Aufnahme: 2013

Arbeiten zur freien Sicht auf die spektakuläre Felswand

"Nach umfangreichen Pflegemaßnahmen am Weilberg sind die Gesteinsschichten wieder gut zu erkennen.

An kaum einer anderen Stelle als am Weilberg kann der Vulkanismus im Siebengebirge so gut nachvollzogen werden, dass er zum Greifen nahe scheint.
Die geologische Sehenswürdigkeit zieht nicht nur Fachleute magisch an. Gut zu erkennen ist ein typischer Querschnitt eines Vulkans, der nicht ausgebrochen ist, sondern dessen heiße Magma im Schlot stecken blieb, um schließlich zu Basaltsäulen abzukühlen. Dabei wurden die obersten Gesteinsschichten rot 'gebacken' oder, wie es in Fachkreisen heißt, 'gefrittet'.

Zudem bietet der Weilberg einen idealen Lebensraum für besonders geschützte Tierarten. Christoph Rüter, Leiter der Fachabteilung Naturschutz im Amt für Natur- und Landschaftsschutz des Rhein-Sieg-Kreises erläuterte vor Ort den Lebensraum rund um den stillgelegten Steinbruch. 'Die besonnten Felswände und -halden sind wertvolle Lebensräume etwa für Mauerechse oder die Geburtshelferkröte.' Beide Arten seien in ihrem Bestand stark gefährdet und aufgrund der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU streng geschützt, so Rüter. 'Wir haben den moralisch-ethischen Auftrag die Tiere zu schützen', erklärte auch Stephan Schütte, Fachgebietsleiter Staatswald des Regionalforstamtes Rhein-Sieg-Erft.

Da die Felswände und Halden allerdings regelmäßig 'verbuschen', müssen Pflegemaßnahmen ergriffen werden. Um die Felswände wieder sichtbar und vor allem für die Lebewesen wieder optimal bewohnbar zu machen, wird in mehrjährigem Abstand das Laubwerk an der Wand abgeholzt. Das ist für den zuständigen Baumdienst jedes Mal eine Herausforderung, da dafür besondere Seilklettertechniken erforderlich sind. In diesem Jahr stellten sich drei Spezialisten einer Fachfirma dieser Aufgabe. Hierbei müssen sich die Arboristen, wie die Fachleute auf dem Gebiet heißen, von der oberen Felskante abseilen. Mit einer leichten Motorsäge oder auch Handsäge werden die Gehölze entfernt. Die Kosten für die Pflegemaßnahmen belaufen sich auf rund 5.500 Euro und werden zu 80 Prozent mit Landes- und EU-Mitteln gefördert."

Unteres Bild: Nach Abschluss der Pflegearbeit wieder freie Sicht auf die Wand. 

Quelle
Extra-Blatt vom 23.10.2013 Zum natur-gucker: Hier klicken - Zum Einmotorer: Hier klicken
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