Aufnahme: 1968
Die ausgediente Lok wird auf ihren neuen Standort gebracht.
Königswinter wurde um ein Denkmal reicher. Älteste deutsche Zahnradlokomotive wurde am Drachenfels aufgestellt. Die Drachenfelsstadt wurde in diesen Wochen um eine Sehenswürdigkeit reicher. Eine 40 Jahre alte Dampflokomotive der Drachenfelsbahn erhielt am Aufgang zum „König" der sieben Berge einen neuen Ehrenplatz. Oberhalb des kleinen Platzes, von dem aus die Esel ihre Wanderung beginnen, wurde ihr zur dauernden Bleibe ein Sockel errichtet.
Die „Bergbahnen im Siebengebirge AG" schenkten die alte Lok der Stadt Königswinter und sorgten auch dafür, daß sie in diesen Tagen unter Aufbietung aller technischen Finessen auf ihren neuen Standort gebracht wurde. Ein Kölner Schwertransportunternehmen war mit Tiefladern und einem 70Tonnen-Kran angerückt, um die Lok vom Gelände des Drachenfelsbahnhofes, wo sie jahrelang einen Dornröschenschlaf führte, zum 30 Meter entfernten neuen Standplatz zu befördern. Schwere Stahltrosse legten sich um den Bauch der Dampflok und Zentimeter um Zentimeter hob der Kran die 24 Tonnen schwere Lok freischwebend über den Bahnhofszaun auf den bereitstehenden Tieflader.
Wesentlich schwieriger gestaltete sich die endgültige Placierung der Dampflok, als der schwere Kranwagen mit seinen 220 PS in der fast 30-prozentigen Steigung des Eselsweges in Stellung ging, die Steigung mit Mühe schaffte und nur unter größten Schwierigkeiten verankert werden konnte. Langsam schob sich inzwischen der Tieflader mit der verankerten Lok in die Steigung des Eselsweges. Nach stundenlanger, mühevoller Kleinarbeit war der Transport der Lok auf den Sockel geschafft.
Diese ersten Lokomotiven arbeiteten nach dem System des Ingenieurs Riggenbach, der übrigens such die erste Zahnradbahn in Europa baute. Genau in der Mitte zwischen den üblichen beiden Schienen war eine Zahnstange auf den Schwellen fest verankert. In diese Zahnstange paßte genau die Zahnung der Räder, die die Lokomotive als Antrieb an ihrer Treibachse führte. (Auf unserem Bild sind diese Antriebsräder deutlich erkennbar).
Direktor der „Bergbahnen im Siebengebirge AG", Herrn Engelbrecht und Betriebsleiter Thoma s überwachten ständig bis es geschafft wurde. Das „Dampfroß" stand am vorbereiteten Ort, direkt im Blickfeld der vielen Tausende, ja, man kann ruhig sagen Millionen, die alljährlich den berühmten Berg aufsuchen.
Die Lokomotive soll künftig die Ausflügler als Museumsstück in freier Natur an romantische Zeiten erinnern. An die Zeit, als die heute elektrifizierte Bergbahn noch mit den schnaubenden und prustenden Dampfloks zum Gipfel des Berges dampfte. Sie verkörpert gleichzeitig ein Stück Geschichte der Drachenfelsstadt.
Als 1881 in der Öffentlichkeit bekannt wurde, daß man in Königswinter den Bau einer Bergbahn zum Drachenfelsgipfel plane, kam dies einer Sensation gleich. Jedoch schon zwei Jahre später war der Plan Wirklichkeit geworden. Am Freitag, dem 13. Juli 1883, setzte sich mit gellendem Pfeifen und Zischen der erste Personenzug, bestehend aus Lokomotive und einem Personenwagen, in Bewegung und keuchte und stöhnte den Berg hinauf. Damit hatte Königswinter die erste Zahnradbahn Deutschlands. St.
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