Aufnahme: 1971
Oktoberfest in Thomasberg ein voller Erfolg
"Überfüllt war das riesengroße Festzelt oberhalb der Schule in Thomasberg, in dem der Bürgerfestausschuß sein Oktoberfest veranstaltete. Das Zelt konnte schließlich die Besucher nicht mehr alle fassen.
Attraktion des Festes war ein 45 Mann starkes Musikkorps der 8. U.S. Infanterie-Division aus Bad Kreuznach, welches das Fest verschönerte. Für ihre musikalischen Darbietungen erhielten die 'Boys' tosenden minutenlang andauernden Beifall. Sie spielten nicht nur amerikanische Melodien und Glenn-Miller-Musik, sondern auch rheinische Lieder. Auch der letzte Thomasberger und auch die vielen auswärtigen Besucher wurden 'geweckt', als die Kapelle trompetenderweise durch den Saal zog. Das Fest wurde eröffnet mit Darbietungen der Kölner Kapelle Hardy von den Driesch.
Der Vorsitzende des Bürgerfestausschusses, Franz Unterstell, begrüßte die vielen Besucher. 'Fühlen Sie sich im Herzen der Stadt Königswinter (in Thomasberg) wohl.' Daraufhin spielte die Kapelle: 'Da wo die Sieben Berge'. Unterstell weiter: 'Wir haben keine Kosten und Mühen gespart, um Ihnen einige frohe Stunden zu bereiten.' Sein besonderer Gruß galt dem ersten Botschaftsrat der Vereinigten Staaten von Amerika, der in Vertretung des US-Botschafters, Kenneth Rush, der Einladung des Bürgerfestausschusses gefolgt war. Unterstell begrüßte aber auch ganz herzlich Bürgermeister Hank (Kapelle: 'O, wie bist du schön') und Stadtdirektor Schmitz. Dem Fest wohnten ferner bei: Der stellvertretende Bürgermeister Klümpers, Beigeordneter Niederehe, Verkehrsdirektor Hoffmann, Altbürgermeister Weber, die Kreistagsabgeordneten Neuhöfer und Hennig, CDU-Vorsitzender Gilka und zahlreiche Ratsmitglieder.
Bürgermeister Hank dankte dem Bürgerfestausschuß, der der Stadt ein weiteres Fest geschenkt habe: das Oktoberfest. Hank wandelte das Sprichwort 'Wer viel arbeitet, soll auch viel feiern' so ab: 'In Königswinter wird viel gearbeitet, also soll auch viel gefeiert werden.' Dann erfolgte durch das Stadtoberhaupt der erste Faßanstich. Er und der Bürgerfestausschußvorsitzende, Franz Unterstell, leerten das erste 'Moaß' auf das Wohl der Anwesenden.
Der Erste Botschaftsrat der USA freute sich, ein so gemütliches Fest mitmachen zu dürfen. 'Es ist das erste Mal, daß ich so ein schönes harmonisches Fest erleben darf; ich bin erst seit 10 Tagen wieder in Bonn.' Unterstell und sein hoher Gast prosteten sich dann zu.
In zwei Bars bedienten nette junge Damen in Winzerinnentracht die vielen Gäste. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Im weiteren Verlauf des Abends wurde tüchtig das Tanzbein geschwungen. Die Bühne war mit aus Blumen bestehenden Buchstaben (BFA = Bürgerfestausschuß) und mehreren Flaggen geschmückt.
Am Sonntagmorgen gab es nach einem Frühball reichlich schmackhafte Erbsensuppe."
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