Aufnahme: 1990 (1)
Richtfest an der Burgruine Rosenau
st. Nach knapp zweimonatiger Bauzeit konnte bei den Restaurierungsarbeiten an der ehemaligen Burg Rosenau Richtfest gefeiert werden. Die ersten Arbeiten wurden rechts der Burgtreppe fertiggestellt. Im nächsten Jahr sollen die gleichen Arbeiten links der Treppe durchgeführt werden. Zum Richtfest war das Gelände der ehemaligen Burganlage mit den Fahnen der Stadt Königswinter und des Bundes geschmückt.
Manfred Stützer sprach den Richtspruch und zertrümmerte dann ein vorher geleertes Schnapsglas an der wiederhergestellten Burgmauer. Die Industriegewerkschaft „Bergbau und Energie" zeichnet als Bauherr verantwortlich. Wie Stützer nach dem Richtspruch erläuterte, war die Maßnahme nur mit Denkmalpflegemitteln des Landes NRW und mit einem Zuschuß der Stadt Königswinter möglich. Einen nicht unerheblichen Spendenbeitrag leisteten die Bergleute selbst. Diesen wünschte Manfred Stützer bei seiner Rede gute Erholung im nahegelegenen Bergmannserholungsheim und bei Spaziergängen auf dem Plateau der Burg Rosenau.
Etwa 100 Gäste, darunter auch stellvertretender Bürgermeister Herbert Krämer, Beigeordneter Erich Lichtenberg und Franz Brock vom Verschönerungsverein für das Siebengebirge waren dann zum Richtschmaus in das Bergmannserholungsheim eingeladen. Dort unterrichtete der bauleitende Dipl-Ing. Heinrich Blumenthal die Gäste über die Arbeit. Es seien noch viele Fragen offen geblieben. Alter und Bedeutung eines Stollens habe man noch nicht ergründen können. Der Zugang zur Kernburg wird im nächsten Jahr neugestaltet. Blumenthal vermutet, daß die Burg auch eine Zwingeranlage besaß. 160 000 DM standen für die Restaurierung der zerfallenen Burg an. Bereits in diesem Jahr wurden 113 000 DM verbaut. Somit stehen für die gleichen Arbeiten auf der anderen Seite der Treppe nur noch 47 000 DM zur Verfügung. Das sei, so Blumenthal, viel zu wenig. Es erging daher ein Appell an die Stadt Königswinter, an den Rhein-Sieg-Kreis, an die Kreissparkasse und an die NRW-Stiftung, tief in ihre Taschen zu greifen. Aber auch andere Institutionen und Behörden, die sich mit dem Siebengebirge verbunden fühlen, mögen finanziell helfen. Auch freiwillige Helfer sind gerne gesehen, allerdings werden sie nur zu Hilfsarbeiten herangezogen. Grabungsarbeiten verbietet ihnen das Gesetz. Durch freiwillige Arbeiten wurden bisher allein 10 000 DM eingespart.
Der Ittenbacher Journalist Dr. Helmut Herles referierte über die Geschichte der Burg. Er stellte sich die Frage, ob die Rosenau wirklich eine kleine Burg war. Ihre genauen Ausmaße sind nicht bekannt. Es wurde auf alle Fälle mehr gebaut, als jetzt zu sehen ist. Die Zisterzienser-Mönche von Heisterbach haben die Burg gekauft, um sie zu zerstören. Mit den Überresten, sorgfältig abgetragen, bauten sie ihr Kloster in Heisterbach und die zahlreichen Höfe in der Umgebung auf. Die Rosenau war mit rheinischem Schiefer gedeckt, erklärte Herles. Einen Rest Schiefergestein überreichte er Heinrich Blumenthal für eine im Heimatmuseum auszustellende Vitrine über die Rosenau.
Daß in der Nähe der Burg Rosenau auch ein Hotel war, könne man ebenfalls sehen, betonte Dr. Herles. Man fand in der Erde Glas- und Porzellanscherben aus der Zeit um die Jahrhundertwende. Herles fand im Gebüsch noch einen Bierkrug mit einem Eisenbahnermotiv. Diesen Krug überreichte er Manfred Stützer.
1243 wurde die Rosenau an das Kloster Heisterbach verkauft. Agnes von Rosowe und ihre Söhne überließen die Burg und die dazugehörigen Besitzungen den Mönchen. 1249 wurde dann die Burg Rosenau zerstört. Eine Sage berichtet, daß auf der Burg einst ein betagter Ritter mit seinem einzigen Kind, einer anmutigen Tochter, lebte. Die Mönche von Heisterbach hätten den Ritter überredet, all sein Hab und Gut dem Kloster zu überschreiben, falls seine Tochter ehelos blieb. Eines Tages ritt ein junger Herr von Elz in die Burg und fand Gefallen an dem Mädchen. Am Vorabend der beschlossenen Hochzeit ging die Braut den Burgweg hinab, um am Rosenauer Kreuz zu beten. Als sie nicht heimkam, suchte man nach ihr. Vergeblich, auch in den nächsten Monaten. Daraufhin starb der alte Ritter von Rosenau und der junge Herr von Elz irrte lange Zeit vergeblich durch das Siebengebirge, um seine Braut zu finden. Eines Nachts vernahm er aber in der Nähe des Klosters Jammern und Klagen und erkannte die Stimme seiner Braut. Er befreite das Mädchen aus seinem Gefängnis und ritt mit ihr nach Elz.
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