Acht Pfarrer in 100 Jahren - Aus der Geschichte der 100jährigen Rektorats-Gemeinde Heisterbacherrott

Aufnahme: 1967

Acht Pfarrer in 100 Jahren - Aus der Geschichte der 100jährigen Rektorats-Gemeinde Heisterbacherrott

"Der erste Pfarrer von Heisterbacherrott war Martin Franken. Am 14. April 1866 erhielt er seine Ernennung zum ersten Rektor von Heisterbacherrott. Er wirkte 21 Jahre an dieser Stelle. In dieser Zeit wurden die ersten Gedanken und Pläne für den Bau einer Kirche erstellt. Am 23. März 1887 schied er von Heisterbacherrott und wurde Pfarrer in Seligenthal. Sein Nachfolger war Franz Peters. Am 5. April 1887 wurde er zum Rektor von Heisterbacherrott ernannt und trat diese Stelle am 20. April 1887 an. In Heisterbacherrott wirkte er bis zum 4. Juli 1895. Er wurde dann Pfarrer in Siersdorf. Rektor Peters führte den von Rektor Franken geplanten Kirchenbau zielstrebig durch. Paul Hubert Apollinaris Prinz wurde Nachfolger von Rektor Peters. Am 15. Juni 1895 wurde er zum Rektor von Heisterbacherrott ernannt und wirkte in der Siebengebirgsgemeinde bis zum 10. Januar 1910, als er zum Pfarrer von Pingsheim ernannt worden war. Rudolf Schmidt war der nächste Rektor von Heisterbacherrott. Wegen Krankheit mußte er die ihm liebgewordene Stelle in Heisterbacherrott 1931 aufgeben. Theodor Helten löste Herrn Rektor Schmidt ab. Am 23. März 1931 erfolgte seine Berufung nach Heisterbacherrott. 1937 wurde er verhaftet und saß 18 Monate in Untersuchungshaft. Da sich die Anschuldigungen gegen ihn nicht bewahrheiteten, wurde er ohne Urteil wieder freigelassen. Nach seiner Freilassung wurde er zur 'Wandernden Kirche' versetzt. Rektor Helten war sehr bemüht, Heisterbacherrott als Wallfahrtsort bekannt zu machen. Während der Inhaftierung von Rektor Helten waren Karl Lamberz und Josef-Karl-Maria Westermann als Aushilfe in Heisterbacherrott. Karl Lamberz kam am 22. Mai 1937 nach Heisterbacherrott. Am 21. Oktober 1937 wurde er als Kaplan nach Remscheid-Lennep berufen. Während seiner Tätigkeit in Heisterbacherrott fand die von Rektor Helten schon vorbereitete Ausmalung der Kirche statt.

Josef-Karl-Maria Westermann übernahm am 21. Oktober 1937 die Aushilfe in Heisterbacherrott und wurde später Kaplan und Religionslehrer in Düsseldorf. Arnold-Josef Schürgers übernahm die verwaiste Rektoratspfarre. Am 18. Januar 1939 übernahm er sein Amt in Heisterbacherrott. Nach Beendigung des Krieges — während des Krieges war das Allerheiligste in einem Stollen untergebracht — ging Rektor Schürgers mit Energie an die Beseitigung der Schäden an der Kirche. Er baute die Wallfahrt weiter aus, 3 Chorfenster wurden neu beschafft und eine Heizung in die Kirche eingebaut. Am 5. November 1951 wurde er zum Pfarrer von Kaster bei Bedburg an der Erft berufen. Rudolf-Josef Müller, geboren am 10. Juli 1907 in Marienheide, zum Priester geweiht am 29. Juli 1932, setzte diese Arbeit zum Wohle der Pfarrgemeinde erfolgreich fort. Als Kaplan war er bis 1932 in Köln-Flittard, bis 1938 in Lohmar, bis 1940 in Halberg und dann ab 4. Februar 1950 in Düsseldorf-Gerresheim. Am 11. Januar 1952 erfolgte seine Ernennung zum Pfarr-Rektor von Heisterbacherrott. Schon bald setzte er sich für die Anschaffung der neuen Kirchenfenster ein. Das Geläute - die Glocken As und B waren schon von Rektor Schürgers eingeweiht worden - wurde durch die dritte Glocke, die F-Glocke, vervollständigt. Die Glocken wurden jetzt durch eine elektrische Anlage betätigt. Die Heizung in der Kirche wurde von Koks auf Öl umgestellt. Die Arbeit von Pfarrer Müller, der noch heute in Heisterbacherrott tätig und sehr beliebt ist, zur Förderung der Wallfahrt war so erfolgreich, daß in der Wallfahrtsoktav die Kirche die Gläubigen nicht fassen konnte. Deshalb wurde 1965 eine Wallfahrtskapelle an die Kirche angebaut. Durch die Initiative von Pfarrer Müller erhielt die Gemeinde 1966 ein Pfarrjugendheim."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 14 vom 7. April 1967
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter
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Aus Siebengebirgs-Zeitung Katholische Kirche Heisterbacherrott
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