Prinzenproklamation

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Aufnahme: 1965

Prinzenproklamation

"In Heisterbacherrott stand am Wochenende alles Kopp. Proklamation von Erwin I. und Seiner Lieblichkeit Luise vom Lauterbach, Premiere des Fanfarenkorps Bergklänge, erster Auftritt des aus dem Kirchenchor hervorgegangenen Tanzkorps, 'on neue vier Sprohle', die die Dorfpolitik glossierten, lösten nie dagewesene Begeisterungsstürme aus. Nur ein Trauriger saß in der Runde. Siebengebirgs-Zeitungs-Herausgeber Franz Kuhl, seines Zeichens Ex-Prinz in Heisterbacherrott, erklärte bei der Amtsübergabe an Erwin I.: 'Et wor esu schön, ich könnt kriesche, dat et vorbei eß.' Präsident Erich Krebs hatte für erstklassige Büttredner gesorgt und beim Auftritt des Rheinischen Burgquartetts gab es im Saal Schreikrämpfe. Fazit: es war schade, daß diese Sitzung nur rund 400 Närrinnen und Narren genießen konnten, sie war fernsehreif. Vielleicht entschließt sich der Festausschuß im nächsten Jahr für zwei Sitzungen, damit die Heisterbacherrotter auch eine Sitzung haben, denn die meisten Anwesenden waren Fremde. Guter Karneval spricht sich eben rund.

Eine nette Geste des Bürgerfestausschuß-Präsidenten Erich Krebs: zwölf Jahre lang glossierten 'Vier Sprohle' die Dorfpolitik, ehe sie der jüngeren Generation Platz machten. Ein herzliches Dankeschön, eine zünftige Rakete und eine prachtvoll gestaltete Ehrenurkunde waren der verdiente Lohn.

Bürgermeister Friedrich Müller sah im neuen Prinzen einen Wunderknaben. Bei der Schlüsselübergabe erklärte er ihm, in der Gemeindekasse seien sowieso nur Schuldscheine, die der Prinz in Humor umwandeln möge."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 8 vom 19. Februar 1965 (Text)
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ) / Verein Gutenberghaus Bad Honnef (Fotos)
Räume & Galerien
Aus Siebengebirgs-Zeitung Karneval Heisterbacherrott
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