH wieder die heimatlichen Gefilde."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 50 vom 8. Dezember 1972
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter
Räume & Galerien
Aus Siebengebirgs-Zeitung Vereine Heisterbacherrott
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