Aus Anlass der Weihe der Abteikirche Heisterbach - Stiftungs-Festtag

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1997

Aus Anlass der Weihe der Abteikirche Heisterbach - Stiftungs-Festtag

st. Vor 760 Jahren wurde die Abteikirche zu Heisterbach am 18. Oktober geweiht. Seit vielen Jahren wird dieser Tag nunmehr als Stiftungs-Festtag begangen. Zahlreiche Gläubige fanden sich auch diesmal zum Festgottesdienst in der Klosterkirche ein. Die Messe zelebrierte Abt Dr. Thomas Denter vom Kloster Marienstatt, der auch die Festpredigt hielt. Ihm assistierten Pfarrer Georg Kalckert und der aus Oberdollendorf stammende Hochschulpfarrer Markus Hoitz, der auch anschließend beim weltlichen Festakt im Augustinussaal einen Vortrag über den Versuch einer Ordensreform in Heisterbach hielt, die 1704 begann und 24 Jahre später jämmerlich scheiterte.

1681 ging ein Heisterbacher Mönch in das Kloster in Orval, um die dortigen Ordensregeln zu studieren. Das Generalkapitel bestimmte im Jahr 1683, dass auch in Heisterbach eine Reform eingeführt werden sollte. Diese verlangte nach dem Orvaler Vorbild den Verzicht auf jegliche Fleischspeisen, alle Arbeiten nur von Hand und Schweigen wie die Trappisten sowie viele andere strenge Regeln mehr.

Der im Jahre 1704 gewählte Abt Ferdinand Hartmann führte ausgerechnet am ersten Januar
mit zwei Novizen die strengere Observanz ein. Aber schon zwei Monate später, im Februar 1708, äußerte der Kölner Generalvikar seine Bedenken hinsichtlich der Durchführbarkeit dieser Reform. Noch im selben Monat wünschte der Kurfürst Johann-Wilhelm die Einführung der Reform in Heisterbach auch gegen den Widerstand der Gegner. Aber am 4. September 1728 machte der neue Abt Engelbert Schmitz die Reform wieder rückgängig.

Nach dem Festakt führte Pfarrer Kalckert die Besucher des Stiftungsfestes durch die neugestaltete Zehntscheune, die später nach vollständiger Fertigstellung als Ausstellungs- und Veranstaltungsort genutzt werden kann. Attraktion des Raumes ist im Mittelpunkt die ehemalige Brunnenschale aus dem Kreuzgang der Abtei, die im Original teilweise noch erhalten ist und so vor dem Verfall gerettet werden soll.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr.43 vom 23.10.1997
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller / Winfried Görres
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