Vor 63 Jahren lernten sie sich kennen

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1970

Vor 63 Jahren lernten sie sich kennen

"Bei einem Sängerfest in Thomasberg im Jahre 1907 lernten sie sich kennen: Michael Reusch und Frau Elisabeth geb. Haachs, die am 22. Oktober in Thomasberg, Wiesenstraße 50, das seltene Fest der Diamantenen Hochzeit feiern können.

Jubelbräutigam Michael Reusch wurde vor 85 Jahren in Thomasberg geboren. Nach dem Schulbesuch trat er bei seinem Bruder Hermann als Steinmetz in Grengelsbitze in die Lehre. Sein Bruder hatte das Geschäft 1902 gegründet, welches Michael im Jahre 1930 übernahm. Wegen seines hohen Alters übergab er das Geschäft 1957an seinen Sohn Hermann. Auf fast allen Friedhöfen in der näheren und der weiteren Umgebung befinden sich Grabsteine, die Michael Reusch schuf. Aber Michael Reusch wollte sich noch nicht zur Ruhe setzen. Noch bis vor zwei Jahren half er seinem Sohn eifrig mit.

Heute ist das Hobby des Jubilars die Arbeit in seinem Garten. Auch ein Schnäpschen verschmäht er nicht. Täglich verfolgt er in allen Fernsehprogrammen die Tagesnachrichten. Zu seinen weiteren Lieblingssendungen im Fernsehen gehört Heinz Schenk mit seinem 'Blauen Bock'.

Den ersten Weltkrieg machte Michael Reusch im Osten, Westen und Süden mit. Gesund kehrte er wieder in die Heimat zurück. Weil das Herstellen von Grabsteinen nicht kriegswichtig war, wurde er im zweiten Weltkrieg trotz seiner 59 Jahre wiederum eingezogen. Neun Monate mußte er noch Kriegsdienst in Holland leisten.

Aus der glücklichen Ehe entstammen drei Söhne und drei Töchter. Alle seine Söhne machten den zweiten Weltkrieg mit und kehrten ebenfalls wie der Vater gesund wieder in die Heimat zurück.

Frau Elisabeth Reusch zählt 84 Lenze. Ihre Wiege stand im benachbarten Bellinghausen. 75 Jahre gehörte Jubilar Michael dem Gesangverein Thomasberg an. Frau Reusch ist noch heute Mitglied der Frauengemeinschaft.

Die kirchliche Feier ist am Jubeltag um 14 Uhr. Danach treffen sich das Jubelpaar mit den Familienangehörigen, zu denen auch vier Enkel und ein Urenkel gehören, und die übrigen Gratulanlen im Lokale Otto zur weltlichen Feier."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 41 vom 17. Oktober 1970
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter
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