Prinz Josef I. und Prinzessin Hilde I. (Limbach)

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1963

Prinz Josef I. und Prinzessin Hilde I. (Limbach)

Die quietschfidele Sitzung
Prinz Josef und Prinzessin Hilde proklamiert

„Isch wor jestern in de Weetschaff und sagen zu der Kellnerin: Fräulein, die Speisekarte bitte. Säht die für misch: Mir hann keen Speisekaart, äver ich haan Kalbsbrust, Schweinemilz und Hühnerleber. Sagen ich: Fräulein, isch bin keene Doktor.“ Adolf Knebel aus Heisterbacherrott, das „Dorforiginal“, stand in der verdötschten Bütt zur Prinzenproklamation Josef I. und seiner Frau Hilde I. (Limbach) im brechend vollen Saal Lichtenberg. Es regnete Alaafs und Raketen für die Büttenredner und für das Prinzenpaar. Es war echter Karneval, wie man ihn nur noch selten zu feiern versteht.

Diesmal war es aber auch ganz hoch hergegangen. Der Bürgerfestausschuss  Heisterbacherrott, Initiator der jecken Veranstaltung, feierte sein zehnjähriges Bestehen. Grund genug, um die  erste Garnitur im Karneval aufzubieten. Die Sitzung leitete wieder einmal mehr in bewährter Form Erich Krebs, der Vorsitzende.

„Hält ne Schutzmann minge VW aan. Isch sagen: Wat wollen Sie dann von mir? Der Schutzmann guckt. Kurbelt ming Frau et Finster runger und säht: Sie Herr Schutzmann, da müssen Sie nix drüm jeve, der redd immer esu kariert, wenn er der Kanal voll hätt“. Das war Jupp Collet aus Bonn, der eine Rakete für seine Darbietung in der närrischen Bütt erhielt. Neben ihm standen auf dem Podium Bodo Schwerin – ganz große Klasse -- , aus Bonn und Mainz“, Toni Spindler aus Königswinter, Fritz Reuter aus Bonn, Hans Nikolaus aus Königswinter, Willi Reins aus Bad Honnef, die vier Sprole aus Heisterbacherrott, die das Dorfgeschehen persiflierten und viel Beifall erhielten, Dotz und Dötzchen aus Oberdollendorf.
Es wibbelten über die närrische Bühne die Blau-Weißen Husaren aus Thomasberg, das Damentanzkorps der Birker Wönk, die große Königswinterer Karnevalsgesellschaft mit ihrem Fanfarenzug und dem Kindertanzkorps „Sonnige Rheinländer“ aus Königswinter.

Festausschussvorsitzender Erich Krebs machte Peter Feldgen in der Sitzung zum Ehrensenator. Zwei, die es ganz besonders verdient hatten, erhielten vom Festausschuss einen Orden an die Brust geheftet: Walter Sains, der im Vorjahr, als der Fastnachtszug wegen der Katastrophen offiziell abgesagt war, aus urwüchsiger Karnevalsstimmung einen 150-Mann-Zug durch Heisterbacherrott marschieren ließ, und Gemeindediener Peter Jonas, der im Papierkrieg dem Festausschuss geholfen hat.

Zusammengefasst: Es war was los im jecken Heisterbacherrott. Die ganze Gesellschaft war „Quietsch fidel“. Und das war ja auch das Motto des Abends. 

Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller/Winfried Görres
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Aus Siebengebirgs-Zeitung Karneval Heisterbacherrott
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